Geckos in Sicherheit Russischer Forschungssatellit "Foton-M" ist wieder auf Kurs

Glück gehabt: Der Kontakt zum russischen Satelliten "Foton-M" ist wieder hergestellt. Hätte der Flugkörper langfristig nicht auf Signale reagiert, der Trip ins All hätte für die fünf Geckos an Bord ein schlimmes Ende genommen.

Satellit der "Foton-M"-Serie: Geckos an Bord sind wieder in Sicherheit
ESA

Satellit der "Foton-M"-Serie: Geckos an Bord sind wieder in Sicherheit


Dieses Mal ist es gut gegangen: Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat den verlorenen Kontakt zu einem Forschungssatelliten mit fünf Geckos an Bord wiederhergestellt. Der Satellit "Foton-M" reagiere wieder auf Signale von der Erde, sagte ein Experte am Samstag in Moskau. Ohne Kontrolle vom Boden wäre das Weltraumlabor in vier Monaten unkontrolliert auf die Erde gestürzt. Den kleinen Echsen drohte der Hungertod nach zweieinhalb Monaten.

Dem Plan nach soll der am 19. Juli gestartete Satellit nach gut zwei Monaten kontrolliert in der russischen Region Orenburg im Ural abstürzen. An Bord sind neben den Geckos auch Fruchtfliegen und Pflanzensamen für Experimente.

Am Donnerstag hatte Roskosmos gemeldet, den Kontakt zu "Foton-M" verloren zu haben. Die Bodenstation soll zwar Signale empfangen haben, allerdings reagierte der Flugkörper nicht auf Funkbefehle.

Fruchtfliegen und Geckos im All

"Foton-M" kreist auf einer elliptischen Umlaufbahn zwischen 258 und 572 Kilometer Höhe um die Erde. An Bord befinden sich 22 wissenschaftliche Geräte sowie unter anderem Fruchtfliegen und fünf Echsen.

Die russische Raumfahrt musste in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Rückschlägen hinnehmen. Zuletzt war Mitte Mai 2014 ein russischer Satellit beim Start zusammen mit seiner Trägerrakete abgestürzt. Er sollte ursprünglich entlegene Regionen Russlands mit Internet versorgen.

Pannen der russischen Raumfahrt
Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos hat am Dienstag eine Rakete mit drei Satelliten verloren. Moskauer Raumfahrtexperten sind derzeit mit einer Serie von Pannen konfrontiert.
Februar 2013
Nur 20 Sekunden nach dem Start von einer schwimmenden Plattform im Pazifik stürzt eine Rakete mit einem Kommunikationssatelliten ins Meer. Experten vermuten, dass die russischen Antriebssysteme versagten.
August 2012
Durch einen Fehler bei der dritten Stufe der russischen Proton-Trägerrakete geraten ein russischer und ein indonesischer Satellit in eine falsche Umlaufbahn. Roskosmos kostet der Fehlstart rund 150 Millionen Euro.
Januar 2012
Die 120 Millionen Euro teure Marsmondsonde "Phobos Grunt" stürzt unkontrolliert in den Pazifik. Eine Mischung aus menschlichem Versagen und technischen Fehlern soll die Ursache gewesen sein.
Januar 2012
Wegen einer undichten Landekapsel und einem Kurzschluss nach einem Kabelbruch verschiebt Russland zwei bemannte Weltraumflüge und den Start einer Trägerrakete mit einem Satelliten. Durch die Pannen müssen drei der sechs Crew-Mitglieder der Internationalen Raumstation ISS einen Monat länger als geplant im All bleiben.
Dezember 2011
Wegen einer fehlerhaften Zündung der dritten Stufe einer Sojus-Rakete verliert Russland einen militärischen Kommunikationssatelliten. Der "Meridian"-Satellit stürzt in Sibirien ab. Der Schaden wurde auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.
August 2011
Ein unbemannter Versorgungstransporter mit 2,6 Tonnen Nachschub für die ISS stürzt ab. Kurz nach dem Start des Raumschiffs vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan traten Probleme mit der Zündung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete auf. Erst wenige Tage zuvor war kurz nach dem Start von Baikonur der Kontakt zu einem Nachrichtensatelliten abgerissen. Der "Express AM-4"-Satellit stürzt im März 2012 in den Pazifik.
Dezember 2010
Wegen des Fehlstarts einer Proton-Rakete in Baikonur verliert Russland auf einmal drei Satelliten für sein geplantes Navigationssystem Glonass. Der Schaden wird auf mehrere 100 Millionen Euro geschätzt. Die Satelliten fallen in den Pazifik.

Quelle: dpa

nik/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
dschiseskreist 26.07.2014
1. Geckos gerettet?
Nachdem der Satellit so oder so runterkommt verstehe ich nicht inwiefern sich die Lage der Geckos sich jetzt nennenswert geändert hätte?
Attila2009 26.07.2014
2.
Normalerweise wäre das wieder ein Auftrag für Clint Eastwood und Team Daedalus. Die machen das schon.... http://de.wikipedia.org/wiki/Space_Cowboys
xfor 26.07.2014
3.
Zitat von dschiseskreistNachdem der Satellit so oder so runterkommt verstehe ich nicht inwiefern sich die Lage der Geckos sich jetzt nennenswert geändert hätte?
Naja, es wirkt sich schon auf die Gesundheit von Wirbeltieren aus, ob diese in paar Monaten verhungern und deren Kadaver in wenigen Jahrzehnten beim Wiedereintritt verglühen ODER ob diese bevor sie verhungern am Fallschrim landen.
imZweifel-richtig 26.07.2014
4. Auch ist
Zitat von xforNaja, es wirkt sich schon auf die Gesundheit von Wirbeltieren aus, ob diese in paar Monaten verhungern und deren Kadaver in wenigen Jahrzehnten beim Wiedereintritt verglühen ODER ob diese bevor sie verhungern am Fallschrim landen.
die wohl folgende Sektion der Tiere im zweitgenannten Fall wahrscheinlich ergebnisreicher :) .
kingdripz 26.07.2014
5.
hätte mich noch über die Information gefreut was für Experimenten die Geckos und Fliegen ausgesetzt sind.
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