Flug zum Merkur Raumsonde "BepiColombo" sendet Signal

Die lange Reise der Raumsonde "BepiColombo" zum Merkur hat begonnen. Nach dem erfolgreichen Start in den frühen Morgenstunden kann die Europäische Weltraumorganisation einen weiteren Erfolg vermelden.

Die Ariane 5-Rakete mit BepiColombo hebt von ihrer Startrampe in Kourou in Französisch-Guayana ab
DPA/ Jm Guillon/ AP /2018 ESA-CNES-Arianespace

Die Ariane 5-Rakete mit BepiColombo hebt von ihrer Startrampe in Kourou in Französisch-Guayana ab


Erleichterung bei der europäischen Weltraumorganisation Esa : Nach dem Start zum Planeten Merkur hat die Sonde "BepiColombo" um 4.21 Uhr ein Signal zur Erde gesendet. Damit konnte das Missionskontrollzentrum der Esa (ESOC) in Darmstadt die Kontrolle über die Mission übernehmen. Die ESOC-Mitarbeiter nahmen das Signal mit Applaus auf.

Ziel des Gemeinschaftsprojekts der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa ist es, tiefer in die Geheimnisse des Merkur einzudringen als je zuvor.

Die Reise zu dem nur 58 Millionen Kilometer von der Sonne entfernten Planeten gilt als die bislang komplizierteste Raumfahrtmission Europas. Der Anflug zum Merkur wird etwas mehr als sieben Jahre dauern - erst 2025 wird "BepiColombo" den innersten der inneren Planeten erreichen. Die Forschungen können laut Esa dann voraussichtlich im April 2026 beginnen.

Merkur gilt als am wenigsten erforschter Planet des Sonnensystems

Um 03.45 Uhr war eine europäische Trägerrakete Ariane 5 mit der Sonde an Bord vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana planmäßig abgehoben. Wie vorgesehen, stürzten die Stufen der Ariane 5 wenige Minuten nach dem Start in den Atlantik. Später löste sich die Sonde von der Rakete.

Der Esa-Satellit MPO (Mercury Planetary Orbiter), auch "Bepi" genannt, untersucht die Oberfläche des Merkur. Der japanische Satellit MMO (Mercury Magnetospheric Orbiter) - oder "Mio" - erkundet das Magnetfeld. Merkur gilt als am wenigsten erforschter Planet des Sonnensystems.

Namensgeber für die Sonde ist der italienische Mathematiker Bepi Colombo (1920-1984), der schon früh Grundlagen für eine Flugbahn zum Merkur berechnet hatte. Die Vorbereitungen der rund 1,3 Milliarden Euro teuren Mission haben fast 20 Jahre gebraucht. Grund sind auch die unwirtlichen Bedingungen in der Nähe des Merkurs: Um das Überleben der Sonde in dieser nach den Worten der Esa "höllischen Umgebung" zu ermöglichen, musste eine Reihe neuer Technologien entwickelt werden.

mhu/dpa/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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equigen 20.10.2018
1. Cool. Das "alte" Europa kann auch was
Nicht nur die Großmächte und der Viel-Versprecher Musk.
Nachtsegler 20.10.2018
2. @ Cool
Was Europa und Japan in diesem Fall leisten wollen, ist Grundlagenforschung pur. Wirtschaftliche Interessen kann am Merkur niemand haben. Musk mag gute Ideen haben, aber seine Zielrichtung ist immer der Kommerz, deshalb kann ihn Merkur nicht jucken!
Cugel 20.10.2018
3. Musk-Bashing
Zitat von equigenNicht nur die Großmächte und der Viel-Versprecher Musk.
Ich bin ein großer Fan dieser Mission, aber für solcherlei Jubelarien ist es noch arg früh, die Fuhre ist noch lange nicht am Ziel, geschweige denn erfolgreich im wissenschaftlichen Sinne. Und wenn ich sehe, wie die Booster und die Erststufe der Ariane5 unwiederbringlich in den Atlantik plumpsen, verstehe ich Ihre überhebliche Bezeichnung Elon Musks als "Viel-Versprecher" nicht. Seine Erststufen und Booster landen nach getaner Arbeit brav wieder auf der Erde zwecks Wiederverwendung.
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