Esa-Mission Satellit "Metop-C" soll Wettervorhersage verbessern

Die Europäische Weltraumorganisation Esa schickt einen neuen Satelliten ins All. "Metop-C" wird die Erde 14-mal pro Tag umrunden und jeden Punkt des Planeten zweimal pro Tag abdecken.

Techniker kontrolliert Satelliten "Metop-C"
DPA

Techniker kontrolliert Satelliten "Metop-C"


Er kann zwar nicht das Wetter besser machen, aber zumindest die Vorhersagen. Der europäische Wettersatellit "Metop-C" soll am Mittwoch ins All starten. Von seiner Umlaufbahn in 817 Kilometer Höhe wird er zusammen mit "Metop-A" und "Metop-B" nach Esa-Angaben noch präzisere Prognosen möglich machen.

Dieter Klaes von der Europäischen Wettersatellitenorganisation Eumetsat rechnet damit, dass die Raumflugkörper gut drei Jahre zu dritt im All sein werden.

"Metop-A" - bei seinem Start 2006 Europas erster betriebsfähiger polarumkreisender Wettersatellit - ist schon jetzt mehr als doppelt so lange im All wie ursprünglich geplant. "2021/22 wird er voraussichtlich aus dem Betrieb genommen", sagt Klaes. "Metop-B" weist keine Ermüdungserscheinungen auf. Wir hoffen, dass er genauso lange hält." Die Nummer zwei wurde vor ziemlich genau sechs Jahren ins All geschossen.

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Mehr als 90 Prozent der Messdaten für die Wettervorhersagen stammten inzwischen von Satelliten, sagt Klaes. "Metop-A" und "-B" reduzierten den Fehler bei der Vorhersage aller Beobachtungen jetzt bereits um etwa 27 Prozent. Wie viel kleiner der Fehler dank "Metop-C" werde, müsse sich noch zeigen.

"Metop-C" soll um 1.47 Uhr (MEZ) vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou mit einer "Sojus"-Rakete abheben. Der Fehlstart der russischen Sojus-Rakete am 11. Oktober in Baikonur (Kasachstan) habe darauf keine Auswirkungen, sagt Klaes. Den Start steuert das Europäische Raumflugkontrollzentrum Esoc in Darmstadt - voraussichtlich nach drei Tagen übergibt es dann die Kontrolle an die benachbarte Eumetsat-Zentrale.

Die drei jeweils gut vier Tonnen schweren "Metop"-Flugkörper sind baugleich. "Sie sind aber immer noch auf der Höhe der Zeit, wir können gut mithalten mit allem, was neu kommt", betont Klaes. Das Trio fliegt in einheitlichen Abständen von 120 Grad in seiner Umlaufbahn. Die Gesamtumlaufdauer jedes der drei Satelliten beträgt etwas mehr als 101 Minuten. "Jeder wird die Erde 14-mal pro Tag umrunden und jeden Punkt des Planeten zweimal pro Tag abdecken", sagt Klaes. "Somit werden wir über einen Zeitraum von drei Jahren sechsmal täglich ein komplettes globales Bild von jedem der Instrumente an Bord erhalten." Die Datenreihen seien auch eine gute Grundlage für die Klimaforschung.

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Die neun Instrumente an Bord von "Metop-C" messen Temperatur und Feuchtigkeit, die Zusammensetzung der Atmosphäre und die Meeresoberflächentemperatur. Auch Windstärke, -richtung und -geschwindigkeit an der Meeresoberfläche erfassen die Geräte, ebenso Eigenschaften von Wolken, den Wassergehalt des Bodens und Partikelanreicherungen im Weltraum, wie die Fachleute erklären. Neu sei etwa ein sogenannter Ice-Cloud-Imager, der besser feststellen könne, ob Wasser oder Eisbröckchen in den Wolken seien, sagt Asmus. Auch Cirruswolken (Eiswolken) könne das Gerät besser untersuchen. Die Auflösung der Bilder sei zudem höher.

Die Daten werden vor allem für die numerische Wettervorhersage genutzt - also für komplexe, mit Computern erstellte Modelle. Dabei geht es um Wettervorhersagen von zwölf Stunden bis zu zehn Tagen. Die Messwerte dienten aber auch dazu, extreme Wetterlagen kurzfristig vorhersagen zu können. Luftqualität, den Ozongehalt und andere Klimadaten nimmt "Metop-C" ebenfalls auf.

joe/dpa

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