Fünf massereiche Sterne entdeckt Dicke Doppelgänger

Eine massive Explosion hat den Doppelstern Eta Carinae einst bekannt gemacht - nun haben Forscher fünf ganz ähnliche Himmelskörper aufgespürt. Die Kombination der Daten von zwei Teleskopen brachte sie auf die richtige Spur.

Galaxie M83: Hier soll einer der neu gefundenen Himmelskörper liegen
NASA/ ESA/ Hubble Heritage Team

Galaxie M83: Hier soll einer der neu gefundenen Himmelskörper liegen


Der Doppelstern Eta Carinae gehört zu den besonders hellen Himmelskörpern in unserer Milchstraße. Er wiegt zwar nur rund 120 Mal mehr als unsere Sonne, doch strahlt er mit etwa dem Fünfmillionenfachen ihrer Leuchtkraft. Bei Astronomen ist er seit langer Zeit bekannt, vor allem durch einen gewaltigen Ausbruch, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts ereignete. Damals wurde Eta Carinae binnen weniger Jahre zum zweithellsten Stern am Himmel, die furiose Eruption hatte vermutlich das Zehnfache der Sonnenmasse ins All geschleudert. (Informationen darüber, wie dieser Ausbruch vermutlich abgelaufen ist, finden Sie hier.)

In Archivdaten der Weltraumteleskope "Hubble" und "Spitzer" haben Astronomen nun fünf Himmelskörper entdeckt, die von der US-Weltraumbehörde Nasa als Zwillinge von Eta Carinae bezeichnet werden. Die Nasa-Forscher um Rubab Khan haben ihre Ergebnisse gerade auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society in Kissimmee (US-Bundesstaat Florida) vorgestellt. Auch eine Veröffentlichung im Fachjournal "Astrophysical Journal Letters" gibt es.

Die von den Wissenschaftlern in benachbarten Galaxien aufgespürten Sterne verraten sich tatsächlich nur in der Kombination beider Teleskope. Das liegt daran, dass sich in den großen Mengen des von ihnen ausgeworfenen Materials mehr und mehr Staub bildet. Dieser dunkelt den betreffenden Himmelskörper im sichtbaren und im UV-Licht ab. In bestimmten Bereichen des Infrarotspektrums ist durch absorbierte Energie dagegen ein Leuchten zu sehen. Dieses konnte "Spitzer" nachweisen. Wenn sich gleichzeitig bei "Hubble" eine Verdunkelung in den optischen Aufnahmen fand, war ein Kandidat gefunden, den die Forscher dann näher untersuchten.

Vermutliche Eta-Zwillinge: Aufnahmen von "Spitzer" und "Hubble" im Vergleich
NASA/ ESA/ R. Khan (GSFC and ORA

Vermutliche Eta-Zwillinge: Aufnahmen von "Spitzer" und "Hubble" im Vergleich

In einer ersten Analyse zwischen 2012 und 2014 hatten sie zunächst keine Eta-Zwillinge gefunden. Doch nun haben sie ihre fünf Kandidaten identifizieren können. Zwei von ihnen liegen in der Galaxie M83, die anderen in den Galaxien NGC 6946, M101 und M51. Man muss nicht unbedingt wissen, wo diese kosmischen Nachbarn unserer Milchstraße im Detail liegen, wenn man sich eines klar macht: Während Eta Carinae etwa 10.000 Lichtjahre von uns entfernt ist und innerhalb der Milchstraße angesiedelt ist, liegen die Himmelskörper, um die es nun geht, in anderen Galaxien - in 15 bis 26 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Für die Astronomen sind sie trotzdem interessant - weil sie sich von ihnen weitere Informationen zum Schicksal von Schwergewichten wie Eta Carinae erhoffen. Die hohen Massen dieser Himmelskörper - und die dadurch schnell ablaufende Kernfusion in ihrem Inneren - sorgen nämlich dafür, dass diese innerhalb von wenigen Millionen Jahren in einer gigantischen Explosion ihr Leben beschließen.

chs



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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
kopi4 07.01.2016
1.
Und wo ist der Nachrichtenwert? 100 Milliarden Sterne alleine in unserer Galaxie, zig Milliarden andere Galaxien die,jede für sich,zig Milliarden Sterne beinhalten: die Sensation wäre es wenn man beweisen könnte das es keine Zwillinge von Eta Carinae gibt.
labbimen 07.01.2016
2.
Wenn sich der Ausbruch Mitte des 19. Jahrhunderts ereignete, Eta Carinae jedoch 10.000 Lichtjahre von uns entfernt liegt: Wie können wir heute schon davon wissen?
DrStrang3love 07.01.2016
3.
Zitat von kopi4Und wo ist der Nachrichtenwert? 100 Milliarden Sterne alleine in unserer Galaxie, zig Milliarden andere Galaxien die,jede für sich,zig Milliarden Sterne beinhalten: die Sensation wäre es wenn man beweisen könnte das es keine Zwillinge von Eta Carinae gibt.
Der Nachrichtenwert liegt nicht darin, dass es solche Eta Carinae-"Zwillinge" gibt, sondern darin, dass man sie gefunden hat. Eta Carinae gehört nämlich als "Leuchtkräftiger Blauer Veränderlicher" zu der seltensten Sternenklasse überhaupt.
Layer_8 07.01.2016
4.
Können von Glück reden, dass die Rotationsachse von Eta Carinae nicht zur Erde zeigt. Sonst wäre es bald aus mit dem Leben auf Erden wie wir es kennen. Gammablitz, wenn das Ding zum schwarzen Loch wird.
schwerpunkt 07.01.2016
5.
Zitat von labbimenWenn sich der Ausbruch Mitte des 19. Jahrhunderts ereignete, Eta Carinae jedoch 10.000 Lichtjahre von uns entfernt liegt: Wie können wir heute schon davon wissen?
Man geht dabei immer vom Beobachtungszeitpunkt aus. Wenn Sie also die Information "... durch einen gewaltigen Ausbruch, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts ereignete. " lesen, ist damit natürlich der Beobachtungszeitpunkt gemeint. Und diese Betrachtungs- und Beschreibungsweise ist sogar in mehrfacher Hinsicht korrekt, da einer Ereignis, dessen Information uns mit Lichtgeschwinigkeit noch nicht erreicht hat, in unserem Universum somit noch nicht eingetreten ist.
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