Faszinierende Aufnahmen: Geheimnisvolle Saturn-Aurora gefilmt

Mehr als tausend Kilometer über dem Saturn durchzuckt die Atmosphäre ein geheimnisvolles Leuchten: Forschern ist es erstmals gelungen, eine Aurora auf dem Ringplaneten im Bereich des sichtbaren Lichts zu filmen - und doch fehlt ihnen die Antwort auf eine ganz entscheidende Frage.

Foto: Nasa/JPL

Die Atmosphäre des Saturns unterscheidet sich drastisch von der unserer Erde. Wo bei uns vor allem Stickstoff und Sauerstoff wabern, sind es beim riesigen Ringplaneten große Mengen an Wasserstoff. Weil das Gas besonders leicht ist, reicht die Atmosphäre weit ins All hinein. Dieser Effekt sorgt nun dafür, dass Astronomen eine rekordverdächtige Beobachtung machen konnten. Aufnahmen der Raumsonde "Cassini" zeigen eine Aurora in der Saturnatmosphäre - in bis zu 1200 Kilometern Höhe.

Das Leuchtphänomen - es ist vergleichbar mit den spektakulären Polarlichtern auf der Erde (siehe Fotostrecke links) - kommt dadurch zustande, dass geladene Teilchen aus der Magnetosphäre des Planeten mit Molekülen der Atmosphäre in Kontakt treten. Der Effekt tritt in hohen nördlichen und südlichen Breiten von Planeten auf, neben Erde und Saturn zum Beispiel auch auf dem Jupiter. Sogar auf dem Mars konnten die Geisterlichter beobachtet werden. Die "Cassini"-Bilder zeigen nun zum ersten Mal eine Aurora auf dem Saturn im Bereich des sichtbaren Lichts.

Die Forscher setzten knapp 500 Einzelbilder - die jeweilige Belichtungszeit lag bei zwei bis drei Minuten - aus insgesamt 81 Stunden zu einem Film zusammen. Das Material stammt aus der Zeit zwischen dem 5. und dem 8. Oktober des vergangenen Jahres. "Diese Dinge auf einem anderen Planeten zu sehen, hilft uns dabei, die Dinge bei uns auf der Erde besser zu verstehen", sagt Andy Ingersoll vom California Institute of Technology in Pasadena. Dort wurde der Film aus den Einzelaufnahmen erstellt.

Alle Bilder wurden von der Sonde als Schwarz-Weiß-Fotos aufgenommen. Um die Darstellung besser sichtbar zu machen, entschieden sich die Wissenschaftler jedoch, die Aurora nachträglich einzufärben. Nun leuchtet sie orangerot. Doch tatsächlich wissen die Forscher nicht, in welchen Farben die Aurora auf dem Saturn wabert. Das gilt es noch herauszufinden. Die Farben hängen nämlich vom Gas in der Atmosphäre ab. Und für Wasserstoffatmosphären fehlt den Forschern schlicht der Vergleich zum Spektakel hier auf der Erde.

chs

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