Astronomie: Forscher testen neue Waage für Schwarze Löcher

Schwarzes Loch (künstlerische Darstellung): Bewegung von Kohlenmonoxid aufgezeichnet Zur Großansicht
DPA/ NASA/ JPL-Caltech

Schwarzes Loch (künstlerische Darstellung): Bewegung von Kohlenmonoxid aufgezeichnet

Es ist so schwer wie 450 Millionen Sonnenmassen: Mit einer neuen Methode haben Astronomen ein massereiches Schwarzes Loch vermessen - mit Hilfe von molekularem Gas, das um die turbulente Region herumwirbelt.

Hamburg/London - Schwarze Löcher verschlingen große Mengen Materie. Erst im November entdeckten Wissenschaftler ein Exemplar, das so schwer ist wie 17 Milliarden Sonnemassen. Mit einer neuen Technik sollen nun noch mehr solcher Giganten vermessen werden. Einige von ihnen stammen aus Galaxien, die bislang nicht so einfach untersucht werden konnten.

Forscher um Timothy Davis von der Europäischen Südsternwarte (Eso) haben mit der neuen Methode das Schwarzes Loch in der Galaxie NGC 4526 vermessen. Zunächst ermittelten sie dazu die Bewegung von molekularem Gas - im konkreten Fall Kohlenmonoxid -, das um das Schwarze Loch herumwirbelt. Aus der Bewegung errechneten die Astronomen dann die Schwerkraft des Schwarzen Lochs und aus der Schwerkraft die Masse. Diese entspreche rund einer halben Milliarde Sonnen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature".

Schwarze Löcher in nur fünf Stunden wiegen

Auf ähnliche Art wurden bereits früher Schwarze Löcher gewogen: Die Wissenschaftler hatten die Bewegungen von Sternen oder von ionisiertem Gas in der Nähe eines Schwarzen Lochs vermessen. Allerdings funktioniert dies nur bei bestimmten Typen von Galaxien. Über die Beobachtung von molekularem Gas sollten dagegen sehr viel mehr Galaxienarten zugänglich sein.

Weil Beobachtungsinstrumente immer genauer werden, erwarten die Forscher, dass sich mit ihrem Verfahren die Massen von großen Schwarzen Löchern in hunderten Galaxien bestimmen lassen. Instrumente wie das im Bau befindliche internationale Atacama Large Millimetre Array (Alma) könnten die Masse eines Schwarzen Lochs in nur fünf Stunden messen.

Diese einheitlich gewonnenen Informationen würden Wissenschaftlern genauere Aussagen über die gemeinsame Entwicklung von Galaxien und ihren zentralen Schwarzen Löchern erlauben.

jme/dpa

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