Erdbeobachtung Esa-Satellit "Goce" gestartet

Im vierten Anlauf ist der Start geglückt: Eine russische Rakete hat den Esa-Satelliten "Goce" in einen Orbit in 260 Kilometern Höhe geschossen. Er soll das Schwerefeld der Erde mit bislang unerreichter Genauigkeit vermessen.


Paris/Plessezk - Es war ein Bilderbuchstart: Planmäßig um 15.21 Uhr MEZ begann "Goce" seinen Flug in den wolkenlosen Himmel. 90 Minuten später, nachdem die letzte Stufe der "Rockot"-Trägerrakete gezündet worden war, erreichte der Satellit die geplante Umlaufbahn in 260 Kilometern Höhe.

Mit dem erfolgreichen Start ging eine schmerzhafte Pannenserie zu Ende. Am gestrigen Montag war der Countdown wegen eines technischen Problems auf dem russischen Raketenstartplatz sieben Sekunden vor seinem Ende gestoppt worden. Schon im vergangenen September und Oktober musste der Start des neuartigen Raumfahrzeugs, das über einen Ionenantrieb verfügt, zweimal in letzter Minute abgebrochen werden.

"Goce" (kurz für Gravity Field and Ocean Circulation Explorer) soll in einer extrem niedrigen Umlaufbahn von 260 Kilometern 16 Mal pro Tag um die Erde kreisen und eine Karte des Erdschwerefeldes erstellen. Die Ionentriebwerke sind notwendig, weil in der geringen Flughöhe noch eine bremsende Restatmosphäre existiert. Ständig besteht die Gefahr, dass "Goce" der Erde zu nahe kommt und in der Atmosphäre verglüht.

Die Europäische Weltraumbehörde Esa sieht in dem 350 Millionen Euro teuren Projekt einen Meilenstein, mit dem wertvolle Erkenntnisse unter anderem für die Klima- und Vulkanforschung gewonnen werden sollen. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) feierte den gelungenen Start als "ein neues Kapitel in der wissenschaftlichen Erdbeobachtung".

hda/AP



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