"Langer Marsch 5" Schwerlastrakete stürzt kurz nach dem Start ab

Sie ist wichtig für den Bau einer chinesischen Raumstation. Kurz nach dem Start ist eine Schwerlastrakete vom Typ "Langer Marsch 5" abgestürzt. Die Ursache der Panne ist bislang unklar.

"Langer Marsch 5" beim Start
REUTERS/ Stringer

"Langer Marsch 5" beim Start


China hat bei einem Start seiner neuen Schwerlastrakete "Langer Marsch 5" einen Fehlschlag hinnehmen müssen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, hob die Rakete am Sonntag zwar vom Raumfahrtbahnhof in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan ab.

Auf dem Flug ins All, wo die Rakete einen Kommunikationssatelliten absetzen sollte, sei es jedoch zu einer "Anomalie" gekommen. Die Mission sei fehlgeschlagen. Was genau mit der Rakete passiert ist, blieb zunächst unklar. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden, hieß es.

Für China ist die neue Schwerlastrakete, die erstmals im November erfolgreich gestartet war, eine wichtige Voraussetzung, um seine ambitionierten Ziele im All zu erreichen. So soll "Langer Marsch 5" ("LM-5") Module für die geplante Raumstation des Landes ins All bringen. Sie spielt auch eine wichtige Rolle für geplante Flüge zum Mond und zum Mars.

Experten vergleichen die Tragfähigkeit der Rakete mit der amerikanischen "Delta IV Heavy", der gegenwärtig leistungsfähigsten Rakete im US-Raumfahrtprogramm.

Erster chinesischer Frachter im All

Im April 2017 hatte China seinen ersten eigenen Frachter ins All gebracht. Auch diese Aktion gehörte zu den Vorbereitungen für eine eigene Raumstation. Der Frachter "Tianzhou 1" (Himmlisches Schiff) hob mit einer Rakete vom Typ "Langer Marsch 7" ab. Bei dem Test sollte "Tianzhou 1" mehrere Kopplungsmanöver mit dem Raumlabor "Tiangong 2" (Himmelspalast) absolvieren.

Sollte die Internationale Raumstation (ISS) wie geplant 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China dann die einzige Nation mit einem Außenposten im All. Mit 60 Tonnen wird "Tianhe 1" (Himmlische Harmonie) aber kleiner ausfallen als die ISS, die eine Masse von 240 Tonnen hat.

China, die zweitgrößte Wirtschaftsnation, hat ehrgeizige Pläne. Außer der Raumstation, die um das Jahr 2022 fertiggestellt werden soll, plant das Land auch Missionen zum Mond und zum Mars.

jme/dpa



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