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Indien: Forscher bestreiten angebliches Meteoriten-Opfer

Mutmaßlicher Einschlagskrater in Tamil Nadu (Indien): Weitere Untersuchungen nötig Zur Großansicht
AFP

Mutmaßlicher Einschlagskrater in Tamil Nadu (Indien): Weitere Untersuchungen nötig

Wurde ein Mann in Indien zum ersten Todesopfer eines Meteoriten? Wissenschaftler bestreiten die Behauptung einer Ministerin.

Wissenschaftler bezweifeln, dass ein Mann im indischen Bundesstaat Tamil Nadu tatsächlich von einem Meteoriten erschlagen wurde, wie es die Premierministerin des Bundesstaats behauptet hatte. Ein vom Himmel fallender Gegenstand hätte Anfang Februar einen Mann getötet, hieß es. Es sollte sich um den ersten dokumentierten Fall in der Geschichte der Menschheit gehandelt haben.

"Ein Meteorit stürzte auf eine private Ingenieursschule und tötete einen Busfahrer der Schule", hatte Premierministerin Jayalalithaa Jayaram am 7. Februar erklärt. Beim Absturz eines Objekts am 6. Februar waren Fensterscheiben zerborsten und ein kleiner Krater entstanden.

"Das ist höchst unwahrscheinlich", sagt nun Vipparthi Adimurthy von der indischen Weltraumbehörde. Weder sei von einem Knall berichtet worden, noch fänden sich Bruchstücke eines Meteoriten.

Vor Ort seien lediglich kleinere Gesteinstrümmer gefunden worden, die aber nicht von einem Meteoriten stammten, bestätigt sein Kollege C.B. Devgun, ein Meteoritenexperte von der Science Popularisation Association. "Es kann kein Meteorit gewesen sein", sagt er.

War es Weltraumschrott?

Einige Wissenschaftler hatten vermutet, es könnte sich um Weltraumschrott gehandelt haben. Unklar bleibt, ob es einen offiziellen Abschlussbericht des tragischen Unfalls geben wird.

Der bisher gravierendste bekannte Meteoritenunfall hatte sich im Februar 2013 ereignet: Ein Meteoritenregen hatte damals in der russischen Stadt Tscheljabinsk große Schäden angerichtet. Es gab 1500 Verletzte - aber keinen Todesfall.

Der ursprünglich etwa 20 Meter große Brocken war rund 30 Kilometer über der russischen Millionenstadt explodiert. Die dabei freigesetzte Energie entsprach dem 30- bis 40-Fachen der Hiroshima-Atombombe.

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boj/Reuters

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