"Cassini" Sonde taucht durch Eisfontänen auf Saturnmond

Spektakuläres Manöver der Nasa-Sonde "Cassini" am Mittwochnachmittag: Sie rast durch Eisfontänen, die vom Saturnmond Enceladus ausgehen. Forscher hoffen, Hinweise auf Leben zu finden.

DPA/ NASA/ JPL/ Space Science Institute

Die Nasa-Raumsonde "Cassini" soll am Mittwoch um 16.22 Uhr deutscher Zeit in Wasserdampf und Eisfontänen am Südpol des Saturnmondes Enceladus tauchen. Auf rund 50 Kilometer werde die Sonde sich nach Angaben der US-Raumfahrtagentur dem Mond nähern und dabei Messungen vornehmen.

Der 1789 entdeckte Saturnmond Enceladus ist eine Eiskugel mit Temperaturen von bis zu minus 240 Grad Celsius. Unter dem dicken Eispanzer des rund 500 Kilometer messenden Mondes schwappt ein Ozean: Außerdem gibt es Vulkane und Geysire, die hohe Fontänen aus Wassereispartikeln spucken.

Aber trotz all dieser Ungemütlichkeit suchen Wissenschaftler auf Enceladus nach Formen einfachen Lebens, denn Wasser ist eine Grundbedingung dafür. Kein Ozean außerhalb der Erde wird so genau erforscht wie der auf Enceladus.

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Saturnmond Enceladus: Eisige Fontänen
"Cassini" ist schon einmal näher an dem Mond vorbeigeflogen, aber den Wassereispartikeln am Südpol ist sie noch nie so nahe gekommen, weshalb man bei der Nasa von einem "historischen Vorbeiflug" spricht.

"'Cassini' ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt eine Entdeckungsmaschine", sagt Nasa-Wissenschaftler Curt Niebur. Und es gibt immer wieder Neues zu erforschen: "Dieses unglaubliche Abtauchen in die Enceladus-Wolke ist eine großartige Chance für uns, um uns zu fragen: Kann eine eisige Meereswelt die Zutaten für Leben beinhalten?"

Während des Flugs soll "Cassini" Fotos machen und die Wassereispartikel mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten an Bord untersuchen: Wie viele spuckt Enceladus, und woraus bestehen sie genau?

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Saturnmond Enceladus: Cassini am Nordpol
Vor allem soll die Sonde Ausschau nach Wasserstoff halten. "Wenn wir molekularen Wasserstoff in der Wolke bestätigen können, würde das beweisen, dass es auf dem Grund des Ozeans von Enceladus hydrothermale Aktivitäten gibt", sagt Wissenschaftler Hunter Waite vom Southwest Research Institute in Texas. Hydrothermale Quellen mit ihrer Wärme, ihrem Mineralreichtum und Wasser bilden gute Voraussetzungen für Leben.

Wasserstoff kann sich unter anderem in heißem, stark unter Druck stehendem Wasser bilden. Bis es erste Ergebnisse gibt, könnte es allerdings Monate dauern.

"Cassini" war 1997 gestartet und umkreist seit 2004 den Saturn, der mehr als 60 bekannte Monde hat. Die Mission, die gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa und der italienischen Raumfahrtbehörde durchgeführt wird, soll noch bis 2017 laufen.

Im Dezember soll die Sonde unter anderem zum dritten und letzten Mal nah am Enceladus vorbeifliegen, bevor dann 2016 das "große Finale" beginnt: Dann soll "Cassini" mehrfach zwischen dem Saturn und seinen Ringen durchfliegen.

Trainieren Sie Ihr Gedächtnis!

boj/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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Layer_8 28.10.2015
1. Cassiani
Wirklich eine der besten Missionen der NASA. Zu wünschen wäre eine Fortsetzung nach 2017. Mit neuester Technik und ein Rover für den Titan. Peanuts im Vergleich zu anderen Staatsausgaben.
postit2012 28.10.2015
2. Ja, jetzt
Zitat von Layer_8Wirklich eine der besten Missionen der NASA. Zu wünschen wäre eine Fortsetzung nach 2017. Mit neuester Technik und ein Rover für den Titan. Peanuts im Vergleich zu anderen Staatsausgaben.
wird's wirklich spannend. Auf der Erde gäb's auch unter Bedingungen wie auf Enceladus "primitives" Leben.
Ver Nunft 28.10.2015
3. Eispartikel als Geschoss
Kann die Sonde bei dem manöver nicht Schaden nehmen?
suelzer 28.10.2015
4.
Man kennt bald Planeten und Monde, die eigentlich nur Kugeln aus Staub und Dreck sind, besser als unsere eigene Welt. Warum gibt es immer noch keine wirklich nachweisbar authentischen Bilder vom Nordpol? Und zwar vom irdischen Nordpol, nicht von irgend einem Mond eines unnützen Planeten, der einfach nur ohne weitere Bewandnis da ist?
Ökofred 28.10.2015
5. kann sie..
Zitat von Ver NunftKann die Sonde bei dem manöver nicht Schaden nehmen?
Sie kann Schaden nehmen, daher macht man diese Manöver erst zum Ende der Mission. Die Flüge durch die Ringe sind eher noch gefährlicher. Irgendwann ist der Treibstoff alle, dann ist die Mission ohnehin zu Ende. Die Mission ist schon 2mal verlängert worden und läuft seit 2004. Hier finden Sie mehr: http://www.nasa.gov/mission_pages/cassini/whycassini/index.html
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