Sand-Analyse auf dem Mars Fast wie auf Hawaii

Der Mars-Rover "Curiosity" frisst Staub - und analysiert so Bodenproben. Jetzt haben Forscher die Ergebnisse zusammengefasst: Der Sand auf dem Planeten ähnelt vulkanischem Gestein auf Hawaii.

NASA/ JPL-Caltech/ AMES

Herrschten auf dem Mars einst Bedingungen, unter denen Leben gedeihen konnte? Diese Frage soll der Rover "Curiosity" beantworten. Dafür hat das Forschungsfahrzeug nun etwas Staub und Sand verspeist. Mit "CheMin", einem Spektrometer, hat "Curiosity" die Zusammensetzung der ersten Bodenproben analysiert. Nach Angaben der Nasa ähnelt der Staub, der große Teile der Marsoberfläche bedenkt, verwitterten Böden vulkanischen Ursprungs auf Hawaii. Die Mineralien im Marsboden können einiges über frühere und heutige Umweltbedingungen auf dem Nachbarplaneten verraten.

Um verschiedene Mineralien im Marssand zu identifizieren, bestrahlt "Curiosity" die vorher fein ausgesiebten Proben mit einer Röntgenquelle. So können die Forscher auf der Erde die Struktur des Bodens atomgenau erfassen. Eine rein chemische Analyse lieferte keine ausreichenden Daten, wenn man die unterschiedlichen Mineralien erkennen will. Grafit und Diamant bestehen beispielsweise aus demselben chemischen Element, Kohlenstoff.

Die erste analysierte Probe enthält der Nasa zufolge vor allem Feldspat, Olivin und Pyroxen, also ähnliche Bestandteile von Basaltgesteinen auf der Erde. Etwa die Hälfte des Bodens bestehe allerdings aus nicht-kristallinem Material, wie etwa Obsidian - Glas, das sich nach Vulkanausbrüchen aus abkühlender Lava bildet.

Dass der Boden verwittert sei, lasse sich durch den Kontakt mit Wasser und Sauerstoff erklären, aber auch durch auf dem Mars öfter auftretende Sandstürme und Meteoriteneinschläge. Bis jetzt stimmten die von "Curiosity" analysierten Proben mit der Theorie überein, dass es auf dem Mars früher deutlich feuchter war als heute.

Die im Rover-Gerät "CheMin" genutzte Methode ist ein Jahrhundert alt. Um sie jedoch auf dem Mars nutzen zu können, musste die US-Weltraumbehörde die notwendige Technik schrumpfen - von der Größe eines Kühlschranks auf weniger als einen Schuhkarton. Dies gelang Forschern am Ames Research Center der Nasa - was auch auf der Erde von Nutzen ist.

Solche tragbaren Analysegeräte kommen etwa in der archäologischen Forschung, bei der Fahndung nach gefälschten Medikamenten und bei der Suche nach Öl- und Gasquellen zum Einsatz.

wbr/Reuters



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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Stelzi 31.10.2012
1. .
"Herrschten auf dem Mars einst Bedingungen, unter denen Leben gedeihen konnte? Diese Frage soll der Rover "Curiosity" beantworten." Die Maschine Curiosity beantwortet erstmal gar keine Fragen. Sie ist ein Werkzeug mit dessen Hilfe Wissenschaftler hoffen, eben solche Fragen beantworten zu können. In der Regel tauchen aber mit jeder beantworteten Frage etliche neue Fragen auf. Wenn schon wissenschaftliche Artikel, dann doch bitte ein gewisses sprachliches Niveau halten. Danke.
Irek 31.10.2012
2.
Zitat von sysopNASA/ JPL-Caltech/ MSSS Der Mars-Rover "Curiosity" frisst Staub - und analysiert so Bodenproben. Jetzt haben Forscher die Ergebnisse zusammengefasst: Der Sand auf dem Planeten ähnelt vulkanischem Gestein auf Hawaii. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/curiosity-mars-sand-aehnelt-dem-auf-hawaii-a-864411.html
Also nichts mit Einschlagkrater. Krater Gale ist vulkanischer Ursprung so wie ich es schon gesagt habe.
nixda 31.10.2012
3. schon speziell irgendwie
wenn man sich die Fotos vom Rover so anschaut ist man - oder ich zumindest - doch erstaunt wie einfach das Ding bearbeitet wurde. Der Probenhalter im Inneren von "CheMin" sieht ja aus wie wenn ich das mit einer schlechten Feile aus einem Block gefeilt hätte. Sowas Halbherziges käme aus Europa niemals. Da wäre alles feinst verarbeitet. Der Rover hätte auch noch eine TÜV Plakette und würde selbstverständlich stillgelegt wenn sie abgelaufen ist. Anders die Amis; basteln was zusammen um dort hin zu kommen wo wir dank unserem Perfektionswahn nicht hinkommen.
oldsaxon 31.10.2012
4.
Auch wenn es mich nicht sonderlich interessiert welches Gestein der Mars beherbergt, ist es immer wieder erstaunlich, dass von Menschenhand gebautes Gerät so gut auf fernen Planeten funktioniert.
knuty 31.10.2012
5.
Zitat von IrekAlso nichts mit Einschlagkrater. Krater Gale ist vulkanischer Ursprung so wie ich es schon gesagt habe.
Der Sand kann auch von woanders, z.B. von dem in der Nähe befindlichen Vulkanberg, durch Wasser und/oder Wind dorthin getragen worden sein.
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