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22. Mai 2012, 09:52 Uhr

"Dragon"

Privater Raumtransporter startet ins All

Der Start lief glatt: "Dragon", der erste private Raumtransporter, ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation. Das Rendezvous im All ist eine Premiere, die mehrfach verschoben worden war. Mit ihr beginnt ein neues Kapitel der Raumfahrt.

Washington - Nach mehrfachen Verzögerungen ist der erste private Raumtransporter auf den Weg zur Internationalen Raumstation (ISS). Mit der Reise der unbemannten "Dragon"-Kapsel, die vom kalifornischen Unternehmen SpaceX entwickelt wurde, beginnt ein neues Kapitel in der Raumfahrt. Eine "Falcon 9"-Rakete trug die Kapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) am Dienstagmorgen um 9.44 Uhr mitteleuropäischer Zeit ins All.

Ursprünglich sollte "Dragon" schon am 30. November abheben - doch dann wurde der Start aus technischen Gründen gleich mehrere Male verschoben. Vor allem die Nasa erwartet den Testflug zur ISS mit Spannung. Seit sie ihre Space Shuttles eingemottet hat, ist sie gänzlich auf russische "Sojus"-Kapseln angewiesen.

In Zukunft will die Nasa Menschen zu einem Asteroiden und dann eines Tages vielleicht sogar zum Mars zu schicken. Dazu entwickelt sie eine mächtige Rakete. Die Routine-Flüge zur ISS will die Raumfahrtbehörde dagegen ganz kommerziellen Anbietern überlassen. Und der "Dragon"-Flug ist dafür der bisher wichtigste Testlauf.

Die Kapsel hat Versorgungsgüter für die ISS-Bewohner an Bord. Allerdings sind es diesmal gerade einmal 500 Kilogramm. Zwei Bewohner der Station - der Nasa-Astronaut Don Pettit und sein Esa-Kollege André Kuipers - müssen in der letzten Phase die Kapsel mit einem Roboterarm greifen und dann per Hand am ISS-Komplex befestigen. Dann geht es ans Ausladen.

Zwei Wochen lang soll das Rendezvous mit der Station dauern, dann fliegt "Dragon" zurück zur Erde. 600 Kilo Müll von der ISS bringt die Kapsel zur Entsorgung auf der Erde mit. Aber festen Boden wird die Kapsel nach der Rückkehr zunächst nicht unter den Füßen haben. Geplant ist eine Landung vor der kalifornischen Küste im Pazifik. Ein Schiff soll die Kapsel dann auflesen und auf das Festland bringen.

Insgesamt soll SpaceX für die Nasa zwölf Transportflüge absolvieren. Die US-Raumfahrtbehörde hat mit dem Unternehmen dazu einen rund 1,3 Milliarden Euro schweren Vertrag abgeschlossen. Auch andere Firmen stehen schon bereit: So plant die amerikanische Orbital Sciences Corporation für Ende des Jahres ebenfalls einen ersten Flug zur ISS.

wbr/chs/dpa

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