Zwergplanet Ceres beherbergt 22 zerflossene Eisvulkane

Vor drei Jahren entdeckten Forscher erstmals einen Eisvulkan auf dem Zwergplaneten Ceres. Nun zeigt sich: Es ist nicht das erste derartige Gebilde auf dem Himmelskörper.

Ahuna Mons
Dawn Mission/NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Ahuna Mons


Auf dem Zwergplaneten Ceres haben Astronomen zahlreiche erloschene Eisvulkane identifiziert. Die Analyse zeige, dass dort etwa alle 50 Millionen Jahre ein neuer Eisvulkan entstanden sei, berichtet das Team um Michael Sori von der University of Arizona in Tucson im Fachblatt "Nature Astronomy". Der Eisvulkanismus habe vermutlich in der gesamten Geschichte des Zwergplaneten eine Rolle gespielt.

Eis- oder Kryovulkane speien kaltes Flüssiggas und Eis statt Lava und sind auf verschiedenen Himmelskörpern des Sonnensystems beobachtet worden. Auf Ceres hatte die Nasa-Raumsonde "Dawn" im Jahr 2015 den Eisvulkan Ahuna Mons entdeckt.

Er war bislang der einzige bekannte Eisvulkan auf dem Zwergplaneten, ist mit einem Alter von maximal 240 Millionen Jahren aber relativ jung. Geologisch gesehen ist es unwahrscheinlich, dass der Kryovulkanismus auf Ceres erst mit Ahuna Mons eingesetzt hat, andere Eisvulkane ließen sich zunächst aber nicht finden.

Durchmesser bis 86 Kilometer

Das Team um Sori hat die Aufnahmen von "Dawn" nun nach Spuren früherer Eisvulkane durchsucht. Da die Vulkankegel aus Eis und nicht aus Gestein bestehen, können sie über geologische Zeiträume langsam zerfließen.

Tatsächlich ließen sich 22 solche zerflossenen Eisvulkane identifizieren, die Durchmesser zwischen 16 und 86 Kilometer haben. Eine Altersanalyse zeigt, dass in den vergangenen eine Milliarde Jahren im Schnitt etwa alle 50 Millionen Jahre ein neuer Eisvulkan entstanden ist. Damit spielt der Kryovulkanismus eine merkliche Rolle für die Oberflächenformung auf Ceres.

VIDEO: Video-Animation der "Dawn"-Sonde: Zwergplanet in Messerscharf

Die Forscher schätzen, dass die Eisvulkane auf dem Zwergplaneten pro Jahr etwa 10.000 Kubikmeter Kryomagma ausspucken. Im Vergleich zum gewöhnlichen Vulkanismus auf den Planeten Mars, Venus und Erde ist das allerdings wenig: Selbst umgerechnet auf die deutlich größere Oberfläche besitzt der heiße Vulkanismus dort immer noch einen mindestens zehnmal größeren Einfluss.

Ceres hat einen Durchmesser von knapp 1000 Kilometern. Die Raumsonde "Dawn" untersucht den Zwergplaneten seit 2015. Erst kürzlich lieferte sie besonders scharfe Bilder von dem Objekt (siehe Video oben). Bald ist die Mission allerdings vorbei. In den kommenden Wochen geht der Sonde der Treibstoff aus, dann ist keine Kommunikation mehr möglich.

jme/dpa



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