Crash auf dem Mond "Hubble"-Daten bislang ohne Hinweise auf Wasser

Es sollte eine gigantische Staubwolke entstehen, doch der Doppeleinschlag einer Nasa-Sonde auf dem Mond war praktisch nicht zu sehen. Das Weltraumteleskop "Hubble" hat an den dabei entstandenen Kratern bislang keine Hinweise auf Wasser entdeckt.

AP / ESA

Washington - Die Erwartungen waren riesig: Eine riesige Staubwolke sollte in einem Mondkrater aufgewirbelt werden - hervorgerufen durch den Einschlag einer ausgebrannten Raketenstufe von der Größe eines kleinen Busses. In kurzem Abstand dahinter flog die Nasa-Sonde "LCROSS", die den Crash aus nächster Nähe verfolgen sollte, um Minuten später selbst in den dunklen Mondkrater zu krachen, wo Forscher Wassereis vermuten.

Doch statt der erwarteten Riesenfontäne gab es auf den Fotos und Videos der Nasa nichts zu sehen. Da habe wohl jemand bei der Nasa während der Videoübertragung die Pause-Taste gedrückt, wurde im Internet gewitzelt.

Viele Zuschauer der in Internet und Fernsehen live gezeigten Doppel-Kollision waren enttäuscht. "Wir haben alle eine Gehirnwäsche aus Hollywood bekommen", sagte der amerikanische Physiker Michio Kaku, der an der Nasa-Mission nicht beteiligt ist und den viele US-Bürger aus Radio- und Fernsehsendungen kennen. Man habe Bruce Willis vor Augen, der die Erde vor einem Asteroiden rette. "Aber Wissenschaft wird so nicht gemacht", betonte Kaku.

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Mond-Bombardement: Doppeleinschlag soll Wasser nachweisen
Bei der Nasa ist man trotz der unspektakulären Bilder, auf denen nur ein kleiner Blitz erkennbar war, zufrieden mit der Mission. Man habe chemische Signaturen in Lichtwellen gemessen, erklärten Wissenschaftler. Und das sei das Entscheidende.

Der zweifache Einschlag wurde von erdgebundenen Teleskopen verfolgt, aber auch von Superauge "Hubble". Eine erste Auswertung der Daten des Weltraumteleskops habe keine Hinweise auf Wasser ergeben, teilte die Nasa am späten Freitagabend mit. Forscher wiesen jedoch zugleich daraufhin, dass die Daten noch detailliert untersucht werden müssten.

Nach Angaben des Projekt-Wissenschaftlers Anthony Colaprete dürfte die Auswertung der mit verschiedenen Teleskopen und Instrumenten erfassten Daten mehrere Wochen dauern. Die Nasa erklärte, alle Messinstrumente der "LCROSS"-Sonde hätten ohne Probleme funktioniert. Auf einer Pressekonferenz wenige Stunden nach den Einschlägen zeigten sich die Wissenschaftler erfreut über die große Menge an Daten.

hda/AP



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