Navigationssystem der EU Vier neue Galileo-Satelliten sind im All

Europa will unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Deshalb hat die EU inzwischen 26 Satelliten für ein eigenes Navigationssystem ins All gebracht, 14 davon sind bislang funktionsfähig.

"Ariane 5"-Rakete beim Start
DPA

"Ariane 5"-Rakete beim Start


Eine "Ariane 5"-Rakete hat vier weitere Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo ins All gebracht. Nach Angaben des Raketenbetreibers Arianespace erreichten die Satelliten am Mittwochabend wie geplant ihre Umlaufbahn um die Erde.

Damit sind nun 26 Galileo-Satelliten im Weltraum. Die Trägerrakete mit den Flugkörpern an Bord war um 13.25 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in Südamerika gestartet.

Mit dem milliardenschweren Prestigeprogramm will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Erste Dienste sind seit gut eineinhalb Jahren verfügbar. Das System soll unter anderem für die Navigation auf der Straße oder auf dem Wasser, für die Seenotrettung und für die Landwirtschaft genutzt werden.

Schaulustige beim Raketenstart
AFP

Schaulustige beim Raketenstart

Nach Angaben des Galileo-Betreibers rüsten Handyhersteller inzwischen Modelle neben GPS- auch mit Galileo-Empfängern aus. Dadurch verbessert sich für die Nutzer die Genauigkeit etwa von Karten-Apps, weil sie Signale beider Dienste empfangen können.

14 von 26 Satelliten sind funktionsfähig

Von den nun 26 Satelliten im All sind nach Betreiber-Angaben derzeit 14 funktionsfähig. Vier weitere sollen demnächst in Betrieb genommen werden, wenn sie eine Testphase hinter sich gebracht haben. Die vier neu im All ausgesetzten Satelliten können voraussichtlich ab Februar 2019 nutzbare Daten liefern. Dann wären 22 Galileo-Satelliten funktionsfähig. Für eine weltweite Abdeckung braucht es mindestens 24.

2014 hatte das Projekt Negativschlagzeilen gemacht, als zwei Satelliten in eine falsche Umlaufbahn gebracht worden waren. Der Fehler wurde inzwischen korrigiert. Anfang 2017 gab es zudem Meldungen, weil insgesamt neun Atomuhren an Bord mehrerer Galileo-Satelliten ausgefallen waren.

Ein weiterer Start von Galileo-Satelliten ist für 2020 geplant. Insgesamt sollen am Ende 30 Satelliten die Erde umkreisen - damit Galileo auch bei Störungen oder Ausfällen funktioniert.

jme/dpa

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