Raumschiff "Dragon" Espressomaschine erreicht Raumstation ISS

Lieferung zugestellt: Ein unbemanntes Raumschiff mit einer Espressomaschine an Bord ist an der Raumstation ISS angekommen. Die Astronauten dürfen sich nun auf frisch gebrühten italienischen Kaffee freuen.

"Dragon" im Anflug: Mit Roboterarm der ISS eingefangen
DPA

"Dragon" im Anflug: Mit Roboterarm der ISS eingefangen


Ein unbemanntes Raumschiff des US-Unternehmens SpaceX hat am Freitag die Internationale Raumstation ISS erreicht. Astronautin Samantha Cristoforetti habe "Dragon" mit einem Roboterarm eingefangen, teilte das US-Kontrollzentrum in Houston mit. Die Raumkapsel brachte zwei Tonnen Lebensmittel und andere Güter zur ISS.

Zur Fracht gehört auch eine von den Astronauten sehnlichst erwartete Espresso-Maschine aus Italien. Sie trägt den Namen ISSpresso und wurde eigens für den Betrieb in der Schwerelosigkeit konzipiert. Die Maschine wiegt 20 Kilogramm, was auch daran liegt, dass die Technik darin redundant ausgelegt ist. Einen Defekt sollen die Astronauten schnell beheben können.

Tassen mit Kapillareffekt

ISSpresso arbeitet mit den vergleichsweise teuren Kapseln, die einzeln verpackt sind, wodurch recht viel Müll entsteht. Unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit lässt sich das jedoch nicht anders lösen. Loses Kaffeepulver würde davonschweben, sobald es sich nicht mehr in einem geschlossenen Behälter befindet.

Bei Tests auf der Erde wurde der Espresso noch in einer Art Trinkbeutel mit Strohhalm serviert. Herkömmliche Tassen verbieten sich von selbst, denn diese würde der heiße Espresso mangels Schwerkraft schnell verlassen. Die Astronauten sollen den Kaffee aus speziell für die Schwerelosigkeit entwickelten Bechern trinken, die den Kapillareffekt nutzen.

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Kaffeemaschine im Weltall: Un espresso, per favore!
Die Ankunft an der ISS ist ein Erfolg für SpaceX, das beim Start von "Dragon" einen Rückschlag hatte hinnehmen müssen. Auch im zweiten Anlauf scheiterte der Versuch, eine Trägerrakete nach dem Start wieder unbeschadet auf der Erde landen zu lassen. Die Trägerrakete, die "Dragon" ins All geschossen hatte, erlitt beim Aufsetzen auf einer im Atlantik schwimmenden Plattform eine Bruchlandung.

SpaceX arbeitet fieberhaft an einer Art Revolution der Raumfahrt. Bislang zerbersten die hunderte Millionen Dollar teuren Trägerraketen stets komplett und fallen als Schrott ins Meer, nachdem sie ihre Lasten im All ausgesetzt haben. SpaceX will die Raketen eines Tages mehrfach nutzen - dafür müssen sie aber heil zur Erde zurückkehren.

hda/AFP



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