Panne in Cape Canaveral: Start des Raumfrachters "Dragon" missglückt
Der Start in eine neue Ära der Raumfahrt fällt erstmal aus: Als erster privater Raumtransporter sollte die unbemannte "Dragon"-Kapsel an diesem Morgen ins All abheben - doch das Manöver musste wegen technischer Probleme abgebrochen werden.
Washington - Um 10.55 Uhr sollte es losgehen. Nach mehrfachen Verzögerungen sollte sich der erste private Raumtransporter auf den Weg zur Internationalen Raumstation (ISS) begeben. Doch die Reise endete schon, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Aufgrund technischer Probleme in der ersten Raketenstufe musste der Start abgebrochen werden. Trotz des "Lift Off"-Signals blieb die unbemannte Kapsel am Boden.
Eine "Falcon 9"-Rakete hatte die Kapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) ins All transportieren sollen. Die nächste Startmöglichkeit für den Frachter des kalifornischen Unternehmens Space Exploration Technologies (SpaceX) ist am Dienstag um 9.44 Uhr deutscher Zeit.
Ursprünglich sollte "Dragon" schon am 30. November 2011 abheben - doch dann wurde der Start aus technischen Gründen gleich mehrere Male verschoben.
Auf der unbemannten "Dragon"-Kapsel ruhen große Hoffnungen. Mit ihr soll ein neues Kapitel in der Raumfahrt beginnen. Vor allem die Nasa erwartet den Testflug zur ISS mit Spannung. Seit sie ihre Space Shuttles eingemottet hat, ist sie gänzlich auf russische "Sojus"-Kapseln angewiesen. Die Raumfahrtbehörde plant, die Routine-Flüge zur ISS in Zukunft ganz kommerziellen Anbietern zu überlassen. Der "Dragon"-Flug ist dafür der bisher wichtigste Testlauf.
Der Raumfrachter hat mehr als 500 Kilogramm Versorgungsgüter an Bord, die er zur ISS bringen soll. Ein Großteil davon sind Lebensmittel. Hat die Kapsel die ISS erreicht, sollen zwei Bewohner der Station - der Nasa-Astronaut Don Pettit und sein Esa-Kollege André Kuipers - die Kapsel mit einem Roboterarm greifen und per Hand am ISS-Komplex befestigen.
Insgesamt soll SpaceX für die Nasa zwölf Transportflüge absolvieren. Die US-Raumfahrtbehörde hat mit dem Unternehmen dazu einen Vertrag über rund 1,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Auch andere Firmen stehen schon bereit: So plant die amerikanische Orbital Sciences Corporation für Ende des Jahres ebenfalls einen ersten Flug zur ISS.
irb/dapd/dpa
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