Gerst erhält Verdienstkreuz Orden für den All-Kommunikator

Hohe Auszeichnung für Alexander Gerst: Gut zwei Monate nach seiner Rückkehr von der Internationalen Raumstation hat der deutsche Astronaut das Verdienstkreuz von Bundespräsident Joachim Gauck erhalten.

Bundespräsident Joachim Gauck ehrt Raumfahrer Gerst (13.01.2015): "In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen Verdienste"
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Bundespräsident Joachim Gauck ehrt Raumfahrer Gerst (13.01.2015): "In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen Verdienste"


Berlin - Von Mai bis November vergangenen Jahres arbeitete Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS. Seine Fotos und die bunten Berichte, die er aus dem Weltraum über die sozialen Netzwerke verbreitete, verschafften ihm und seiner Mission große Popularität.

Bundespräsident Joachim Gauck hat dem deutschen Raumfahrer nun mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Gerst, 38, erhielt den Orden am Dienstag im Berliner Schloss Bellevue - "in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen Verdienste".

In einer kurzen Ansprache würdigte Gauck die Zusammenarbeit zwischen Europäern, Amerikanern und Russen in der Raumfahrt. "Dies sollte nicht wissenschaftliche Ausnahme, sondern Vorbild und Anstoß für Frieden, Ausgleich und Zusammenarbeit hier unten auf der Erde sein."

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Alexander Gerst knipst von der ISS: Durch ein Polarlicht fliegen

Der Bundespräsident hob auch die Bedeutung der Erforschung des Weltalls hervor - trotz der hohen Kosten. "Nicht zuletzt wird die Raumfahrt immer wichtiger für die Beantwortung globaler Zukunftsfragen der Menschheit." Als Beispiel nannte der Bundespräsident den Klimawandel.

"Wahlfreiheit und Inspiration" nannte Gerst in seiner Dankesrede die wichtigsten Wurzeln seines Erfolgs. "Ich bin froh und glücklich, dass ich in einem Land aufwachse, wo wir die freie Wahl haben, freie Berufswahl, wo wir etwas studieren können, auch wenn unsere Eltern vielleicht nicht reich sind." Nun fühle er die Verantwortung, "ein bisschen was zurückzugeben" und selbst junge Menschen zu inspirieren.

Gerst dankte den vielen Mitarbeitern, unter anderem bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, aber auch seinen Eltern und Großeltern. Sie hätten nie versucht, ihm die Neugier auszutreiben. Neben seinen Eltern und seiner Lebensgefährtin war auch Gersts Großmutter bei der Zeremonie im Schloss Bellevue dabei.

Freilich lief auf seiner Mission nicht immer alles wie geplant. Beim Elektromagnetischen Levitator (EML), einem in Deutschland entwickelten Schmelzofen, klemmte beispielsweise ein Bolzen. Nach langer Diskussion mit der Bodenkontrolle griff Gerst zur Säge, sprühte den Bolzen mit Rasierschaum ein und verhinderte so, dass Späne durch die Station flogen. "MacGyver-Art", nennt der Astronaut sein Vorgehen. MacGyver heißt das Improvisationsgenie in der gleichnamigen Fernsehserie, das etwa eine Bombe mit einer Büroklammer entschärfte.

Für seine Mission rund 400 Kilometer über der Erde war Gerst bereits zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Künzelsau (Baden-Württemberg) ernannt worden. Gerst war der elfte Deutsche im Kosmos und der dritte auf der Raumstation ISS. Nach seiner Rückkehr vom Außenposten der Menschheit hatte der Geophysiker mitgeteilt, zunächst bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Köln zu arbeiten und künftige Astronauten zu unterstützen. Einen erneuten Flug ins All schließt er nicht aus.

nik/AFP/dpa

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