"Dawn"-Mission: Abschied vom Pickelplanet

Mehr als ein Jahr umkreiste die Nasa-Sonde "Dawn" den Asteroiden Vesta. Jetzt fliegt sie weiter zum Himmelskörper Ceres. Die Bilder der Sonde zeigen eine Welt, aus der beinahe ein Planet entstanden wäre.

Asteroid Vesta: Die Farben markieren unterschiedliche HöhenZur Großansicht
DPA / NASA / JPL-Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA / PSI

Asteroid Vesta: Die Farben markieren unterschiedliche Höhen

Los Angeles/Hamburg - Von der Erde aus erscheint Vesta nur als schwaches Lichtpünktchen. Erst die Bilder der "Dawn"-Sonde haben im Detail gezeigt, wie es vor Ort wirklich aussieht. Rund ein Jahr nach ihrer Ankunft auf Vesta nimmt die Nasa-Raumsonde "Dawn" nun Abschied von dem pickligen Asteroiden: Der Flugkörper wird am Mittwoch die Umlaufbahn des Himmelskörpers verlassen und den als Zwergplaneten bezeichneten Asteroiden Ceres anfliegen. Die Reise wird fast drei Jahre dauern.

Schon für die langsame Abnabelung von Vesta mit Hilfe des Ionenantriebs brauchte "Dawn" bislang mehr als einen Monat. Da das Antennensystem der Sonde sich jedoch dabei von der Erde wegdrehte, werden die verantwortlichen Nasa-Ingenieure erst in Kürze erfahren, ob das Manöver tatsächlich geglückt ist.

Die Experten an der US-Raumfahrtbehörde betrachten den Abflug von Vesta als Routine. "Das ist kein plötzliches Ereignis. Wir sind weder angespannt noch besorgt", erklärte Marc Rayman, Chefingenieur des Nasa-Teams, das die 370 Millionen Euro teure Mission betreut.


Während ihrer Zeit in der Umlaufbahn von Vesta wartete "Dawn" mit überraschenden Einblicken auf. Forscher hatten schon im Vorfeld herausgefunden, dass die Südhalbkugel des Asteroiden einen eindrucksvollen Krater aufweist. Bei näherer Betrachtung stellte "Dawn" dann jedoch einen weitere Furche in der gleichen Region fest. Das galt Wissenschaftlern als Beleg für zweifache Kollisionen mit anderen Himmelskörpern, die Geröll ins All schleuderten. Einige der Trümmer fielen schließlich als Meteoriten auf die Erde.

Die 2007 gestartete Expedition ist besonders für die Planetenforschung von Interesse, da Asteroiden das Material enthalten, aus dem das gesamte Sonnensystem und letztlich auch die Erde einmal entstanden sind. Vor allem Vesta und Ceres gelten für die Expedition als perfekte Ziele.

Die beiden größten Himmelskörper im Asteroidengürtel hatten sich nicht zu ausgewachsenen Planeten entwickeln können. Der Gigantenplanet Jupiter zog alle Materie an sich, so dass sich Vesta oder Ceres nicht zu einem Planeten nach Vorbild des Mars entwickeln konnten. Von den kosmischen Zeitkapseln erhofft sich die Wissenschaft daher neue Erkenntnisse zum weiteren Verständnis der Entstehung unseres Planetensystems.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Weltall
alles zum Thema Raumsonde "Dawn"

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Mittwoch, 05.09.2012 – 17:04 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren

Trainieren Sie Ihr Gedächtnis!





TOP



TOP