Los Angeles/Hamburg - Von der Erde aus erscheint Vesta nur als schwaches Lichtpünktchen. Erst die Bilder der "Dawn"-Sonde haben im Detail gezeigt, wie es vor Ort wirklich aussieht. Rund ein Jahr nach ihrer Ankunft auf Vesta nimmt die Nasa-Raumsonde "Dawn" nun Abschied von dem pickligen Asteroiden: Der Flugkörper wird am Mittwoch die Umlaufbahn des Himmelskörpers verlassen und den als Zwergplaneten bezeichneten Asteroiden Ceres anfliegen. Die Reise wird fast drei Jahre dauern.
Schon für die langsame Abnabelung von Vesta mit Hilfe des Ionenantriebs brauchte "Dawn" bislang mehr als einen Monat. Da das Antennensystem der Sonde sich jedoch dabei von der Erde wegdrehte, werden die verantwortlichen Nasa-Ingenieure erst in Kürze erfahren, ob das Manöver tatsächlich geglückt ist.
Die Experten an der US-Raumfahrtbehörde betrachten den Abflug von Vesta als Routine. "Das ist kein plötzliches Ereignis. Wir sind weder angespannt noch besorgt", erklärte Marc Rayman, Chefingenieur des Nasa-Teams, das die 370 Millionen Euro teure Mission betreut.
Die 2007 gestartete Expedition ist besonders für die Planetenforschung von Interesse, da Asteroiden das Material enthalten, aus dem das gesamte Sonnensystem und letztlich auch die Erde einmal entstanden sind. Vor allem Vesta und Ceres gelten für die Expedition als perfekte Ziele.
Die beiden größten Himmelskörper im Asteroidengürtel hatten sich nicht zu ausgewachsenen Planeten entwickeln können. Der Gigantenplanet Jupiter zog alle Materie an sich, so dass sich Vesta oder Ceres nicht zu einem Planeten nach Vorbild des Mars entwickeln konnten. Von den kosmischen Zeitkapseln erhofft sich die Wissenschaft daher neue Erkenntnisse zum weiteren Verständnis der Entstehung unseres Planetensystems.
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