Bilder von Zwergplanet Ceres Immer näher, immer rätselhafter

Die Raumsonde "Dawn" funkt Bilder des Zwergplaneten Ceres zur Erde. Die Aufnahmen zeigen die rätselhaften Flecken auf der Oberfläche des Planeten in immer höherer Auflösung - können das Geheimnis aber nicht lüften.

NASA/ JPL-Caltech/ UCLA/ MPS/ DLR/ IDA

Wird da etwa Kreide aus dem Boden gefördert? Die neuesten Fotos des Zwergplaneten Ceres haben in der Tat eine gewisse Ähnlichkeit mit Aufnahmen eines Tagebaus. Das Innere eines Kraters ist mit auffällig hellem Material bedeckt. Manche Stellen sind komplett weiß, an anderen schimmert die graue Ceres-Oberfläche stärker durch. Selbst außerhalb des Kraters finden sich Spuren des hellen Materials.

Worum es sich dabei handelt - und wie die weißen Flecken auf Ceres entstanden sind -, darüber können Wissenschaftler weiterhin nur spekulieren. Es könnten freigelegte Wassereisflächen sein. Oder auch Salzminerale. Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, der das Kamerateam der Nasa-Sonde "Dawn" leitet, sprach jüngst von einer der "außergewöhnlichsten Strukturen in unserem Sonnensystem".

"Dawn" war Ende April bei Ceres angekommen und umkreist ihn seitdem - seit Anfang Juni in einer sehr engen Umlaufbahn von 4400 Kilometern. Mehr als sieben Jahre hatte die Reise zu dem 900 Kilometer großen Zwergplaneten gedauert. Ceres ist damit das größte Objekt im Asteroidengürtel, der sich zwischen den Bahnen der Planeten Mars und Jupiter befindet. Er ist knapp dreimal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde.

Mit Staub bedeckte Eisschicht?

Bisher hatten Astronomen kein genaues Bild von Ceres. Es gab nur unscharfe Fotos mit kaum erkennbaren Strukturen. Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubble" zeigten einen einzelnen hellen Fleck auf der Oberfläche. Dank der Sonde "Dawn" wissen Forscher nun, dass es nicht nur einen einzelnen weißen Spot gibt, sondern mehrere. Und das diese teils aus zwei großen Einzelflecken bestehen.

Die in den vergangenen Tagen von der Nasa veröffentlichten Fotos zeigen die Kraterlandschaft von Ceres in bislang unerreichter Auflösung. Über Herkunft und Beschaffenheit der hellen Flecken wird mittlerweile auch auf Twitter eifrig debattiert.

"Sieht aus wie ausgeworfenes Material", schreibt die US-Firma Asteroid Initiatives, deren Manager davon träumen, eines Tages Bodenschätze von Asteroiden zu fördern. Der Hobbyastronom Thomas Sturm glaubt eher, dass sich unter einer dünnen Staubschicht eine dickere Eisschicht verbirgt. Was auch immer hinter den weißen Strukturen steckt - wir werden es hoffentlich bald erfahren.

Animation: Zwergplanet Ceres in der Rundumansicht
Max Plank Institut

Animation: Zwergplanet Ceres in der Rundumansicht

Hinweis für alle mobilen Nutzer: Die Animation mit der über sieben Megabyte großen gif-Datei können Sie hier herunterladen.

hda

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