Nach Reise zum Zwergplaneten Raumsonde "Dawn" geht der Sprit aus

"Dawn" ist die bislang einzige Sonde, die zwei extraterrestrische Objekte umkreist hat: Den Asteroiden Vesta und den Zwergplaneten Ceres. Nun steht die Mission kurz vor dem Ende.

Raumfahrtsonde "Dawn" mit Ceres und Vista (künstlerische Darstellung)
DB NASA Hartmann / UCLA/Nasa/dpa

Raumfahrtsonde "Dawn" mit Ceres und Vista (künstlerische Darstellung)


Der mit deutscher Beteiligung gebauten Raumsonde "Dawn" wird nach Berechnungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa in den kommenden Wochen der Treibstoff ausgehen. Wahrscheinlich werde das zwischen Mitte September und Mitte Oktober passieren, teilte die Nasa mit.

Die Sonde werde dann nicht mehr mit den Forschern auf der Erde kommunizieren können, aber noch Jahrzehnte in ihrer derzeitigen Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres bleiben. "Dawn" ist mit Ionentriebwerken ausgestattet, die mithilfe von Xenon angetrieben werden. Außerdem gibt es Triebwerke, die mit Hydrazin angetrieben werden. Dieser Vorrat geht nun zuneige. Strom bekommt die Sonde über Solarzellen.

"Auch wenn der Abschied von "Dawn" aus unserer Forschungsfamilie traurig sein wird, sind wir extrem stolz auf ihre Errungenschaften", sagte Nasa-Managerin Lori Glaze. Die ursprünglich auf neun Jahre angelegte Mission der im September 2007 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestarteten Sonde war bereits mehrfach verlängert worden.

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Ceres: Im Tiefflug über den Zwergplaneten

Brillante Fotos

"Dawn" hatte im März 2015 als erster Flugkörper überhaupt die Umlaufbahn eines Zwergplaneten erreicht und umrundet Ceres seitdem. 2016 schickte die Sonde ein brillantes Foto des Haulani-Kraters auf Ceres. Zu sehen waren Hinweise auf Erdrutsche am Rand des Kraters. Forscher gingen davon aus, dass es sich um einen frischen Einschlag auf der Oberfläche des Zwergplaneten handelte.

Haulani -Krater auf Ceres
DPA

Haulani -Krater auf Ceres

Zuvor hatte die Sonde im Rahmen ihrer insgesamt rund 470 Millionen Dollar (etwa 406 Millionen Euro) teuren Mission schon den Asteroiden Vesta besucht - sie ist damit die bislang einzige Sonde, die zwei extraterrestrische Objekte umkreist hat. Auf Vesta entdeckte die Sonde Spuren eines heftigen Bombardements. Demnach war der etwa 1000 Kilometer lange Asteroid vor rund vier Milliarden Jahren selbst einem intensiven Asteroidenbeschuss ausgesetzt.

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Protoplanet Vesta: Male vom Asteroidenhagel

"Dawn" hat uns unbekannte Welten gezeigt, die zwei Jahrhunderte lang nur Lichtpunkte zwischen den Sternen waren", sagte Nasa-Wissenschaftler Marc Rayman. "Und sie hat sehr detaillierte, intime Porträts erstellt und dabei exotische, mysteriöse und unvergleichbare Landschaften aufgedeckt."

jme/dpa

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