Explodierter Stern Schockwelle der Zerstörung

Dem Hubble-Weltraumteleskop ist ein spektakulärer Schnappschuss gelungen. Ein Stern von der 50-fachen Masse unserer Sonne ist in einer gewaltigen Explosion untergegangen und hat seine Reste in bizarren Formen im All verteilt.


Supernova N 63A: Falschfarben zeigen Schwefel (rot), Sauerstoff (blau) und Wasserstoff (grün)
NASA

Supernova N 63A: Falschfarben zeigen Schwefel (rot), Sauerstoff (blau) und Wasserstoff (grün)

Er war ein Titan unter den Sternen, ein Riese in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie unserer Milchstraße, in der ständig neue Sterne entstehen. Mit seiner extrem hohen Masse, die 50-mal so groß ist wie die unserer Sonne, hat er kurz vor seinem Tod enorme Teilchenwinde entfacht und um sich herum eine "Blase" leeren Raums geschaffen. Nur wenige dichte Materiewolken konnten dem stellaren Sturm trotzen und ihre Position behaupten.

Vor nicht allzu langer Zeit - die Experten des europäischen "Hubble"-Zentrums in Garching sprechen bei N 63A von einer jungen Supernova - explodierte der Stern und schleuderte seine Überreste gemeinsam mit einer gewaltigen Schockwelle ins All. Sie durchläuft noch heute die fast leere Raumblase und zerfetzt die letzten noch vorhandenen Materiewolken.

Damit bringen die Forscher eine Theorie ins Wanken, der zufolge die Schockwelle einer Supernova die umgebenden Gaswolken beim Auftreffen verdichtet und so die Geburt neuer Sterne einleitet. Die Beobachtungen der nur 160.000 Lichtjahre entfernten Supernova N 63A legen dagegen nahe, dass die Welle die Wolken vielmehr zerreißt.

Dennoch hinterlässt N 63A mehr als nur Zerstörung: 10 bis 15 Lichtjahre von der Supernova entfernt liegen die nächsten Regionen mit entstehenden Sternen. In einigen Millionen Jahren wird das Material des untergegangenen Riesensterns möglicherweise in neuen Sternen aufgehen.

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