Astronomie: Sternengeburt in der Dunkelwolke

Nahaufnahme einer Sternenfabrik: In der Dunkelwolke Lupus 3 entstehen neue Sterne, doch ihr Licht wird verschluckt. Eine Aufnahme der Eso zeigt die rätselhafte Region - und ihre leuchtende Nachbarschaft.

Astronomie: Aus Dunkelwolke wird Sternenlicht
Fotos
ESO/ F. Comeron

Einen genauen Blick auf eine der nächstgelegenen Sternenkinderstuben der Milchstraße haben Astronomen der Europäischen Südsternwarte Eso geworfen. Auf der Aufnahme ist die Dunkelwolke Lupus 3 zu sehen, in der zahlreiche neue Sterne entstehen. Sie liegt etwa 600 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Skorpion.

Entstanden ist das Bild mit Hilfe des 2,2-Meter-Teleskops am La-Silla-Observatorium in den chilenischen Anden. Nach Angaben der Eso ist es die bisher beste Aufnahme des Objektes im sichtbaren Licht. Der hier gezeigte Ausschnitt hat einen Durchmesser von etwa fünf Lichtjahren.

Lupus 3 ist zweigeteilt. In einer dunklen Region sind entstehende Sonnen noch in einen undurchdringlichen Gas- und Staubkokon gehüllt. Hier ziehen sich dichtere Regionen weiter zusammen, heizen sich auf und leuchten - doch der Staub der Wolke verschluckt das sichtbare Licht noch.

Mit dem Feldstecher zu sehen

In einer angrenzenden Region haben junge Sterne mit ihrer intensiven Strahlung den Schleier bereits gelichtet. Die beiden hellsten Sterne auf der Aufnahme seien so hell, dass sie mit einem kleinen Teleskop oder sogar einem Feldstecher zu entdecken seien, so die Eso. Es handle sich um sogenannte Herbig-Ae/Be-Sterne: Solche sehr jungen Himmelskörper sind noch dabei, sich zusammenzuziehen und in ihrem Kern läuft noch keine stabile Kernfusion. Benannt sind sie nach dem Astronomen George Howard Herbig, der diesen Sternentypus 1960 beschrieben hatte. Die zwei Sterne auf dieser Aufnahme sind wohl weniger als eine Million Jahre alt.

Zwar gibt es viel größere Sternenfabriken als diese, in denen dann auch deutlich massereichere Sterne entstehen können. Aber sehr wahrscheinlich ist unsere Sonne vor mehr als vier Milliarden Jahren in einer Region geboren worden, die Lupus 3 sehr ähnlich war, berichtet die Eso. Die Beobachtung der Dunkelwolke bietet den Astronomen nicht nur einen Einblick in die Geburt neuer Sterne, sondern auch in die Entwicklung derartiger Sternfabriken selbst.

wbr/dpa

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