Raumfahrt: "Falcon" bringt kanadischen Satelliten in den Orbit
Eine "Falcon 9"-Rakete des US-Unternehmens SpaceX hat einen Weltraumwetter-Satelliten in die Erdumlaufbahn befördert. Als Test führte die Rakete einige ungewöhnliche Manöver durch: Die Firma arbeitet daran, Teile der Raketen zu retten, um sie erneut einzusetzen.
Am Sonntag startete eine "Falcon 9" von der Vandenberg Air Force Base (US-Bundesstaat Kalifornien). An Bord: der kanadische Satellit "Cassiope", der das Weltraumwetter überwachen soll. Der Satellit gelangte nach Plan in seinen Orbit.
"Cassiope" soll untersuchen, wie sich Sonnenstürme in der oberen Atmosphäre auswirken und welche Effekte sie auf GPS-Navigation und Radiokommunikation haben.
Während des Flugs startete die "Falcon" ihre Triebwerke erneut. SpaceX sucht nach Möglichkeiten, Teile von Raketen mehrmals zu verwenden. Bislang ist das nicht möglich. Wenn sie ihre Ladung abgesetzt haben, fallen die Raketen Richtung Erde - und explodieren. Die Vision des SpaceX-Gründers Elon Musk ist es, die erste Raketenstufe entweder kontrolliert zurück zur Erde fliegen zu lassen oder sie vergleichsweise sanft auf Wasser zu landen, so dass Teile erneut eingesetzt werden können.
Die Triebwerk-Neustarts liefen nach Angaben von SpaceX nicht perfekt. Aber die Ingenieure gewannen wichtige Daten für den nächsten Test im kommenden Jahr.
Versorgung der Raumstation
Das aktuelle "Falcon 9" hat laut Musk 60 Prozent stärkere Triebwerke als ihr Vorgängermodell, größere Treibstofftanks sowie verbesserte Bordelektronik. Das Unternehmen hat bereits Verträge für mehr als 50 Missionen der "Falcon 9" sowie der geplanten "Falcon Heavy". Darin enthalten sind mehrere Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation. Drei "Dragon"-Kapseln sind bereits zur ISS geflogen. Langfristig soll das Raumschiff nicht nur Güter zur Raumstation bringen, sondern auch Astronauten in den Orbit befördern.
Ebenfalls am Sonntag erreichte eine unbemannte "Cygnus"-Kapsel an der ISS. Nasa-Astronautin Karen Nyberg und ihr Esa-Kollege Luca Parmitano fingen die Kapsel mit Hilfe des in Kanada gebauten Greifarms ein. Das Unternehmen Orbital Sciences hatte den Anflug des Transporters zunächst wegen Software-Problemen verschieben müssen. Noch wird analysiert, wie es zu den Fehlern kam.
wbr/Reuters/AP
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