"Dragon": Privater Raumfrachter startet zur Raumstation

Erfolgreicher Start: "Falcon 9"-Rakete hebt von der Cape Canaveral Air Force Station ab Zur Großansicht
AP/dpa

Erfolgreicher Start: "Falcon 9"-Rakete hebt von der Cape Canaveral Air Force Station ab

Es war ein Start nach Plan: Ein "Dragon"-Raumfrachter von SpaceX bringt im Auftrag der Nasa Versorgungsgüter und wissenschaftliches Material zur Internationalen Raumstation ISS. Die Konkurrenz plant auch einen Start.

Hamburg/Cape Canaveral - Ein Dutzend Frachtflüge hat die Nasa beim privaten Anbieter SpaceX gekauft. Im Jahr 2008 war das - und das Ende des Shuttleprogramms war bereits absehbar. Kommerzielle Raumfrachter, so die Idee des sogenannten CRS-Programms (Commercial Resupply), sollen die Internationale Raumstation (ISS) kostengünstiger versorgen als staatliche Transporter. Und die zweite dieser Versorgungsmissionen ist nun auf dem Weg.

Die "Dragon"-Raumkapsel startete am Freitagnachmittag mit einer "Falcon 9"-Rakete von der Cape Canaveral Air Force Station im US-Bundesstaat Florida. Die Firma erklärte, sowohl das Abheben als auch die Trennung von Kapsel und Rakete seien erfolgreich verlaufen. SpaceX-Chef Elon Musk berichtete allerdings über seinen Twitter-Account von Problemen mit den Antriebsdüsen der "Dragon"-Kapsel.

An Bord hat der Frachter neben Nahrung für die ISS-Crew auch Versorgungsgüter und wissenschaftliche Ausstattung, darunter Stammzellen von Mäusen, Proteinkristalle und Pflanzensamen. Nach dem Start am Freitag soll "Dragon" am Samstag an der Raumstation ankommen. Der Flug ist die dritte Mission für SpaceX. Beim ersten Mal ging es im Mai vergangenen Jahres allerdings nur darum, das Transportgerät zu testen. Beim zweiten Mal, im Oktober 2012, wurde tatsächlich Fracht transportiert - und auch erfolgreich zur Erde zurückgebracht.

Denn das ist der technologische Vorteil der "Dragon"-Kapsel zum Beispiel im Vergleich zum europäischen Raumtransporter ATV: Dem fehlt nämlich der Hitzeschild - und er muss deswegen bei der Rückkehr zur Erde verglühen. Allerdings schafft das ATV die Annäherung an die ISS ganz ohne Hilfe. Die "Dragon"-Kapsel wird dagegen bei der Annäherung an die Raumstation von der Crew mit einem rund 18 Meter langen Roboterarm eingefangen.

Nach gut drei Wochen an der ISS soll die Kapsel dann wieder zur Erde zurückkehren - und im Pazifik landen. Das Unternehmen Orbital Sciences will im April ebenfalls einen Raumfrachter auf einen ersten Testflug schicken. Sein erster regulärer Einsatz zur Versorgung der ISS ist für den Sommer geplant.

SpaceX wiederum will die "Dragon"-Kapsel in den kommenden Jahren auch für bemannte Missionen weiterentwickeln. Das wäre auch die Voraussetzung für einen Einsatz der Technik bei einem möglichen Rundflug um den Mars, für den eine Stiftung in dieser Woche Pläne vorgestellt hatte.

chs

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