Satellitenbild der Woche Copernicus sieht rot

Nicht nur auf entfernten Planeten wie dem Mars schimmert es rötlich - auch auf der Erde gibt es solche Landstriche. Ein Satellit der Esa hat ein solches Gebiet nun fotografiert.

Erinnert an die Marsoberfläche - Aufnahme von Sentinel-Satellit
Copernicus Sentinel Data/ ESA

Erinnert an die Marsoberfläche - Aufnahme von Sentinel-Satellit


Eine rote Fläche, durchzogen von Bodenwellen und Furchen. Unwirtlich sieht die Landschaft aus. Lebensfeindlich. Man könnte denken, eine Satellitenaufnahme vom Mars vor sich zu haben. Doch in diesem Fall handelt es sich nicht um eine Ansicht vom Roten Planeten, sondern um ein Luftbild aus Afrika - genauer gesagt von der Kalahari im Südosten Namibias.

Der Landstrich mit einer Fläche von über einer Million Quadratkilometern wird gerne als Wüste bezeichnet, dabei sind weite Teile eher Strauch- oder Trockensavanne. Dort fällt sogar verhältnismäßig viel Regen, jedenfalls deutlich mehr als in der südwestlich liegenden Namib-Wüste, die trockener ist. Neben Namibia befindet sich die Kalahari auch auf dem Staatsgebiet von Südafrika und Botswana.

Mächtige Dünen aus rotem Sand

Typisch für die Savannenlandschaft sind die dortigen Sandböden - auch Arenosole genannt. Sie sind vor allem im Süden und im Westen rot, weiter nördlich und im westlichen Teil gibt es auch graue und gelbe Töne.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Der Sand türmt sich an einigen Stellen zu mächtigen Dünen auf, den Kalahari Sands. Einige davon sind auf dem Bild im oberen rechten Rand zu sehen. Sie sind durch die Erosion von Sandstein entstanden - vermutlich im Zeitraum zwischen 2,5 Millionen und 12.000 Jahren vor heute.

Doch im Gegensatz zu anderen Wüsten wandern die Dünen nicht - sie werden durch Pflanzenwuchs stabilisiert. Wer plant, die Kalahari zu bereisen, sollte umfangreich Kleidung einpacken. Denn tagsüber betragen die Temperaturen meist über 30 Grad Celsius, in der Nacht können sie dagegen bis unter den Gefrierpunkt fallen.

Die Aufnahme gelang durch das Copernicus-Programm der Esa, genauer durch die Sentinel-2-Raumfahrtmission. Daran sind die beiden Erdbeobachtungssatelliten "Sentinel-2A" und "2B" beteiligt. Das Bild wurde bereits Ende Juli 2017 gemacht, aber erst jetzt von der Europäische Weltraumorganisation Esa veröffentlicht.

Unklar bis heute ist übrigens die Herkunft des Wortes Kalahari. Eine Anekdote besagt, dass der Landstrich ursprünglich Kgalagadi geheißen habe - das Wort stammt aus der Bantusprache Setswana, die in der Region gesprochen wird, eine mögliche Übersetzung ist "ein wasserloser Platz". Doch die ehemaligen Kolonialherren hätten das Wort schlicht falsch geschrieben - und deshalb fotografierte der Satellit eben die Kalahari und nicht die Kgalagadi.

joe



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