"Cassini"-Sonde Nasa-Sonde verglüht am Saturn

Großes Finale: Die Nasa will die Raumsonde "Cassini" nach 20 Jahren Forschungszeit absichtlich in der Saturn-Atmosphäre zerstören. Vorher soll sie noch eine letzte, spektakuläre Mission erfüllen.

NASA/ JPLC/ Erick Sturm

Die Nasa will die Raumsonde "Cassini" am 15. September in der Saturnatmosphäre verglühen lassen. Damit wird eine fast zwanzigjährige Forschungsmission zu Ende gehen. Vor dem großen Finale hat die US-Weltraumbehörde noch ein letztes spektakuläres Flugmanöver für die Sonde geplant.

"Cassini" soll durch die bisher wenig erforschte Region zwischen dem Planeten und seinen Ringen hindurchfliegen. Die Nasa erhofft sich von diesem Flugmanöver Aufschluss darüber, wie sich Planeten und Planetensysteme formen und entwickeln.

Nach einem letzten Vorbeiflug am Saturnmond Titan am 22. April soll die Sonde insgesamt 22-mal durch den Raum zwischen der Atmosphäre des Planeten und dem innersten der sieben Ringe fliegen.

Sechs Monate lang wird "Cassini" Daten über Magnetfeld und Schwerkraft auf dem zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems sammeln. Daraus erhoffen Wissenschaftler unter anderem neue Erkenntnisse zur Rotationsgeschwindigkeit des Saturn.

Spektakuläre Fotos erwartet

Außerdem sollen die Flüge Hinweise darauf liefern, wie viel Material sich insgesamt in den Ringen befindet. Sie bestehen aus unzähligen Eisbrocken mit Staub- und Felspartikeln, die von der Größe eines Staubkorns bis zu der eines Einfamilienhauses reichen. "Cassinis" Teilchendetektoren sollen im Vorbeiflug Partikel sammeln. Außerdem erhoffen sich die Forscher spektakuläre Nahaufnahmen von den Ringen und den Wolken des Planeten.

Im Oktober 1997 begann die Mission mit dem Start einer "Titan"-Rakete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral im Bundesstaat Florida. An Bord waren die Nasa-Raumsonde "Cassini" und der europäische Lander "Huygens". 2005 landete "Huygens" auf dem Saturnmond Titan und schickte von dort stundenlang spektakuläre Bilder.

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"Cassini" wiederum flog in einer Umlaufbahn um den Saturn und erkundete von dort aus den Planeten, seine Ringe und die 62 bisher bekannten Monde - sieben Saturnmonde wurden genau genommen überhaupt erst durch "Cassini"-Daten entdeckt.

Die Mission endet im September nach sieben Jahren Anflug und 13 Jahren Orbits um den Saturn wegen Treibstoffmangels. Damit die Sonde nicht unkontrolliert abstürzt, hat sich die Nasa für dieses Manöver entschieden.

Die Weltraumbehörde will dadurch auch verhindern, dass möglicherweise Mikroben von der Erde Saturnmonde wie Enceladus oder Titan kontaminieren könnten - denn dort könnte es womöglich einfache Formen von Leben geben, die noch zu erforschen sind.

brt

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