Mars-Missionen Sonden aus Indien und USA senden erste Bilder

Gleich zwei Sonden haben in dieser Woche den Mars erreicht. Die Technik funktioniert offenbar tadellos: "Mangalyaan" aus Indien und "Maven" aus den USA haben die ersten Aufnahmen zur Erde gefunkt.

Aufnahme der indischen Mars-Sonde: "Der Blick ist wunderschön"
REUTERS

Aufnahme der indischen Mars-Sonde: "Der Blick ist wunderschön"


"Mangalyaans" Eintritt in die Mars-Umlaufbahn hat am Mittwoch ganz Indien in einen Freudentaumel versetzt. Nun hat die Raumsonde einen ersten Schnappschuss vom Roten Planeten an die Erde geschickt. Auf der leicht unscharfen Aufnahme sind Krater verschiedener Größe sehr gut zu erkennen.

"Der Blick ist wunderschön dort oben", schrieb die indische Weltraumbehörde am Donnerstag auf Facebook zu einem Foto von der Mars-Oberfläche. Es sei aus einer Höhe von etwa 7300 Kilometern aufgenommen worden. "Die Sonde funktioniert einwandfrei", sagte ein Sprecher der Weltraumbehörde.

"Mangalyaan" (Hindi für "Mars-Gefährt") hatte nach monatelanger Reise am Mittwoch die Mars-Umlaufbahn erreicht. Es ist die erste Sonde aus Asien, die so weit gekommen ist, was in Indien ausgiebig gefeiert wurde. "Das Wettrennen zum Mars ist gewonnen", titelte die Tageszeitung "Hindustan Times". Die "Times of India" jubelte: "Indien ist in den superexklusiven Mars-Klub eingetreten." Bislang haben nur Flugkörper aus den USA, Russland und Europa den Roten Planeten erreicht.

Hauptziel des Marsprojekts ist der Imagegewinn. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind kaum zu erwarten. Im Vergleich zu allen anderen Missionen ist die indische mit geplanten Gesamtkosten von umgerechnet knapp 55 Millionen Euro sehr günstig. Sogar der Hollywood-Weltraumfilm "Gravity" war mit umgerechnet 78 Millionen Euro deutlich teurer.

Das indische Projekt ist auch billiger als die "Maven"-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die mehr als 500 Millionen Euro kostet. Das unbemannte Raumschiff war zwei Tage vor "Mangalyaan" am Mars angekommen. Auch "Maven" hat mittlerweile erste, aber noch sehr unscharfe Bilder geliefert. Die Ultraviolettaufnahmen zeigen Bestandteile der Mars-Atmosphäre in Falschfarben, zum Beispiel das an Wasserstoffatomen gestreute Sonnenlicht.

  "Maven"-Ultraviolettbilder: Die Aufnahmen zeigen Sonnenlicht, das    von Wasserstoffatomen (blau), Sauerstoffatomen (rot) und der Planetenoberfläche (rot) reflektiert wurde. Ganz rechts sind alle drei Wellenlängenbereiche kombiniert.
NASA/ Laboratory for Atmospheric

"Maven"-Ultraviolettbilder: Die Aufnahmen zeigen Sonnenlicht, das

von Wasserstoffatomen (blau), Sauerstoffatomen (rot) und der Planetenoberfläche (rot) reflektiert wurde. Ganz rechts sind alle drei Wellenlängenbereiche kombiniert.

"Maven" soll erkunden, wie sich das ursprünglich warme und feuchte Klima des Roten Planeten im Laufe von mehreren Milliarden Jahren zu einem trockenen, kalten Klima wandeln konnte. Die Forscher erhoffen sich davon auch Aufschluss über die Frage, ob es einst Leben auf dem Mars gab. Der Rote Planet wird derzeit nicht nur von Satelliten unter die Lupe genommen. Auf der Mars-Oberfläche rollen auch die beiden Forschungsroboter "Curiosity" und dessen Vorgänger "Opportunity".

hda/AFP



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Seite 1
diavid 26.09.2014
1.
Meinem Halbwissen nach gibt es auf dem Mars 2 alte Rover und den neuen Curiosity. Also insgesamt 3.
SilverTi 26.09.2014
2. Nehmt's mir nicht übel...
.... aber ich hätte besser aufgelöste Bilder erwartet.
jayram 26.09.2014
3. Hat Indien
keine anderen Sorgen als eine Marssonde? Die Millionen wären im eigenen Land besser angelegt. Das ist eine show die garantiert keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Tage fördert, sondern als nationale Stolz Veranstaltung der Welt und besonders den Nachbarn präsentiert wird.
Traudhild 26.09.2014
4.
Also endlich aufhören, Entwicklungshilfe an Indien zu senden- wer in der Lage ist, Sonden ins All zu schicken, dürfte ja kein Problem haben, den Hunger der Bevölkerung zu stillen
wdiwdi 26.09.2014
5. Kommt schon noch
Zitat von SilverTi.... aber ich hätte besser aufgelöste Bilder erwartet.
Die Instrumente der Sonden werden Modul für Modul aktiviert und jeder Schritt einzeln verifiziert. Die Fokussierfunktion der Kameras dürfte noch arretiert sein (zur Sicherung während des Starts). Das war erst ein Test der Sensorelektronik. Falls das ein Problem analog zum Hubble-Desaster sein sollte, werde ich natürlich meine Worte fressen. ;-)
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