Neue "Dawn"-Fotos Zwergplanet Ceres zeigt sich immer klarer

Große Krater und helle Flecken auf der Oberfläche - neue Aufnahmen der Raumsonde "Dawn" enthüllen immer mehr Details des Zwergplaneten Ceres.

DPA/ NASA/ JPL-Caltech/ UCLA/ MPS/ DLR/ IDA

Pasadena/Göttingen - Die Raumsonde "Dawn" hat die bislang detailreichsten Bilder vom Anflug auf den Zwergplaneten Ceres im Asteroidengürtel gefunkt. Mit einem deutschen Kamerasystem konnte die Sonde aus 145.000 Kilometern Entfernung eine bislang unbekannte Seite des Himmelskörpers fotografieren, wie das Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Pasadena mitteilte.

Die Sonde habe nun eine Vierteldrehung von Ceres aufgezeichnet, schreibt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen in einer Pressemitteilung. Das Kamerasystem war unter der Federführung der Göttinger Wissenschaftler entwickelt worden.

Die Aufnahmen zeigen vergleichsweise helle Flecken und beeindruckende Krater. Hell sei dabei allerdings relativ. Der Zwergplanet ist schwarz wie Kohle, erläutern die Max-Planck-Forscher. Die helleren Flecken seien immer noch so dunkel wie eine Asphaltfläche. Die Bilder, auf denen noch etwa 14 Kilometer große Details zu erkennen sind, wurden zu einer Animation des rotierenden Zwergplaneten montiert.

Die Raumsonde "Dawn" soll Ceres Anfang März erreichen. Bereits im Januar hatte sie faszinierende Fotos des Zwergplaneten geliefert. Sie zeigen Ceres aus einer Entfernung von 380.000 Kilometern. Die bis dahin besten Aufnahmen von Ceres stammen vom Weltraumteleskop "Hubble" aus den Jahren 2003 und 2004.

Der Zwergplanet hat einen mittleren Durchmesser von rund 950 Kilometern und ist damit das größte Objekt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Wie der Asteroid Vesta, den "Dawn" vor vier Jahren besucht hatte, gilt Ceres als unvollendeter Planet - Protoplanet - aus der Frühzeit des Sonnensystems. Die Mission "Dawn" (Morgendämmerung) ist die erste, die zwei Himmelskörper des Asteroidengürtels erkundet. Die Sonde untersucht auf diese Weise die Anfänge unseres Sonnensystems.

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5  Bilder
Raumsonde "Dawn": Detailreiche Bilder zeigen Zusammensetzung von Protoplanet Vesta

hda/dpa



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Emderfriese 06.02.2015
1. Hotspot
Wenn ich die hellen Flecken richtig deute, weisen sie aber doch auf einen möglicherweise "wärmeren" Kern hin, der hier und da punktförmig nach außen tritt. Demzufolge müsste Ceres einen heißen Kern haben - man möge mich berichtigen, wenn ich falsch liege...
Layer_8 06.02.2015
2. Hellere Flecken
Zitat von EmderfrieseWenn ich die hellen Flecken richtig deute, weisen sie aber doch auf einen möglicherweise "wärmeren" Kern hin, der hier und da punktförmig nach außen tritt. Demzufolge müsste Ceres einen heißen Kern haben - man möge mich berichtigen, wenn ich falsch liege...
Die kommen von den Einschlägen anderer kleinererer Asteroiden welche mitunter dort passieren. Anderes Material wird halt dort verteilt. Ein heißer Kern hätte sich schon längst abgekühlt bei diesem Kleinplaneten. Ceres ist schon lange tot.
Cugel 06.02.2015
3. Brikettkugel
Sie hätten natürlich recht, wenn es sich um Infrarotaufnahmen handeln würde. Da im Artikel aber keine Angaben über den Spektralbereich der Fotos gemacht werden handelt es sich vermutlich um Aufnahmen im sichtbaren Licht. Um bei einem kohlschwarzen Objekt überhaupt etwas erkennen zu können muss aber am Kontrast gedreht werden. Dann können schon mal Gebiete, die nur ein klein wenig heller sind als die Umgebung, als weiße Spots erscheinen.
brucewillisdoesit 06.02.2015
4. oder vielleicht doch ?
Zitat von Layer_8Die kommen von den Einschlägen anderer kleinererer Asteroiden welche mitunter dort passieren. Anderes Material wird halt dort verteilt. Ein heißer Kern hätte sich schon längst abgekühlt bei diesem Kleinplaneten. Ceres ist schon lange tot.
Nicht notwendigerweise. Wenn Wärme im Ceres Kern durch eine größere Menge langlebiger radioaktiver Nuklide (wie vermutlich im Erdkern) verursacht werden würde, könnte er immer noch ziemlich warm sein. In Abhängigkeit vom Gehalt schwererer radioaktiver Nuklide im Ceres-Kern könnten also durchaus beide zutreffend sein.
druck_im_topf 06.02.2015
5. oder vielleicht nein?
@brucewillisdoesit, mir sind keine Untersuchungen bekannt, bei denen auffällige Anreicherungen an radioaktiven Stoffen bei Meteoriten festgestellt wurden. Man kann durch isotopische Bestimmungen die Herkunft von Meteoriten bestimmen und von daher auch zu Objekten des Asteroidengürtels Aussagen machen. Ausserdem würde die Dichte des Protoplaneten schwere radioaktive Elemente verraten. Der zweite Punkt, Ceres hat mit 1000 Kilometern Durchmesser gerade mal die Strecke Nordsee-Alpen zu bieten. Selbst bei der Erde kommt man mit Hängen und Würgen auf die notwendige Wärmebildung im Erdinnern. Man hilft sich hier auf der Erde mit der Wärmebildung durch den Zerfall von Aluminium-26, welches im All durch Protonenstrahlung erzeugt wird. Alles Wissen zusammengefasst dürfte die Aussage stützen, dass Ceres quasi "geologisch" tot ist und keinen all zu heissen Kern haben dürfte. Schönen Abend noch!
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