Himmelsspektakel Jupiter ganz nah

Im April liegen zwischen Erde und Jupiter nur rund 666 Millionen Kilometer - ein optimaler Zeitpunkt, den Gasriesen zu beobachten.

Teleskop-Bild des Jupiters vom 25. Februar
D. Peach/ Chilescope team/ ESA

Teleskop-Bild des Jupiters vom 25. Februar


Auf dem Jupiter tobt seit Jahrhunderten ein gewaltiger Sturm, der sogar von der Erde aus zu sehen ist: Der als "Großer Roter Fleck" bekannte Sturmwirbel prägt die Planetenoberfläche - auch auf dieser Aufnahme, die die europäische Weltraumagentur Esa veröffentlicht hat.

Der Astronom Damian Peach hat den Jupiter mithilfe eines "Cassegrain"-Teleskops in Chile Ende Februar ins Visier genommen. Unten rechts im Bild ist auch der jüngere und kleinere Sturm "Roter Fleck Junior" zu erkennen.

Im April können nicht nur Astronomen den Jupiter gut beobachten. Der Grund: Der Planet ist der Erde in dieser Zeit am nächsten. Dadurch erscheint der Gasriese besonders groß und hell am Nachthimmel. Zwischen Erde und Jupiter liegen aber noch immer etwa 666 Millionen Kilometer. Zum Vergleich: Die Sonne ist knapp 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Am 7. April wird sich die Erde zwischen Sonne und Jupiter schieben. Der Planet ist dann über die ganze Nacht hinweg am Himmel zu sehen. Das passiert etwa alle 13 Monate, wenn die Erde den Jupiter quasi auf der Innenbahn überholt. Der größte Planet unseres Sonnensystems braucht etwa zwölf Jahre, um einmal um die Sonne zu kreisen.

Ein Fernglas reicht

Auch in den darauffolgenden Nächten wird der Jupiter gut zu sehen sein, er erscheint am Abendhimmel heller als die Sterne. In der kommenden Woche wird er auch in der Nähe des Vollmonds zu sehen sein.

Sogar die größten Monde des Jupiters - Io, Europa, Ganymed und Callisto - lassen sich mit dem Fernglas erspähen. Über mehrere Tage hinweg können Hobby-Astronomen so die Bewegung der Monde beobachten.

"Juno" und "Juice" sollen weitere Erkenntnisse liefern

Derzeit erforschen Astronomen den Planeten mithilfe der Raumsonde "Juno". Sie war im Sommer nach fünfjähriger Reise in die Umlaufbahn des Jupiters eingetreten und näherte sich ihm bis auf 4200 Kilometer.

2022 soll die Raumsonde "Juice" starten. Der "Jupiter-Eismond-Erkunder" wird dreieinhalb Jahre durch das Jupiter-System reisen. "Juice" soll nah an den Monden des Gasriesen vorbeifliegen und in den Orbit des Planeten und seines größten Mondes Ganymed eintreten. Vorherige Aufnahmen von Raumsonden hatten gezeigt, dass es auf einigen Jupiter-Monden Wasser geben könnte. Seitdem hoffen Astronomen auf einen Nachweis für Leben.

koe



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