Nur wenige Tage nach dem spektakulären Fehlstart einer "Zenit"-Trägerrakete hat Russland sechs Satelliten für das US-Kommunikationssystem Globalstar ins All geschossen. Die "Sojus"- Trägerrakete sei vom Weltraumbahnhof Baikonur in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Kasachstan aus gestartet, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf die Raumfahrtbehörde Roskosmos. Das System des privaten Unternehmens Globalstar gewährleistet seit 1999 weltweite Telefonverbindungen und andere Kommunikationsdienste.
Am vergangenen Freitag war der Kommunikationssatellit Intelsat-27 kurz nach dem Start von einer schwimmenden Plattform wegen einer Fehlzündung der erste Stufe in den Ozean gestürzt. Ein Video zeigt, wie die Rakete nach wenigen Sekunden wie ein Streichholz erlosch.
Moskauer Raumfahrtexperten sprachen nach einer Pannenserie in den vergangenen Jahren von einer neuen Niederlage, die die Industrie um Jahre zurückwerfe. Der für die Raumfahrtindustrie zuständige russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin twitterte, dass die Havarie diesmal schon nach 20 Sekunden eingetreten sei. Experten vermuten, dass die russischen Antriebssysteme versagt haben könnten. Russland musste zuletzt immer wieder Raketenabstürze hinnehmen.
"Solche Unglücke passierten zu Beginn der kosmischen Ära, als die Raketen erstmals starteten", sagte der Leiter des Instituts für Raumfahrtpolitik, Iwan Moissejew, laut Medienberichten. "In unserer heutigen Zeit ist solch eine Havarie ein schwerer Schlag für die gesamte Raumfahrt."
Vor einem Jahr war die Marssonde "Phobos-Grunt" in den Pazifik gestürzt. Damit hatte eine bedeutende Mission der Russen ihr enttäuschendes vorzeitiges Ende gefunden. Im vergangenen Sommer setzten zwei russische Nachrichtensatelliten die Pechsträhne fort. Sie waren außer Kontrolle geraten, bevor sie ihre Umlaufbahn erreichen konnten.
nik/dpa/AFP
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