Hamburg - Sie gilt als kosmische Kinderstube, fortlaufend werden in den minus 250 Grad kalten Wolken des Carinanebels neue Sterne geboren. Bislang unbekannte Details der produktiven Sternenfabrik zeigen nun neue Aufnahmen, gelungen sind sie einem europäischen Forscherteam um Thomas Preibisch von der Universitätssternwarte der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Der Carinanebel ist mit einem Durchmesser von 200 Lichtjahren eines der herausragenden Objekte innerhalb der südlichen Hemisphere der Milchstraße. Das Gebiet aus glühendem Gas und Staub ist ungefähr 8000 Lichtjahre von der Erde entfernt und grenzt an den berühmten Stern Eta Carinae.
Eta Carinae ist in der Aufnahme auf der linken Seite zu sehen. Umgeben von Wolken aus Gas, im Schein lilaglühender Strahlung. Zu sehen sind außerdem dunkle Flecken. Diese mit Staub gefüllten Wolken können verdunsten oder, falls es ausreichend dichte Kondensationen im Inneren gibt, kollabieren und neue Sterne hervorbringen.
Obwohl es schon spektakuläre Aufnahmen des Nebels gibt, blieben viele Geheimnisse bislang hinter Wolken aus Staub verborgen. Das Team um Preibisch nutzte nun das "Very Large Telescope" der Europäische Südsternwarte (ESO) in Chile und kombinierte die Aufnahmen mit Bildern der Spezialkamera "Hawk-I", um endlich hinter die verborgenen Strukturen zu kommen.
Aus Hunderten von Bildern formten die Astronomen das umfangreichste Mosaik des Nebels, das es bislang gibt. Innerhalb des Carinanebels befinden sich einige Sterne, die zu den heißesten und schwersten gehören, die je entdeckt wurden. Jeder dieser Sterne ist ungefähr zehnmal so heiß und hundertmal dichter als unsere Sonne. Die Aufnahme zeigt nicht nur die Einzigartigkeit der bekannten großen Objekte, sondern enthüllt auch die Existenz kleinerer Sterne, bislang unsichtbar in der großen Struktur.
nik
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