Satellitenbild der Woche Vorsicht Seegang

Drei Kilometer lang sind die schwimmenden Piers aus 220.000 Kunststoffwürfeln, mit denen Verpackungskünstler Christo einen italienischen See überbrückt hat. Aus dem All beeindruckt die Größe der Installation.

"Floating Piers" im Iseo-See
ESA

"Floating Piers" im Iseo-See


Ein Kunstwerk mit einem Satelliten zu betrachten - eigentlich ist das eine ziemlich absurde Idee. Bestenfalls Museumsgebäude ließen sich auf einem Bild auf dem All erkennen. Oder vielleicht Skulpturen in einem Park, ein paar Pixel groß.

Doch in diesem Fall liegen die Dinge etwas anders: Dem europäischen Satelliten "Sentinel-2A" ist am 21. Juni ein faszinierendes Foto der "Floating Piers" gelungen, die der Verpackungskünstler Christo im norditalienischen Iseo-See hat installieren lassen.

Die riesige Installation besteht aus 220.000 Kunststoffwürfeln, die insgesamt drei Kilometer langen Stegen zusammengefasst wurden. Auf ihnen können Gäste trockenen Fußes direkt übers Wasser des Sees schreiten - ganz ohne die übersinnlichen Kräfte, die dafür normalerweise notwendig wären. Geländer oder Rettungswesten gibt es nicht - um die Sicherheit kümmern sich 150 Wachleute und 30 Rettungsschwimmer. Der Eintritt ist frei.

Christo und seine Ehefrau Jeanne-Claude hatten die Idee für das Projekt bereits in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gemeinsam entwickelt. Im Jahr 2014, rund fünf Jahre nach dem Tod von Jeanne-Claude hatte sich Christo dann für den Iseo-See als passende Umgebung entschieden. In früheren Jahren hatte das Paar Absagen für eine Umsetzung des Kunstwerks in Argentinien und Japan kassiert.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Die "Floating Piers" kommen gut an. Sie sind zuletzt sogar immer wieder Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden. So wurden sie nachts gesperrt, damit nach dem unerwarteten Besucheransturm Wartungs- und Reinigungsarbeiten durchgeführt werden konnten - denn die Konstruktion hatte unter den Füßen von 270.000 Gästen allein innerhalb der ersten fünf Tage massiv gelitten.

Die Besucherzahlen liegen ungefähr doppelt so hoch, wie die Organisatoren vorab geschätzt hatten. Nach den bisherigen Planungen sollen die Piers bis zum 3. Juli im See bleiben. Danach solle der Kunststoff industriell recycelt werden, verspricht der Künstler.

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chs



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