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Erste Mondlandung: Nixon hatte Todesnachricht vorbereitet

Die Todesnachricht war bereits vorformuliert. Beinahe hätte US-Präsident Nixon sie auch verkünden müssen: Weil den ersten Menschen auf dem Mond ein Schalter abgebrochen war, konnten sie fast nicht zur Erde zurückkommen. Ein Schreib-Werkzeug war die Rettung.

London - Edwin "Buzz" Aldrin, der zweite Mann nach Neil Armstrong, berichtet in einem Dokumentarfilm des britischen Fernsehens: Der damalige amerikanische Präsident Richard Nixon hatte bereits eine Rede für den Unglücksfall auf dem Mond vorbereitet - inklusive einem Nachruf auf die heldenhaft gestorbenen Astronauten.

Übeltäter: Schalter abgebrochen - und deswegen beinahe nicht mehr zur Erde zurückgekehrt
DPA

Übeltäter: Schalter abgebrochen - und deswegen beinahe nicht mehr zur Erde zurückgekehrt

Die Mondmission sei technisch nicht ausgereift gewesen, sagte Aldrin zu Journalisten des britischen TV-Sender "Channel Five". Der Wettlauf mit der Sowjetunion, welcher Staat als erstes Menschen auf dem Mond spazieren lassen könne, habe die USA bewogen, die Apollo trotz Mängeln loszuschicken.

Die vorformulierte Todesnachricht war nur ein Teil der Vorbereitungen für den Ernstfall. Laut Aldrin hat die US-Regierung die Raumfahrtbehörde Nasa angewiesen, bei einer absehbaren Katastrophe den Kontakt zu den Raumfahrern zu unterbrechen - damit niemand Zeuge des tragischen Endes im Weltall werden solle.

In der Dokumentation "Apollo 11: The Untold Story" (Apollo 11: Die verschwiegene Geschichte), die am heutigen Montagebend von Channel Five ausgestrahlt wird, erzählt Aldrin weitere Anekdoten.

Stift als Schalter für den Rückflug

So habe nur der erfindungsreiche Einsatz eines Stifts ihn sowie seinen Kollegen Neil Armstrong sicher auf die Erde zurück zur Apollo-Kapsel gebracht, in welcher Michael Collins als dritter Mann in der Mondumlaufbahn wartete.

Aldrin berichtet, dass er und Armstrong auf dem Mond versehentlich einen Stromkreis-Trennschalter abgebrochen hatten - was sie aber erst kurz vor dem geplanten Abflug vom Mond bemerkt hätten. "Ich habe den Mondstaub auf dem Boden angeschaut und etwas gefunden, das dort wirklich nicht hingehörte: einen abgebrochenen Schalter", sagte Aldrin.

Zunächst habe das Mondmodul wegen des technischen Missgeschicks nicht abheben können. Laut Aldrin konnte ein Schreibwerkzeug die brenzlig werdende Situation retten: "Während des Countdowns habe ich dann einen der Stifte genommen, und wir haben ihn benutzt, um den Trennschalter hineinzudrücken." Letztendlich kamen die Astronauten am 24. Juli 1969 sicher auf der Erde an.

fba/AFP

Korrektur: In der ursprünglichen Fassung dieser Meldung war irrtümlich der 24. Juni 1969 als Datum der Landung von "Apollo 11" auf der Erde genannt. Tatsächlich kehrte die Raumkapsel am 24. Juli 1969 zurück. Auch die aus einer Agenturmeldung übernommene Darstellung, dass der US-Astronaut Buzz Aldrin erstmalig über die Verwendung eines Schreibstifts zur Betätigung eines kaputten Schalters berichtet hat, ist nicht richtig. Dieses Detail war bereits vorher bekannt. Wir bitten unsere Leser, diese Fehler zu entschuldigen.

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