"Discovery" Notreparatur im All

Zwei Astronauten haben die US-Raumfähre "Discovery" verlassen. In den kommenden Stunden werden sie nach Schäden in der Außenhülle suchen – und neue Reparaturtechniken für den Hitzeschutzschild austesten.


Astronaut Robinson (re.) verlässt das Space Shuttle: Suche nach Schäden in der Außenhaut
AP

Astronaut Robinson (re.) verlässt das Space Shuttle: Suche nach Schäden in der Außenhaut

Houston - Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa öffneten der Japaner Soichi Noguchi und sein US-Kollege Steven Robinson um 11.46 Uhr MESZ die Luftschleuse zwischen dem Shuttle und dem offenen Ladeschacht. Bei dem auf rund sechseinhalb Stunden angesetzten Ausflug sollen die Astronauten unter anderem mögliche Notreparaturen an der Discovery machen. Auf ihrer achttägigen Mission soll die Discovery-Mannschaft insgesamt drei Weltraumspaziergänge unternehmen.

Der Chef der US-Weltraumbehörde Nasa, Michael Griffin, lobte die sieben Astronauten als "tapfere Besatzung". Er zeigte sich davon überzeugt, dass die US-Weltraumbehörde die wieder aufgetretenen Probleme mit dem Isolierschaum des externen Treibstofftanks in den Griff bekommt und gegen Ende des Jahres wieder ein Shuttle starten lassen kann. Dazu sei ein "Tiger-Team" gebildet worden.

Griffin übernahm persönlich die Verantwortung dafür, dass in den zweieinhalb Jahren nach der "Columbia-"Katastrophe mit sieben Toten nicht die Ursachen für deren Absturz beim Wiedereintritt komplett beseitigt worden seien.

Die "Discovery" soll möglicherweise einen Tag länger als geplant an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt bleiben und dementsprechend später zur Erde zurückkehren. Wie Einsatzleiter im Weltraumzentrum Houston erklärten, könnte dies eine Konsequenz aus der Anordnung von Griffin sein, die "Discovery"-Besatzung möge alle Möglichkeiten prüfen, Lebensmittel- und Wasserreserven bis hin zu Computern und anderen Geräten in der Raumstation zu lassen. Dies solle der ISS-Besatzung für den Fall zugute kommen, dass die Shuttle-Flüge länger ausgesetzt werden müssten.

Allerdings kamen Nasa-Ingenieure nach Auswertung weiterer Kamera-Aufzeichnungen vorerst zu dem Schluss, dass die Rückkehr der "Discovery" zur Erde nicht gefährdet sei. Ein Flügel sei zwar möglicherweise beim Start von einem kleineren Stück Isolierschaum getroffen worden. Anlass zur Sorge gebe es aber nach Ansicht der Techniker nicht, erklärte der stellvertretende Leiter des Shuttle-Programms, Wayne Hale. Nach ursprünglicher Planung soll die "Discovery" am 7. August zur Erde zurückkehren.



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