Esa: Europäische Roboter sollen 2018 auf Mond landen

Bis spätestens 2018 wollen die Europäer ein unbemanntes Raumschiff zum Mond fliegen lassen. Deshalb lässt die Europäische Weltraumbehörde jetzt die dafür notwendigen Technologien prüfen. Die größte Herausforderung könnten die Landeplätze sein.

Krater auf der Mondoberfläche: Unwägbarkeiten bei der Landung Zur Großansicht
dpa

Krater auf der Mondoberfläche: Unwägbarkeiten bei der Landung

Berlin - "Die Diskussion um den Mond ist noch nicht gelaufen", sagte Jean-Jacques Dordain. "Ich glaube immer noch, dass wir dort als erstes hin sollten." Diese Ansage des Chefs der europäischen Weltraumorganisation Esasoll nun offenbar in die Tat umgesetzt werden: Spätestens 2018 soll ein unbemanntes Raumschiff auf dem Mond landen. Wie die Mission aussehen soll und welche Technologien für eine automatische Landung nötig sind, soll die EADS-Raumfahrttochter Astrium in einer Studie für die Esa feststellen.

Das sichere und weiche Aufsetzen auf dem Erdtrabanten gilt dabei als besonders schwierig - nicht nur wegen der geringen Schwerkraft und der schlechten Lichtverhältnisse. "Die größte Herausforderung ist, dass wir die Beschaffenheit der potentiellen Landeplätze nur ungenügend kennen", sagte Michael Menking, Leiter des Bremer Astrium-Werks, am Donnerstag.

Die Mondfähre muss Hindernisse, steile Hänge und Krater beim Anflug erkennen, ihnen ausweichen und selbstständig einen geeigneten Landeplatz suchen können. "Hierzu sind vollständig neuartige Navigationstechniken nötig", sagte Menking. Denkbar ist, dass Komponenten wie Triebwerke und Sensoren aus dem europäischen Raumtransporter ATV zum Einsatz kommen, den Astrium in Bremen baut.

Das zehn Meter lange Versorgungsschiff kann automatisch an der Internationalen Raumstation (ISS) andocken, was aber deutlich leichter ist als eine Mondlandung. Denn im Fall der ISS sind das Ziel und seine Position präzise bekannt, für den Mond aber müssen die Astrium-Ingenieure ein neues Design entwickeln. Die Ergebnisse der am Donnerstag in Berlin angekündigten Studie sollen Ende 2011 vorliegen. Sie soll auch ein detailliertes Konzept für die Mission und deren Kosten enthalten.

Zwischen 2016 und 2018 soll das unbemannte Raumschiff nach den Vorstellungen der Esa am Südpol des Mondes aufsetzen. Ein Rover soll den Erdtrabanten dann mehrere Monate lang erforschen. Dadurch erhofft sich die Esa Erkenntnisse, wie unser Planetensystem und die Erde entstanden sind. 6,5 Millionen Euro erhält Astrium von der Esa für die Studie. Diese soll als Basis für die nächste Esa-Ministerratssitzung dienen, bei der die Mitgliedsländer über die Finanzierung der Mondmission entscheiden sollen.

cib/dpa

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1. Griechischer Wein ...
rkinfo 16.09.2010
Zitat von sysopBis spätestens 2018 wollen die Europäer ein unbemanntes Raumschiff zum Mond fliegen lassen. Deshalb lässt die Europäische Weltraumbehörde jetzt die dafür notwendigen Technologien prüfen. *Die größte Herausforderung könnten die Landeplätze sein.*
a) Das sind ca. 1 s Signallaufzeit ab Mond und rund 2,5 s ingesamt. Das sollte doch machbar sein ? b) Die ESA sollte überlegen den/ die Rover eher über UNIs / Industrie mitentwickeln zu lassen. Das läßt die Kosten schrumpfen aber weckt Interesse an vielen Stellen. Boeing will sogar fast alleine ab 2015 US-Astronauten in den Orbit bringen. Die ESA / EU sollte sich also möglichst weitgehend raus halten sobald auch die Industrie dazu fähig wäre. Bleibt nur noch die Frage ob nicht andere Projekte und Geld kosten ... 'griechischer Wein, ... '
2. Fähig?
DonCarlos 16.09.2010
Zitat von rkinfoBoeing will sogar fast alleine ab 2015 US-Astronauten in den Orbit bringen. Die ESA / EU sollte sich also möglichst weitgehend raus halten sobald auch die Industrie dazu fähig wäre.
Die gleiche Boeing Company, die erst ihren Sonic Cruiser beerdigt hat, um dann am 7/8/07 eine Flugzeughülle aus der Halle zu schleppen, die erst mehr als zwei Jahre später flog? Wo die Auslieferung 3 Jahre hinter dem Zeitplan liegt? Boeing hat auch der Italienischen Luftwaffe für 2005 einen Tanker versprochen. Auf den warten die Italiener heute noch.
3. warum ein unbemanntes Raumschiff zum Mond schießen?
alaxa 16.09.2010
Zitat von sysopBis spätestens 2018 wollen die Europäer ein unbemanntes Raumschiff zum Mond fliegen lassen. Deshalb lässt die Europäische Weltraumbehörde jetzt die dafür notwendigen Technologien prüfen. Die größte Herausforderung könnten die Landeplätze sein. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,717868,00.html
Weil es keiner Mannschaft bedarf, um unsere Euros auf den Mond zu schießen! Da stellt sich auch die Frage, wieso man ein bestimmtes Zielgebiet auf dem Mond sucht. Dort dürfte doch ausreichend Platz sein für das Geld der so hoch verschuldeten EU-Zwangsbürger.
4. Unbemannte Raumfahrt
yoghurt_lx 17.09.2010
Die unbemannte Raumfahrt bietet viele Vorteile, nicht nur das keine Leben riskiert werden, es wird auch Platz gespart usw.... Im Prinzip ist diese Landung ein Test der Machbarkeit, denn Ressourcen auf der Erde werden nicht ewig reichen und ein unbemanntes Raumschiff das selbstständig landen kann, eventuell Mineralien abbauen und nach Hause schicken kann wäre ein durchschlagender Erfolg. Die Entwicklung und die Industrie zielen genau auf diese Möglichkeiten und wer weiß was der Mond zu bieten hat. Um das all geht es in dieser Mission und daher ist es nicht korrekt zu behaupten es wird Geld verschwendet. Es wird in eine fernere Zukunft investiert und wie jeder weiß, wer zuerst kommt malt zuerst.
5. ferne Zukunft
alaxa 17.09.2010
Zitat von yoghurt_lxDie unbemannte Raumfahrt bietet viele Vorteile, nicht nur das keine Leben riskiert werden, es wird auch Platz gespart usw.... Im .....
Was nützen Investitionen in die sehr ferne Zukunft, wenn wir in Europa heute schon pleite sind bzw. eigentlich Insolvenz anmelden müssten? Wieviel Geld hat Deutschland in den Transrapid investiert - in eine relativ nahe Zukunft. Nun fährt er in China. Den Vorsprung der USA, Russlands oder Chinas in der Weltraumfahrt kann Europa überhaupt nicht aufholen! Zudem ist es töricht, wenn in mehreren Staaten dasselbe erforscht wird. Landesplätze auf dem Mond... Dass ich nicht lache! Soll man doch die Landeplätze der Amerikaner nehmen. Dann könnte man sich schonmal die Mitnahme eines Autos sparen.
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