Landspace Erste private chinesische Satellitenmission fehlgeschlagen

Die Firma Landspace wollte als erstes kommerzielles chinesisches Unternehmen einen Satelliten ins All schicken - und musste jetzt einen Rückschlag hinnehmen.

"Zhuque-1" beim Start
REUTERS

"Zhuque-1" beim Start


Die erste Satellitenmission eines privaten chinesischen Raumfahrtunternehmens ist fehlgeschlagen. Die Rakete "Zhuque-1" des Unternehmens Landspace schaffte es nach dem Start am Samstagnachmittag (Ortszeit) nicht in die Erdumlaufbahn. Das teilte Landspace auf dem Kurznachrichtendienst WeChat mit.

Die 19 Meter lange mehrstufige Rakete "Zhuque-1" hatte einen Satelliten an Bord und hob erfolgreich vom chinesischen Raumfahrtzentrum Jiuquan in der Wüste Gobi ab. Die Probleme begannen, als die dritte Raketenstufe gezündet wurde, teilte das Unternehmen mit.

Bisher 30 chinesische Raketenstarts 2018

Bei einem Erfolg wäre Landspace das erste kommerzielle chinesische Unternehmen gewesen, das einen Satelliten ins All gebracht hätte. Bisher kontrollieren westliche Unternehmen wie Arianespace, das von Elon Musk gegründete SpaceX sowie Rocket Lab aus Los Angeles das kommerzielle Weltraumtransportgeschäft.

"Zhuque" bedeutet "zinnoberroter Vogel", ein Symbol aus der chinesischen Mythologie. Einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge ist Landspace eines von 60 kommerziellen Raumfahrtunternehmen in China. Der erste Raketenstart eines privaten chinesischen Unternehmens gelang im Mai dieses Jahres. Laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa wurden in China allein 2018 insgesamt dreißig Raketenstarts durchgeführt.

Das Raumfahrtprogramm des Landes wird hauptsächlich vom Staat unter Kontrolle des Militärs vorangetrieben. Die Regierung hat ambitionierte Pläne im All. Neben weiteren Flügen zum Mond ist eine Marsmission geplant, bei der ein Landefahrzeug samt Rover auf dem Roten Planeten abgesetzt werden soll. Zudem plant China den Bau einer eigenen Raumstation.

brt/dpa

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quark2@mailinator.com 28.10.2018
1.
"Bisher kontrollieren westliche Unternehmen wie Arianespace, das von Elon Musk gegründete SpaceX sowie Rocket Lab aus Los Angeles das kommerzielle Weltraumtransportgeschäft." ... Wie man bei einem Raumfahrtthema mal eben die russischen Anbieter vergessen kann, ... Ich dachte immer, "kommerziell" heißt Leistung gegen Geld mit Gewinnabsicht. Das sollte also auch auf die russischen und ukrainischen Anbieter zutreffen.
Walther Kempinski 28.10.2018
2. gemein
Zitat von quark2@mailinator.com"Bisher kontrollieren westliche Unternehmen wie Arianespace, das von Elon Musk gegründete SpaceX sowie Rocket Lab aus Los Angeles das kommerzielle Weltraumtransportgeschäft." ... Wie man bei einem Raumfahrtthema mal eben die russischen Anbieter vergessen kann, ... Ich dachte immer, "kommerziell" heißt Leistung gegen Geld mit Gewinnabsicht. Das sollte also auch auf die russischen und ukrainischen Anbieter zutreffen.
Wie gemein. Die armen Russen. Kommerziell im Sinne von privatwirtschaftlich war wohl gemeint. Roskosmos ist staatlich. Die Antipropagandakeule zündet heute nicht, sorry.
quark2@mailinator.com 29.10.2018
3.
Zitat von Walther KempinskiWie gemein. Die armen Russen. Kommerziell im Sinne von privatwirtschaftlich war wohl gemeint. Roskosmos ist staatlich. Die Antipropagandakeule zündet heute nicht, sorry.
Roskosmos wäre hier auch nicht der Ansprechpartner, sondern International Launch Services. Die vermarkten u.a. Proton und Angara. Es ist richtig, daß sie im Moment schwächeln, aber noch vor zwei Jahren waren sie ganz gut dabei. Die Angara ist ja auch noch recht neu. Und die Soyus 2 bzw. die kommende 5 läuft eh wieder unter anderer Firma. Mir ging es nicht um Propaganda, sondern um das intuitive ignorieren von allem, was nicht westlich ist. Z.B. wurden auch die japanischen und indischen Bemühungen nicht aufgeführt. Aber RU kommentarlos wegzulassen ... naja, ich fand's komisch. SpaceX hat den Markt aber wirklich aufgemischt, da kann man nicht meckern.
varlex 30.10.2018
4.
Zitat von quark2@mailinator.comRoskosmos wäre hier auch nicht der Ansprechpartner, sondern International Launch Services. Die vermarkten u.a. Proton und Angara. Es ist richtig, daß sie im Moment schwächeln, aber noch vor zwei Jahren waren sie ganz gut dabei. Die Angara ist ja auch noch recht neu. Und die Soyus 2 bzw. die kommende 5 läuft eh wieder unter anderer Firma. Mir ging es nicht um Propaganda, sondern um das intuitive ignorieren von allem, was nicht westlich ist. Z.B. wurden auch die japanischen und indischen Bemühungen nicht aufgeführt. Aber RU kommentarlos wegzulassen ... naja, ich fand's komisch. SpaceX hat den Markt aber wirklich aufgemischt, da kann man nicht meckern.
Grundsätzlich fehlen deutlich mehr Unternehmen. Eines der größten und das erste kommerziellen Startunternehmen wurde auch vergessen: Arianespace. Aktuell teilen sich Arianespace und SpaceX den Sektor etwa 50:50 auf. Der Anteil anderer kommerzieller Startunternehmen betrug weniger als 5%. Wobei Arianespace (einst Marktanteile >60%) immer mehr an Boden verliert.
thomas_linz 31.10.2018
5. Arianespace
ist ein hochsubventioniertes Unternehmen der ESA und EU, die gerade verlangt hat, das alle Aufträge die innerhalb der EU vergeben werden, Ariane zufallen muessen. Wenn Ariane privat ist, dann ist es das Finanzamt auch. Abgesehen davon, hat Ariane gerade mal eine Handvoll Starts. SpaceX hat 100 bis 2024 im Manifest. Roskosmos haengt wie Arianespace am Tropf der Regierung. Rocketlab ist vielversprechend, aber natuerlich noch keine große Nummer. Bis dato gibt es nur 1 Privatunternehmen, das die Branche aufmischt. Richtig lustig wird’s erst, wenn die NewGlenn von BO vernuenftig fliegt und China Zugang zum Markt erhaelt. Der Untergang der staatlichen Unternehmen hat erst begonnen. Man hat zu lange die Privatindustrie belächelt. Jetzt ist man zu unflexibel, um das Ruder wieder herumzureißen.
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