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Nachbarstern unserer Sonne: Forscher entdecken erdgroßen Planeten

Ein Planet, so klein und so leicht wie der unsere: Jetzt haben ihn Forscher in unmittelbarer kosmischen Nachbarschaft entdeckt. Ein großer Schritt auf dem Weg zur Entdeckung einer zweiten Erde in Sonnennähe, jubeln die Wissenschaftler. Leben aber scheint auf dem Felsbrocken nicht möglich.

Alpha Centauri B mit Planet: Felsbrocken in unmittelbarer kosmischer Nachbarschaft Zur Großansicht
ESO/ L. Calçada

Alpha Centauri B mit Planet: Felsbrocken in unmittelbarer kosmischer Nachbarschaft

London/Garching - Er ist etwa so groß wie die Erde, aber extrem heiß: Forscher haben einen bisher unbekannten Planeten beim nächsten Nachbarstern unserer Sonne gefunden. Der Planet ist der kleinste, der jemals im Orbit um einen sonnenähnlichen Stern erspäht wurde, wie die Europäische Südsternwarte Eso in Garching bei München berichtet.

"Die Entdeckung ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Entdeckung einer zweiten Erde in unmittelbarer Nähe der Sonne. Wir leben in aufregenden Zeiten", jubelte der führende Forscher Xavier Dumusque vom Observatorium Genf.

Leben ist auf dem neu entdeckten Himmelskörper allerdings nicht möglich: Er umkreist seinen Stern fast 40-mal dichter als die Erde die Sonne, auf seiner Oberfläche ist es wahrscheinlich glühend heiß, schreiben die Forscher um Dumusque im britischen Fachjournal "Nature".

Möglicherweise weitere Planeten bei der Sonne

Der Planet befindet sich im 4,3 Lichtjahre entfernten Nachbarsystem Alpha Centauri, das hell am irdischen Südhimmel strahlt. Es besteht aus insgesamt drei Sternen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass weitere Planeten zu dem System gehören könnten. Diese wiederum könnten gerade die richtige Entfernung zu ihrer Sonne und damit die richtige Temperatur haben, um erdähnliches Leben zu beherbergen, hoffen sie.

Alpha Centauri A und B bilden ein enges Doppelsternsystem, das in größerer Entfernung von Proxima Centauri umkreist wird. Alpha Centauri B ähnelt in Masse und Strahlung unserer Sonne. Seit dem 19. Jahrhundert spekulierten Astronomen über Planeten im System Alpha Centauri, berichtet die ESO. Mit dem Spezialinstrument HARPS an einem ESO-Teleskop der europäischen Südsternwarte in Chile wurden die Forscher nun fündig.

