"Curiosity"-Team auf Reddit: Die Marsmenschen von der Nasa

Sie steuern den atomgetriebenen Mars-Roboter, wollen mit Laserstrahlen Gestein zerschießen: Das Team "Curiosity" wird dafür im Internet gefeiert wie Rockstars. Beim Webforum Reddit beantwortete eine Delegation nun drängende Fragen - zu netten Kleinigkeiten.

Nasa-Mitarbeiter im Kontrollzentrum am 6. August: Wie Rockstars gefeiert Zur Großansicht
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Nasa-Mitarbeiter im Kontrollzentrum am 6. August: Wie Rockstars gefeiert

Gibt es eine nette Kleinigkeit, die jeder über den Mars-Rover "Curiosity" wissen sollte? Eine von vielen Fragen, die Nutzer des Webforums Reddit beantwortet haben wollten. "Er hat einen verdammten Laser auf dem Kopf, der Gestein verdampfen kann!", antwortet ein offenbar stolzer Nasa-Mitarbeiter.

Mehr als ein Dutzend Wissenschaftler und Ingenieure der Mars-Rover-Mission stellten sich der Reddit-Community, darunter der im Internet wegen seiner Mohawk-Frisur mit ausrasierten Sternen legendäre Flight Director Bobak Ferdowsi. "Fragt uns alles", forderten sie die Reddit-Nutzer auf, und gaben mal launig, mal detailliert Auskunft.

So erfuhren die Reddit-Nutzer zum Beispiel, dass die rund 250 Wissenschaftler und 160 Ingenieure, die den Mars-Rover "Curiosity" steuern, rund um die Uhr im Einsatz sind, im Schichtdienst, und sich dabei an der Zeit auf dem Mars orientieren. Dort dauert ein Tag 24 Stunden und knapp 40 Minuten. Das "Curiosity"-Team hat sich an die Mars-Zeit angepasst, die Schichten fangen jeden Tag 40 Minuten später an. "Das tut weh, wir stellen unsere Wecker jeden Tag neu", schreibt ein Mitarbeiter. Einer von ihnen, der Rover-Pilot Scott Maxwell, hat sogar eine App programmiert, mit der man sich die Mars-Zeit auf sein Smartphone holen kann.

Dass der Rover keine Scheinwerfer hat, weil er über Nacht seine Batterien wieder auflädt, wurde trocken kommentiert: "Was, wenn die Lebensformen nur nachtaktiv sind?" Neben Fragen zur Pyrotechnik und Vorkehrungen gegen eine Mars-Verseuchung mit Bakterien von der Erde, wurden die Nasa-Mitarbeiter auch auf ihren Internet-Ruhm angesprochen. Gerade sammelt ein Musikvideo über 1,2 Millionen Klicks ein, in dem eine Satiretruppe die Rover-Landung besingt: "We're Nasa and we know it."

Auf den Personenkult angesprochen, antwortete einer von ihnen: "Wir lieben das Video! Wir haben es heute Morgen im Kontrollzentrum abgespielt." Nur Bobak, dem jungen Mann mit der Stern-Frisur, sei es peinlich gewesen. Wofür Reddit-Nutzer natürlich keinen Anlass sehen.

Wie schon die Vorgänger, wird auch "Curiosity" am Anfang eines Sols, eines Mars-Tages, von Musik geweckt: "Sie scheint mit einem guten Lied weniger knatschig zu sein." So bekam der Rover schon die Star-Wars-Musik und die Beatles zu hören, aber auch die Thrash-Metal-Band Anthrax. Ein paar tausend Kommentare später steht fest: Marsmenschen können ganz nett sein.

Und das mit dem Laser? Damit könnte sich der Rover notfalls verteidigen, scherzt einer der Nasa-Mitarbeiter. Tatsächlich ist die Laserkanone Bestandteil eines Experiments namens ChemCam, bei dem Gestein beschossen wird.

Mit Hilfe einer hochauflösenden Kamera kann dann auf die Bestandteile geschlossen werden. Mehrere Megawatt kann der Pulslaser auf eine stecknadelkopfgroße Fläche abfeuern. 14.000 solcher wissenschaftlichen Laser-Angriffe soll "Curiosity" durchführen, Anfang der kommenden Woche soll ein erster Testlauf starten.

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1.
BlakesWort 18.08.2012
Die NASA hat endlich wieder kapiert, warum sie überhaupt Geld bekommen. Sie verkaufen Träume obwohl sie mit außerordentlich langweiligen Daten zu tun haben. "Curiosity" auf dem Mars ist ja schon ziemlich abstrakt. Es bringt dem Menschen auf der Erde so gut wie nichts, besser über den Mars bescheid zu wissen. Das Video ist ganz lustig, aber von dem Song gibt es ein Dutzend bessere Clips.
2. Einspruch!
clus 18.08.2012
Es bringt uns sehr viel, wenn wir besser über den Mars Bescheid wissen! Erde und Mars sind sehr ähnlich. Wenn wir verstehen warum sich der Mars anders entwickelt hat als die Erde, werden wir auch die weitere Entwicklung hier bei uns besser verstehen können. Und sollte es auf dem Mars in irgendeiner Form Überreste von Lebensformen geben, so könnte die Untersuchung dieser Lebensformen auf die Biowissenschaften ungefähr genau so weitreichende Folgen haben wie die Relativitätstheorie für die Physik.
3. Hoffentlich kommen sie nicht an einen Punkt
nereb 18.08.2012
wo man sagt: Jetzt wäre ein Mensch da oben gut, denn eigentlich können Roboter diese Untersuchungen viel besser machen als Menschen und keiner muss in panik ausbrechen, wenn das Ding nach 10 Jahren (schätze ich mal) seinen Dienst quittiert. Im Gegenteil, man wird bis dahin längst wissen, was man noch über den Mars wissen sollte und einen neuen Roboter hochschicken, der dann neue Untersuchungen machen kann - und alles sehr viel billiger und entspannter als eine bemannte Marsmission.
4. Einspruch!
Markus Landgraf 18.08.2012
Zitat von nerebwo man sagt: Jetzt wäre ein Mensch da oben gut, denn eigentlich können Roboter diese Untersuchungen viel besser machen als Menschen
Hoffentlich gibt es bald konkrete Planungen zu einer bemannten Marsmission, denn zwar sind Roboter für durchmusterungen gut zu gebrauchen, für echte reproduzierbare naturwissenschaftliche Ergebnisebraucht man jemanden, der mit der Geologie dort interagieren kann. Meines Wissens nach können das nur Menschen. Glauben Sie tatsächlich, dass niemand in Panik ausbricht, wenn Curiosity morgen in Gefahr geraten würde? Ad Astra!
5. Langweillig?
spon-facebook-689353413 18.08.2012
Ich finde das überhaupt nicht langweilig. Und wenn: Ich freue mich zZt. über jede Nachricht aus den USA die "langweillig" ist. Eigentlich möchte ich in den nächsten 10 Jahren nur noch langweilige Nachrichten im Zusammenhang mit den USA hören.
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