Gibt es eine nette Kleinigkeit, die jeder über den Mars-Rover "Curiosity" wissen sollte? Eine von vielen Fragen, die Nutzer des Webforums Reddit beantwortet haben wollten. "Er hat einen verdammten Laser auf dem Kopf, der Gestein verdampfen kann!", antwortet ein offenbar stolzer Nasa-Mitarbeiter.
Mehr als ein Dutzend Wissenschaftler und Ingenieure der Mars-Rover-Mission stellten sich der Reddit-Community, darunter der im Internet wegen seiner Mohawk-Frisur mit ausrasierten Sternen legendäre Flight Director Bobak Ferdowsi. "Fragt uns alles", forderten sie die Reddit-Nutzer auf, und gaben mal launig, mal detailliert Auskunft.
So erfuhren die Reddit-Nutzer zum Beispiel, dass die rund 250 Wissenschaftler und 160 Ingenieure, die den Mars-Rover "Curiosity" steuern, rund um die Uhr im Einsatz sind, im Schichtdienst, und sich dabei an der Zeit auf dem Mars orientieren. Dort dauert ein Tag 24 Stunden und knapp 40 Minuten. Das "Curiosity"-Team hat sich an die Mars-Zeit angepasst, die Schichten fangen jeden Tag 40 Minuten später an. "Das tut weh, wir stellen unsere Wecker jeden Tag neu", schreibt ein Mitarbeiter. Einer von ihnen, der Rover-Pilot Scott Maxwell, hat sogar eine App programmiert, mit der man sich die Mars-Zeit auf sein Smartphone holen kann.
Dass der Rover keine Scheinwerfer hat, weil er über Nacht seine Batterien wieder auflädt, wurde trocken kommentiert: "Was, wenn die Lebensformen nur nachtaktiv sind?" Neben Fragen zur Pyrotechnik und Vorkehrungen gegen eine Mars-Verseuchung mit Bakterien von der Erde, wurden die Nasa-Mitarbeiter auch auf ihren Internet-Ruhm angesprochen. Gerade sammelt ein Musikvideo über 1,2 Millionen Klicks ein, in dem eine Satiretruppe die Rover-Landung besingt: "We're Nasa and we know it."
Auf den Personenkult angesprochen, antwortete einer von ihnen: "Wir lieben das Video! Wir haben es heute Morgen im Kontrollzentrum abgespielt." Nur Bobak, dem jungen Mann mit der Stern-Frisur, sei es peinlich gewesen. Wofür Reddit-Nutzer natürlich keinen Anlass sehen.
Wie schon die Vorgänger, wird auch "Curiosity" am Anfang eines Sols, eines Mars-Tages, von Musik geweckt: "Sie scheint mit einem guten Lied weniger knatschig zu sein." So bekam der Rover schon die Star-Wars-Musik und die Beatles zu hören, aber auch die Thrash-Metal-Band Anthrax. Ein paar tausend Kommentare später steht fest: Marsmenschen können ganz nett sein.
Und das mit dem Laser? Damit könnte sich der Rover notfalls verteidigen, scherzt einer der Nasa-Mitarbeiter. Tatsächlich ist die Laserkanone Bestandteil eines Experiments namens ChemCam, bei dem Gestein beschossen wird.
Mit Hilfe einer hochauflösenden Kamera kann dann auf die Bestandteile geschlossen werden. Mehrere Megawatt kann der Pulslaser auf eine stecknadelkopfgroße Fläche abfeuern. 14.000 solcher wissenschaftlichen Laser-Angriffe soll "Curiosity" durchführen, Anfang der kommenden Woche soll ein erster Testlauf starten.
ore
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