irb/dapd/dpa

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1.
jajo76 17.10.2012
Zitat von sysopESO/ L. CalçadaEin Planet, so klein und so leicht wie der unsere: Jetzt haben ihn Forscher in unmittelbarer kosmischen Nachbarschaft entdeckt. Ein großer Schritt auf dem Weg zur Entdeckung einer zweiten Erde in Sonnenähe, jubeln die Wissenschaftler. Leben aber scheint auf dem Felsbrocken nicht möglich. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/forscher-entdecken-ersaehnlichen-planeten-a-861726.html
Ich hoffe, diese Entdeckung stimuliert die Menschheit dazu, mal eine Sonde nach Alpha Centauri zu schicken. Wenn die mit innovativen Antriebstechniken (Ionenantrieb, nuklearer Pulsantrieb) auch nur 0,33 c erreichen würde, könnte man (mit Signallaufzeit) je nach Beschleunigungsdauer in 15-25 Jahren zum ersten mal mehr über ein extrasolares System erfahren. Würde mich freuen, wenn ich das noch erleben dürfte! Da inzwischen ja das Paradigma zu fallen scheint, nachdem Doppel- und Mehrfachsternensysteme keine stabilen Planetenbahnen haben können, bekommen wächst die Anzahl interessanter Ziele dramatisch. Und unser nächster Nachbar ist nunmal ein Mehrfachstern...
2.
Hafenschiff 17.10.2012
Immer wieder faszinierend, was Astronomen so alles herausfinden können über wenige Lichtjahre aber auch Milliarden Lichtjahre entfernte Objekte, nur indem sie unvorstellbar kleine Lichtsignale analysieren.
3.
Markus Landgraf 17.10.2012
Zitat von jajo76Ich hoffe, diese Entdeckung stimuliert die Menschheit dazu, mal eine Sonde nach Alpha Centauri zu schicken. Wenn die mit innovativen Antriebstechniken (Ionenantrieb, nuklearer Pulsantrieb) auch nur 0,33 c erreichen würde, könnte man (mit Signallaufzeit) je nach Beschleunigungsdauer in 15-25 Jahren zum ersten mal mehr über ein extrasolares System erfahren. Würde mich freuen, wenn ich das noch erleben dürfte! Da inzwischen ja das Paradigma zu fallen scheint, nachdem Doppel- und Mehrfachsternensysteme keine stabilen Planetenbahnen haben können, bekommen wächst die Anzahl interessanter Ziele dramatisch. Und unser nächster Nachbar ist nunmal ein Mehrfachstern...
Ja, eine Mission zu Alpha Centauri wäre schon was. Am besten dafür wäre ein "fission Fragment nuclear propulsion"- Antrieb. Hier: Fission-fragment rocket - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Fission-fragment_rocket). Man muss nur noch die Reaktionsrate so hoch bekommen, dass ordentlich Schub entsteht. Ad Astra!
4.
Reiner_Habitus 17.10.2012
Zitat von jajo76Ich hoffe, diese Entdeckung stimuliert die Menschheit dazu, mal eine Sonde nach Alpha Centauri zu schicken. Wenn die mit innovativen Antriebstechniken (Ionenantrieb, nuklearer Pulsantrieb) auch nur 0,33 c erreichen würde, könnte man (mit Signallaufzeit) je nach Beschleunigungsdauer in 15-25 Jahren zum ersten mal mehr über ein extrasolares System erfahren. Würde mich freuen, wenn ich das noch erleben dürfte! Da inzwischen ja das Paradigma zu fallen scheint, nachdem Doppel- und Mehrfachsternensysteme keine stabilen Planetenbahnen haben können, bekommen wächst die Anzahl interessanter Ziele dramatisch. Und unser nächster Nachbar ist nunmal ein Mehrfachstern...
Wir nur leider nicht gehen. Um nämlich auf die 0,3c zu kommen müssten sie für eine 10 Tonnen Nutzlast schon 550 Tonnen Uran in Bewegungsenergie umwandeln. Das Uran dazu müssten sie mitscheppen, was also nochmal den Uranbedarf um ein vielfaches erhöht. Und abbremsen wollen sie die Sonde ja auch noch.....
5.
Gerdtrader50 17.10.2012
Es ist schon erstaunlich, dass zunächst viele Planeten Dutzende bis Hunderte von Lichtjahren entfernt entdeckt und beim nächsten Sonnensystem erst Jahre danach dieser Planet endeckt wurde. Es ist auch klar, dass, wenn die Entfernung des Gestirns zu seiner Sonne stimmt, wären das unter 4 Millionen Kilometer Differenz zu seiner Sonne. Obwohl "nur" orangener Zwergstern, Leuchtkraft die Hälfte der irdischen Sonne, sind Oberflächentemperaturen auf diesem Planeten zu erwarten, die lebensfeindlich sind. Im Vergleich dazu: Der Merkur ist von der Sonne 58 Millionen Kilometer entfernt, also 15 mal weiter entfernt als der Begleiter Alpha Centauri B.
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Methoden der Planetenjagd
Die Suche nach der zweiten Erde
ESO
Die Entdeckung der ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems galt als wissenschaftliche Sensation. 1992 wiesen Forscher die ersten Exoplaneten im Orbit um den Pulsar PSR B1257+12 nach. 1995 fanden Michel Mayor und Didier Queloz erstmals einen Planeten in der Umlaufbahn eines Sterns, der unserer Sonne ähnelt. Zuvor war unter Forschern heftig umstritten, ob es überhaupt Planeten in den Tiefen des Alls gibt - oder ob unser Sonnensystem das einzige seiner Art ist. Inzwischen sind jedoch rund 600 Exoplaneten in mehr als 480 Systemen bekannt.
Die größte Hürde
Mit heutigen Teleskopen können Exoplaneten nur unter größten Schwierigkeiten direkt beobachtet werden, da ihr Heimatstern sie bei weitem überstrahlt. Astronomen sind deshalb auf indirekte Methoden angewiesen, die in den vergangenen Jahren immer weiter verfeinert wurden und die Entdeckung immer kleinerer Planeten erlauben. Das begehrteste Objekt ist eine "zweite Erde": ein Felsplanet, der in Größe und Masse der Erde ähnelt und seinen Stern in der sogenannten Grünen Zone umkreist, in der die Existenz von flüssigem Wasser auf der planetaren Oberfläche möglich ist.
Radialgeschwindigkeitsmessung
Die Messung der Radialgeschwindigkeit ist das älteste Verfahren zum Nachweis extrasolarer Planeten. Wenn ein Planet einen Stern umrundet, zwingt er ihm eine leichte Taumelbewegung auf: Der Stern schlingert wie ein Hammerwerfer. Dadurch bewegt er sich minimal auf den Betrachter zu und von ihm weg. Durch den Doppler-Effekt wird das Licht dabei abwechselnd kurzwelliger und langwelliger.

