Aus Bremen berichtet Christoph Seidler
Spietz wirkt angespannt. Er muss die Fachleute von acht DLR-Instituten koordinieren, die gemeinsam am Projekt arbeiten. Das Budget des Vorhabens ist vergleichsweise klein, die Verantwortung groß. Denn mit dem "AsteroidFinder" wollen die DLR-Fachleute zudem zeigen, wie sich Satelliten billiger und doch zuverlässig bauen lassen. "Wir möchten komplexe Projekte kostengünstig und in kurzer Zeit erstellen", sagt der Bremer Institutschef Hansjörg Dittus.
Schafft es der Asteroidenspäher tatsächlich erfolgreich ins All, dann könnten auf dessen technischer Basis weitere Satelliten entwickelt werden, für andere Beobachtungsaufgaben. Auf einen gleichen Unterbau - mit Stromversorgung, Lageregelung und Kommunikationssystemen - würden die Wissenschaftler dann ein anderes Messinstrument setzen - fertig! Manche in Bremen nennen das ein Bierkastensystem, weil die Konstruktionselemente wie Kisten gestapelt werden können.
Rigoroser Test unter Weltraumbedingungen
Vier Jahre sollen die Arbeiten an dem Asteroidenprojekt insgesamt dauern, das erste davon ist mittlerweile verstrichen. Würde es floppen, wäre der Druck auf die Verantwortlichen enorm. Doch daran mag niemand denken. Ende des Jahres soll die Spezifikation der einzelnen Teile des Satelliten fertig sein. Dafür bleibt noch einiges zu tun. Anschließend wird "AsteroidFinder" gebaut und danach rigoros unter Weltraumbedingungen getestet: geschüttelt, tiefgekühlt, bestrahlt.
Noch ist nicht klar, wie der Satellit im Jahr 2013 eigentlich auf seine Bahn in 650 bis 850 Kilometern Höhe kommt. Das DLR muss über eine Mitfluggelegenheit bei einer anderen Mission verhandeln oder eine eigene Rakete kaufen. Das wäre die weit teurere Option. Doch es geht um den Schutz unserer Erde vor einem mörderischen Einschlag. Vor dem nächsten mörderischen Einschlag, sollte man besser sagen. Denn überall auf dem blauen Planeten lassen sich die Narben früherer Asteroiden-Crashs nachweisen - siehe Fotostrecke:
Erst vor wenigen Tagen berichteten italienische Forscher von den Zeugnissen eines weiteren riesigen Einschlags. Der 36 bis 46 Kilometer breite Krater in Afrika könnte, so vermuten jedenfalls Giovanni Monegato von der Universität Padua und seine Kollegen, von einem Zwei-Kilometer-Körper gerissen worden sein. Ihre Entdeckung machten die Wissenschaftler ebenfalls aus dem All - auf Satellitenbildern abgeholzter Regenwaldgebiete im Kongo.
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