Auftrag an die Nasa Trump plant neue Mission zum Mond - und zum Mars

Nach 45 Jahren soll wieder ein Mensch auf den Mond: US-Präsident Trump erteilt der Nasa einen entsprechenden Auftrag. Auch zum Mars soll es einen bemannten Flug geben.

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US-Präsident Donald Trump will Amerikaner wieder auf den Mond schicken. Das Präsidialamt kündigte an, Trump werde noch am Montag eine Direktive unterzeichnen, die die Nasa damit beauftragt, ein "innovatives Weltraumerkundungs-Programm" aufzulegen, "um Amerikaner zurück zum Mond zu senden, und letztendlich zum Mars".

Trump werde die bemannte Raumfahrt der USA so verändern, dass das Land "die treibende Kraft in der Weltraumindustrie wird, neue Erkenntnisse aus dem Kosmos gewinnt und unglaubliche Technologie in Gang setzt".

Als bislang letzter Astronaut war Eugene Cernan im Dezember 1972 auf dem Mond. Er starb im Januar im Alter von 82 Jahren.

Weitere Details nannte das Weiße Haus zunächst nicht. Bisher war bekannt, dass die neue Nasa-Superrakete SLS erstmals 2021 Astronauten Richtung Mond fliegen soll. Doch bereits im Februar machte Trump deutlich, dass ihm das zu spät sei. Experten warnen, dass ein zu früher Termin erhebliche Gefahren für die Astronauten bedeuten könnte.

Innenpolitisch steht Trump derzeit massiv unter Druck. Unter anderem traten am Montag mehrere Frauen im US-Fernsehen auf, die ihm sexuelle Belästigung vorwerfen. Im TV sprachen sie ausführlich über ihre Erfahrungen.

Ähnliche Schubkraft wie die legendäre Saturn V

Die Nasa plante schon lange vor Trumps Präsidentschaft eine Rückkehr zum Mond. Trump schlug Anfang des Jahres allerdings vor, den bisherigen Zeitplan der Nasa zu straffen, so dass der erste bemannte Flug Richtung Mond noch während seiner Präsidentschaft stattfinden kann. Die Nasa lehnte sein Ansinnen jedoch im Mai ab.

Für die Flüge zum Mond entwickelt die Nasa ihre neue Superrakete SLS. Die US-Weltraumbehörde wollte das sogenannte Space Launch System nach bisheriger Planung Ende 2018 erstmals zu einem Testflug ins All schicken - ohne Astronauten an Bord. Erst drei Jahre später, im August 2021, soll eine SLS-Rakete nach bisherigem Plan zwei Astronauten Richtung Mond fliegen.

Die SLS-Rakete erreicht eine ähnliche Schubkraft wie die legendäre Saturn V aus dem Apollo-Programm. Auf ihrer Spitze wird das Raumschiff "Orion" sitzen, das neue Flaggschiff der Nasa für Langzeitflüge zu Mond und Mars.

Das "Orion"-Design wirkt vertraut, die Anleihen bei den legendären "Apollo"-Raumschiffen und Mondlandefähren sind kaum zu übersehen. Die "Orion"-Kapsel ist kegelförmig, bietet Platz für sechs Astronauten und sitzt beim Start ganz oben auf der Rakete.

Die "Orion"-Kapsel hat ihren Jungfernflug bereits hinter sich. Im Dezember 2014 umkreiste sie unbemannt zweimal die Erde. Ins All geschossen hatte sie eine Schwerlastrakete vom Typ Delta IV. Die neue SLS-Rakete stand für den Jungfernflug noch nicht zur Verfügung. Bislang wird sie nur am Boden getestet. Die "Orion" könnte in Zukunft, angetrieben von der SLS, Menschen zu Asteroiden und vielleicht Mitte 2030 sogar zum Mars bringen.

wal/Reuters



insgesamt 79 Beiträge
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knok 11.12.2017
1.
So ziemlich die erste zumindest positiv erscheinende Entscheindung der US-Regierung. Hoffentlich fliegt er One-way mit.
dark_racoon 11.12.2017
2. Er möchte
Elon Musk schlagen und als erster einen Menschen auf den Mars schicken. Während man bei Musk noch einen Sinn erkennen kann (Kolonisierung), ist Trumps Unternehmung Blödsinn. Es ist auch kein Zufall das seit 45 Jahren keiner mehr auf dem Mond war - es ist einfach langweilig dort oben...
zeichenkette 11.12.2017
3. Macht jeder US-Präsident
Und nachdem viele Milliarden rausgeballert worden sind, wirft der nächste dann wieder alles um. Das wäre auch bei Kennedy so gelaufen, wenn er nicht ermordet worden wäre und das Apollo-Projekt so sehr als sein Vermächtnis galt, dass sich das keiner getraut hat.
simon.gunkel.5 11.12.2017
4. Das beste...
daran ist, dass das Ganze nix kosten wird. Schließlich hat Trump einen Haushaltsentwurf vorgelegt, der das Budget der NASA deutlich kürzt. Vieleicht ist der Hintergedanke ja auch ein anderer - bei den Kürzungen waren insbesondere Instrumente zur Vermessung Klimatologisch relevanter Größen betroffen (PACE, OCO-3, CLARREO). Vielleicht wird jetzt das Budget weiter umgeschichtet, zu ungunsten der Earth Sciences.
monolithos 11.12.2017
5. Kommt mir bekannt vor
Hat nicht ein gewisser Georg Doppel-U das Gleiche schon einmal versprochen? Das war am 14.01.2004 und er hat damals einen Zeitrahmen bis 2020 gesteckt. Den will Herr Trump nun wohl einhalten, denn 2021 sei ihm zu spät, steht da geschrieben. Nun ja, sind ja auch noch 3 Jahre Zeit und wenn nun "unglaubliche Technologien in Gang gesetzt" werden, dann klappt das bestimmt.
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