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Astronomie: Der Klebstoff der Milchstraße

Zentrum der Milchstraße: Auf der Suche nach Dunkler Materie Zur Großansicht
DPA/ EPA/ Stephane Guisard

Zentrum der Milchstraße: Auf der Suche nach Dunkler Materie

Dunkle Materie ist der Klebstoffe aller Galaxien. In der Milchstraße war sie bislang noch nicht eindeutig nachgewiesen worden - bis jetzt.

Ohne die unsichtbare Dunkle Materie in unserem Weltall wären ferne Galaxien längst auseinandergeflogen. Ähnliches gilt auch für unsere Milchstraße, berichten Forscher im Fachmagazin "Nature Physics". Fabio Iocco von der Universität Madrid und Kollegen haben das "dunkle Herz" unserer Heimatgalaxie nun genauer erkundet.

Sie werteten die Rotationsgeschwindigkeit von 2780 Sternen, Gaswolken und sonstigen Himmelskörpern in der Milchstraße mit den neuesten Geschwindigkeitsmessungen aus. Im Anschluss verglichen sie die Daten mit der Verteilung der gewöhnlichen Materie in unserer Heimatgalaxie.

Die Analyse zeigt, dass es innerhalb der Sonnenbahn, dem Zentrum unserer Galaxie, eine erhebliche Menge Dunkler Materie in der Milchstraße geben muss. Die genaue Menge geben die Forscher nicht an. Sie hoffen jedoch, dass sich mit ihrer Analyse die Struktur der inneren Milchstraße besser bestimmen lässt.

Schwerkraft hält Galaxien zusammen

Schon lange wissen Astronomen, dass die normale Materie, aus der Sterne, Planeten und auch Menschen bestehen, generell nur einen kleinen Teil des Inhalts des Weltalls stellt. Mehr als fünfmal häufiger ist die unsichtbare Dunkle Materie, deren Natur völlig unbekannt ist und die sich nur durch ihre Schwerkraft bemerkbar macht.

Das zeigt sich unter anderem an der Rotationsgeschwindigkeit ferner Galaxien: Sie drehen sich so schnell, dass sie trotz der Schwerkraft all ihrer Sterne, Gas- und Staubwolken auseinanderfliegen würden. Es muss daher eine unsichtbare Dunkle Materie diese Galaxien mit ihrer zusätzlichen Schwerkraft zusammenhalten.

Das sollte im Prinzip auch für unsere Heimatgalaxie gelten, die Milchstraße. Allerdings sind die Verhältnisse hier nur schwer zu messen, weil wir nicht von außen auf die Milchstraße schauen können. Frühere Untersuchungen unterschiedlicher Art haben teils widersprüchliche Ergebnisse geliefert. Nun scheint es allmählich Klarheit zu geben.

jme/dpa

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