Anfangs war diese Methode noch so grob, dass mit ihr nur große Gasplaneten vom Kaliber des Jupiters entdeckt werden konnten, die ihren Stern zudem in einem engen Orbit umrunden. Leben ist auf diesen glühend heißen Giganten aber kaum möglich. Erst seit kurzem können Wissenschaftler mit dieser Methode auch kleinere Planeten von der Größe der Erde entdecken - vorzugsweise im Orbit um Rote Zwergsterne. Sie sind wesentlich kleiner und kühler als unsere Sonne, weshalb erdähnliche Planeten sie in einer engen Bahn umkreisen und dennoch lebensfreundlich sein können.
Transitmethode
Die Transitmethode kann angewandt werden, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen direkt vor seinem Heimatstern vorbeizieht. Dabei verdeckt er einen Teil des Sternenlichts. Anhand der Abdunkelung können Astronomen auf die Existenz des Planeten schließen. Und nicht nur das: Die Transitmethode erlaubt auch gewisse Rückschlüsse auf die Atmosphäre eines Planeten. Während des Transits werden je nach Zusammensetzung der Gashülle verschiedene Wellenlängen des Sternenlichts unterschiedlich stark absorbiert. Auf diese Weise konnten Forscher in der Atmosphäre von HD 209458b Wasserstoff, Sauerstoff und möglicherweise sogar Wasserdampf nachweisen.
Gravitationslinseneffekt
Beim Gravitationslinseneffekt, auch "gravitational microlensing" genannt, wird das Licht eines Himmelskörpers durch ein Objekt im Vordergrund verstärkt. Der Effekt wird von Albert Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie beschrieben: Die Schwerkraft eines Objekts mit großer Masse, etwa eines Sterns oder einer Galaxie, krümmt die Raumzeit und lenkt das Licht ab - so, als ob eine gigantische optische Linse im Raum schweben würde. Auf diese Weise können auch lichtschwache Objekte sichtbar werden, die Astronomen sonst verborgen blieben. Mit dieser Methode wurden bereits mehrere Exoplaneten entdeckt.
Fotostrecke
Exoplaneten: Künstlerblicke in fremde Welten


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