Cape Canaveral - Den Test hatte die unbemannte Transportkapsel "Dragon" schon im Mai bestanden. Nun musste der "Drache" ernsthaft an die Arbeit: Plangemäß um 2.35 Uhr deutscher Zeit startete "Dragon" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida ab. Bis zum Schluss hatten die Ingenieure noch wegen der recht hohen Regenwahrscheinlichkeit um den pünktlichen Start gebangt.
Es ist der erste von zwölf geplanten Transportflügen, die das Unternehmen SpaceX der US-Raumfahrtbehörde Nasa vereinbart hat. Bleibt der "Drache" plangemäß auf Kurs, wird er an diesem Mittwoch gegen 13.20 Uhr mit 455 Kilogramm Forschungsmaterial an Bord an der Internationalen Raumstation ISS andocken.
Für die Astronauten in der Raumstation hat "Dragon" aber noch etwas ganz Besonderes dabei: Es gibt "fliegende Eiscreme", verriet Nasa-Programmmanager Michael Suffredini. "Wir versuchen, etwas 'Bonus-Essen' für die Crew mit hochzuschicken."
Zwölf Flüge bis 2016 geplant
Dafür, dass die Vanille-Eiscreme mit der Schokosauce auf dem dreitägigen Flug zur Station nicht schmilzt, sorgt ein Kühlschrank im Bauch des "Drachen". Er soll auf dem Rückweg Urin- und Blutproben für einige Experimente kühlen. "Wir sind sehr aufgeregt", erklärte SpaceX-Chefin Gwynne Shotwell Journalisten. "Zum ersten Mal haben wir elektronische Ladung an Bord."
Seit Einstellung des Shuttle-Programms Mitte vergangenen Jahres hatten die Amerikaner kein eigenes Transportsystem mehr. Bei den Astronauten sind sie voll von den "Sojus"-Raumschiffen der Russen abhängig. Mit dem privaten Frachter kann die Nasa jetzt wenigstens die Versorgung ihrer ISS-Besatzungsmitglieder selbst sichern. Eine bemannte siebensitzige "Dragon"-Variante ist derzeit in Vorbereitung und könnte Ende 2016/Anfang 2017 zur Verfügung stehen.
Nasa entwickelt Shuttle-Nachfolger für Mond- und Mars-Flüge
Die NASA unterstützt mit ihrem Commercial Orbital Transportation Services-Programm (Cots) Privatunternehmen bei der Entwicklung von Raumschiffen für den Einsatz speziell im erdnahen Raum. SpaceX erhielt dabei als erster von drei potentiellen Bewerbern 2008 einen Auftrag, dessen Erfüllung nun am Montag begann. Die Nasa entwickelt ihrerseits als Shuttle-Nachfolger ein bemanntes Raumschiff für Flüge zum Mond, zum Mars und darüber hinaus. Die "Orion"-Kapsel soll ab 2017 einsatzbereit sein.
nik/dapd/dpa
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