Eisige Erde Exoplanet im Doppelsternsystem verblüfft Forscher

Ziemlich frostig ist es auf dem fernen Planeten, den Astronomen jetzt entdeckt haben. Doch der Himmelskörper kreist in einer ziemlich ungewöhnlichen Konstellation um seine Sonne. Der Fund ist auch für die Suche nach lebensfreundlichen Planeten interessant.

Illustration: Der neu entdeckte Planet (ganz rechts) kreist nur um einen der Sterne des Doppelsternsystems (rechts)
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Illustration: Der neu entdeckte Planet (ganz rechts) kreist nur um einen der Sterne des Doppelsternsystems (rechts)


Es sind ferne Welten, die zumindest von den Dimensionen an unsere eigenen erinnern. Als Supererden bezeichnen Astronomen ferne Planeten, die etwas massereicher sind als unsere Erde. Und genau solch einen Himmelskörper haben Wissenschaftler nun wieder einmal entdeckt - und zwar in einem Doppelsternsystem.

Das Besondere daran: Der ferne Planet umkreist auf einer erdähnlichen Umlaufbahn nur eine der beiden kleinen Sonnen des Systems, wie die Gruppe um Andrew Gould von der Ohio State University im Wissenschaftsmagazin "Science" berichtet. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise umrunden die Planeten von Doppelsternen beide Sonnen in größerem Abstand.

"Uns war nicht klar, ob sich erdähnliche Planeten auf erdähnlichen Umlaufbahnen überhaupt in diesen Systemen bilden können", so Co-Autor Scott Gaudi. Das scheint nun nachgewiesen. Das Heimatsystem des fernen Exoplaneten liegt 3000 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Es besteht aus zwei sehr kleinen Sternen mit nur jeweils 10 bis 15 Prozent der Masse unserer Sonne. Sie umkreisen sich in einem Abstand, der etwa der Distanz des Saturn von der Sonne entspricht.

Neue Suchstrategie vorgeschlagen

Der jetzt entdeckte Planet hat rund die doppelte Masse der Erde und läuft innerhalb dieses Systems um einen der beiden Sterne, in einem etwa 20 Prozent kleineren Abstand als die Erde um die Sonne. Da sein kleiner Heimatstern 400-mal schwächer strahlt als die Sonne, ist es auf dem Planeten mit frostigen minus 213 Grad Celsius viel zu kalt für Leben.

Dennoch erhöhe die Entdeckung die Aussichten, bewohnbare erdähnliche Planeten zu finden. "Dies erweitert die möglichen Orte für die künftige Entdeckung bewohnbarer Planeten in großem Maße", erläutert Gaudi. "Die Hälfte der Sterne in unserer Galaxie befinden sich in Doppelsternsystemen."

Bislang hatten Planetenjäger die einzelnen Mitglieder von Doppelsternen nicht auf eigene Planeten untersucht. Die Entdeckung deute nun jedoch darauf hin, dass solche Konstellationen relativ häufig sein könnten, schreiben die Forscher. Es könne sich daher lohnen, die Suchstrategie entsprechend anzupassen.

chs/dpa



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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
rulamann 04.07.2014
1.
Zitat von sysopCBNUZiemlich frostig ist es auf dem fernen Planeten, den Astronomen jetzt entdeckt haben. Doch der Himmelskörper kreist in einer ziemlich ungewöhnlichen Konstellation um seine Sonne. Der Fund ist auch für die Suche nach lebensfreundlichen Planeten interessant. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/exoplanet-eisige-erde-kreist-innerhalb-eines-doppelsternsystems-a-979098.html
Ja bei 15 AE ist da nicht mehr viel mit Gezeitenkraft, ist da was neues?
DrStrang3love 04.07.2014
2.
Zitat von rulamannJa bei 15 AE ist da nicht mehr viel mit Gezeitenkraft, ist da was neues?
Im Gegenteil: bei 15 AE ist sogar noch ziemlich viel mit Gezeitenkraft.
strixaluco 04.07.2014
3. faszinierend...
- ganz egal, ob es zu etwas nütze ist (@ peter_gurt). Und, übrigens, auch nähere Sterne haben Planeten, zum Beispiel Kapteyns Stern und Epsilon Eridani. Da könnte man mit viel geduld durchaus ein Signal hinschicken und auch zurückbekommen, wenn da jemand ist. Und es ist nicht gesagt, dass es nicht sogar noch näher bei uns Planeten gibt. Es werden gerade ständig welche entdeckt. Sie können mitmachen (planethunters.com). Wofür auch immer das sonst gut ist... aber vor 2000 Jahren wusste man mit Elektrizität auch noch nichts anzufangen. Spukende Funken, schön, aber...
wosenjohn 04.07.2014
4.
Zitat von strixaluco- ganz egal, ob es zu etwas nütze ist (@ peter_gurt). Und, übrigens, auch nähere Sterne haben Planeten, zum Beispiel Kapteyns Stern und Epsilon Eridani. Da könnte man mit viel geduld durchaus ein Signal hinschicken und auch zurückbekommen, wenn da jemand ist. Und es ist nicht gesagt, dass es nicht sogar noch näher bei uns Planeten gibt. Es werden gerade ständig welche entdeckt. Sie können mitmachen (planethunters.com). Wofür auch immer das sonst gut ist... aber vor 2000 Jahren wusste man mit Elektrizität auch noch nichts anzufangen. Spukende Funken, schön, aber...
Es gibt sogar Hinweise (noch nicht gänzlich bewiesen) auf einen Planeten der Alpha Centauri B umkreist. Alpha Centauri ist das und am nächsten gelegene Sonnenystem (dreifachsystem aus Alpha Centauri A, B und Proxima Centauri) http://de.wikipedia.org/wiki/Alpha_Centauri_Bb
Cugel 04.07.2014
5. Grübel
Ihr Kommentar macht mich ratlos. Glauben Sie ernsthaft, der SPON-Autor wollte durch seine Wortwahl den Astronomen Steuergelder zuschustern? Glauben Sie ernsthaft, die Budgets der Astronomen hängen davon ab, ob ein Online-Autor listigerweise "fern" schreibt statt "unerreichbar"? Glauben Sie ernsthaft, die SPON-Leser machen sich jetzt Hoffnungen, auf einen anderen Planeten auswandern zu können, nur weil dieser "fern" statt "unerreichbar" ist? Ihre reflexhafte Ablehnung und Missgunst gegenüber einem der faszinierendsten Wissensgebiete, die man sich vorstellen kann, macht mich schaudern.
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