Mission "ExoMars" "Proton"-Rakete von Weltraumbahnhof Baikonur gestartet

Europäer und Russen haben für die Mission "ExoMars" erfolgreich eine Trägerrakete gestartet. Sie soll eine Sonde und einen Landeroboter zum Mars bringen.

AFP

Noch nie sind die Europäische Raumfahrtorganisation (Esa) und ihr russisches Pendant Roskosmos mit einer Sonde erfolgreich auf dem Mars gelandet. Das soll sich nun ändern. Gegen 10.35 Uhr deutscher Zeit ist eine "Proton-M"-Trägerrakete erfolgreich vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet. Sie hat einen Satelliten samt Landemodul ins All gebracht, die später den Mars erkunden sollen.

Der Start war mit Spannung erwartet worden. Zwar sind russische Trägerraketen bereits Hunderte Male ohne Zwischenfälle gestartet, in der Vergangenheit hat es aber auch immer wieder Zwischenfälle gegeben. Im vergangenen Mai etwa stürzte eine Rakete über Sibirien ab, anstatt einen mexikanischen Kommunikationssatelliten ins All zu bringen. Außerdem wurden immer wieder Satelliten an völlig falschen Positionen ausgesetzt.

Ob Sonde und Lander diesmal an der richtigen Position im All ankommen und funktionsfähig sind, wird sich erst am späten Abend zeigen, wenn die Sonde hoffentlich Kontakt zur Erde aufnimmt.

Video: Mission "ExoMars"

AFP / Esa / D.Ducros
Die Esa und ihre russische Partnerbehörde Roskosmos wollen mit dem sogenannten "ExoMars"-Projekt nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen. Bereits am Morgen hatte die Esa grünes Licht für den Start gegeben. "Die Wettervorhersage für den Abschuss ist gut. Bewölkt, möglicherweise etwas Regen", teilte die Esa am Morgen im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Im Oktober auf dem Mars

Mit ihrem Forschungsprogramm "ExoMars" vertiefen die europäische Raumfahrtagentur Esa und ihr russischer Partner Roskosmos die Suche nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. "ExoMars" steht für "Exobiologie auf dem Mars". Esa und Roskosmos wollen dem Nachbarplaneten der Erde seine Geheimnisse mit einer Reihe von Spezialinstrumenten entlocken.

Dafür investiert die Esa mehr als 1,3 Milliarden Euro, Roskosmos legt Schätzungen zufolge eine weitere Milliarde drauf. Der Forschungssatellit Trace Gas Orbiter (TGO) und das Testlandemodul "Schiaparelli" werden - so der Plan - im Oktober den Mars erreichen. Der TGO soll unter anderem die Atmosphäre analysieren und bis mindestens 2022 um den Mars kreisen. Zudem sucht der TGO mit einem Neutronendetektor nach Eis unter der Oberfläche.

"Schiaparelli" soll am 19. Oktober auf dem Roten Planeten aufsetzen. Es wäre die erste erfolgreiche Landung der Esa auf dem Mars. Damit will die Raumfahrtagentur Erfahrung sammeln für die Landung eines Rovers, der voraussichtlich 2018 starten soll. Der Rover hebt sich durch einen zwei Meter langen Bohrer ab, mit dem er tiefer in den Boden eindringen kann als frühere Geräte.

jme/dpa

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Seite 1
vva 14.03.2016
1.
Gut geschafft. Drücke Daumen weiter.
leon.maximilian.boehnke 14.03.2016
2. Bohrer
Hat jetzt der aktuelle Rover den Bohrer oder der andere?
Olaf 14.03.2016
3.
Zitat von leon.maximilian.boehnkeHat jetzt der aktuelle Rover den Bohrer oder der andere?
Der Andere.
Luna-lucia 16.03.2016
4. sind Sonde und Landeroboter
jetzt tatsächlich auf dem Weg zum Mars? Man hört nix mehr dazu - hoffentlich klappt alles wie geplant!
Luna-lucia 17.03.2016
5. alles läuft planmäßig
Erste Signale von ExoMars: Mission ist auf gutem Kurs 15. März 2016, 12:25 9 Postings 12 Stunden nach dem Start meldete sich die Sonde – Geplante Ankunft beim Mars Ende Oktober Baikonur/Darmstadt – ExoMars ist auf gutem Kurs Richtung Roter Planet: Die von Europa und Russland am Montag auf den Weg gebrachte Sonde hat gestern Abend erstmals nach dem Start von sich hören lassen. Pünktlich um 10:31 Uhr MEZ hob ExoMars mit einer Proton-M-Rakete vom russischen Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab. 10 Minuten später hatte sich die Rakete von der ersten und zweiten Stufe getrennt. Die letzte Stufe mit ExoMars an Bord beendete eine Reihe von Triebwerksmanövern, ehe sie die Lander um 21:13 Uhr MEZ auf ihre Reise zum Mars schickte. Um 22:29 Uhr empfing das ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt die ersten Signale von ExoMars: Die Solarsegel sind ausgefahren, die Mission läuft nach Plan, lauteten die Nachrichten. "Wir sind auf dem Weg zum Mars", sagte der per Telefon nach Darmstadt geschaltete Chef der europäischen Raumfahrtagentur, Jan Wörner. Von hier aus werden Satelliten im Raumfahrtkontrollzentrum Esoc gesteuert. Bei dem mehrere Milliarden Euro teuren Projekt ExoMars wollen die Esa und ihre Partnerbehörde Roskosmos nach Spuren von Leben auf dem Nachbarplaneten der Erde suchen. Die nächste Stufe: ein Rover Eine russische Proton-Rakete hatte den Forschungssatelliten und ein Testlandemodul ins All gebracht. Der Satellit Trace Gas Orbiter (TGO) soll künftig unter anderem die Zusammensetzung der Mars-Atmosphäre analysieren. Die Landeeinheit "Schiaparelli" soll nach Plan am 19. Oktober auf dem Mars aufsetzen. Es wäre die erste erfolgreiche Landung der Esa auf dem Mars. Damit will die Raumfahrtagentur Erfahrung sammeln für die Landung eines Rovers, der 2018 starten soll. Dies könnte aber auch um zwei Jahre auf 2020 verschoben werden. (APA, red, 15.3.2016) - derstandard.at/2000032947383/Erste-Signale-von-ExoMars-Mission-ist-auf-gutem-Kurs http://derstandard.at/2000032947383/Erste-Signale-von-ExoMars-Mission-ist-auf-gutem-Kurs
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