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Ceres: Farbige Landkarten vom Zwergplaneten

Bunte Planetenbilder: Farbfilter machen die Oberflächenstrukturen von Ceres sichtbar Zur Großansicht
NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/ID

Bunte Planetenbilder: Farbfilter machen die Oberflächenstrukturen von Ceres sichtbar

Die Sonde "Dawn" entdeckt immer neue mysteriöse Strukturen auf dem Zwergplaneten Ceres. Neue Übersichtskarten lassen Rückschlüsse auf den inneren Aufbau des Planeten zu.

Seit April umkreist die Raumsonde "Dawn" den Zwergplaneten Ceres und liefert immer neue Bilder. Farbige Übersichtskarten machen jetzt die Oberflächenzusammensetzung des Planeten sichtbar. Die Forscher des Dawn-Teams versuchen nun, aus den Variationen an der Oberfläche auf die innere Schichtstruktur des Körpers zu schließen.

Zu sehen sind Einschläge kleiner Asteroiden, die zum Teil tiefe Krater in die Schichtstruktur gerissen und so Material aus der Tiefe an die Oberfläche befördert haben.

Ceres ist der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Er schwebt etwa 500 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und ist damit zu weit weg für die besten Teleskope. Die Forscher sind daher auf Bilder der Raumsonde "Dawn" angewiesen.

Zwiebelartige Planetenschichten

"Wir gehen momentan davon aus, dass Ceres ein recht weit entwickelter Körper ist, der im Innern zwiebelartig in Schichten aufgebaut ist", sagt Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) und wissenschaftlicher Leiter des Kamerateams. Die vielen Einschlagskrater, die die Oberfläche des Zwergplaneten überziehen, ermöglichen einen indirekten Blick in diesen Aufbau.

Je nachdem wie heftig ein Einschlag sei, könne er Material aus unterschiedlichen Tiefen nach Oben befördern, wo es sich dann mit dem Oberflächenmaterial durchmischt. "Dies würde erklären, warum sich Unterschiede in der Oberflächenzusammensetzung vor allem im Zusammenhang mit größeren Kratern zeigen", sagt Nathues.

Um diese Unterschiede sichtbar zu machen, besitzt das Kamerasystem sieben Farbfilter. Diese lassen nur Licht bestimmter Wellenlängenbereiche durch und können aus dem Licht, das Ceres ins All reflektiert, auf bestimmte Materialien auf seiner Oberfläche schließen.

Bisher war es den Forschern allerdings nicht gelungen, einzelne Materialien zu identifizieren, doch sie fanden zumindest feine Unterschiede, die sie nun in Falschfarbenkarten darstellen. Dabei fiel Nathues und Kollegen auf, dass die Oberfläche der Äquatorregion anders zusammengesetzt ist als die der Polregionen.

"Es ist möglich, dass Ceres nicht überall im Innern gleich aufgebaut ist", vermutet Nathues. So könnte die Dicke einzelner, innerer Schichten an den Polen eine andere sein als in Äquatornähe.

Max Plank Institut

Hinweis für alle mobilen Nutzer: Die Animation mit der mehr als sieben Megabyte großen gif-Datei können Sie hier herunterladen.

khü

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