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Fotostrecke: Im Herz der Finsternis

Ein rasender Mondschatten bescherte am Mittwoch Zehntausenden Schaulustigen eine totale Verdunklung der Sonne. Die finstersten Bilder aus Südafrika und dem australischen Outback.



Ein seltenes Himmelsspektakel hat am Mittwoch Schaulustige in Afrika und Australien in Begeisterung versetzt. Um die wenige Sekunden anhaltende totale Sonnenfinsternis zu beobachten, waren Zehntausende in das schmale Gebiet gereist, über das der Kernschatten des Mondes hinwegraste. Geschützt von Spezialbrillen konnten die Menschen dort eine völlige Bedeckung des Zentralgestirns bestaunen.

Dunkler Auftakt: Am Mittwochnachmittag lokaler Zeit kündigte sich im südaustralischen Ceduna die totale Sonnenfinsternis an Schlechte Aussichten: In der südafrikanischen Venda-Region, wo der Himmel bedeckt war, ließen sich die Schutzbrillen ebenso gut als Maske benutzen Schaulustige im Schatten: Zahlreiche Touristen warteten in der südaustralischen Stadt Lyndhurst auf 26 Sekunden völlige Finsternis
Vorsicht in der Schattenzone: Mitten im australischen Outback wiesen Schilder auf die erste totale Sonnenfinsternis seit mehr als einem Vierteljahrhundert hin Finstere Fortschritte: Nach und nach schob sich über dem australischen Ceduna der Mond vor die Sonne Sicher ist sicher: In der australischen Schattenzone schützten sich Finsternis-Pilgerer mit selbstgebastelten Spezialbrillen
Doppelte Dämmerung: Bei Koolymilka nördlich der australischen Stadt Woomera gingen Sonne und Mond gemeinsam unter Schattenjagd in Südafrika: Schaulustige im Krüger-Nationalpark ließen sich den Spaß an der Finsternis nicht von ein paar Wolken verderben Totale Finsternis: Eine knappe halbe Minute blieb die Sonne über der australischen Stadt Ceduna schwarz

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Im südlichen Afrika war es bereits die zweite totale Sonnenfinsternis in anderthalb Jahren. Begonnen hatte das Schauspiel am Morgen bei der angolanischen Hafenstadt Sumbe, wo der Mondschatten auf den Kontinent traf. In einer halben Stunde überquerte er anschließend den Südzipfel Afrikas. In der Kernschattenzone lagen der Krüger-Nationalpark sowie die südafrikanische Grenzstadt Messina, die einen ungewöhnlichen Besucheransturm erlebte.

Begleitet wurde das Spektakel an vielen Orten von Trommelrhythmen und folkloristischen Tänzen. Viele Finsternis-Freunde waren erst in der Nacht im Norden Südafrikas eingetroffen und hatten in kilometerlangen Autoschlangen neben den Straßen übernachtet. Über Zwischenfälle wurde zunächst nichts bekannt. In Großstädten wie Johannesburg, wo die Sonne noch zu 89 Prozent bedeckt wurde, standen zahlreiche Bewohner auf der Straße und starrten durch ihre Schutzbrillen in die Sonne.

Beobachter in Australien erlebten die erste bedeutende Sonnenfinsternis seit 1976 am späten Nachmittag lokaler Zeit. Mehr als 40.000 Menschen waren in die südaustralische Küstenstadt Ceduna gereist, um das Naturspektakel zu verfolgen. Es sei, "als hätte Gott mit seiner Fingerspitze die Erde berührt", beschrieb ein Zuschauer das Ereignis.

Nach seiner Reise über Afrika war der Kernschatten um 10.10 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei Ceduna auf den australischen Kontinent getroffen. Der Himmel war wolkenlos, allerdings hatte die Finsternis bereits ihren Höhepunkt überschritten: Die völlige Verdunklung hielt hier nur noch etwa 30 Sekunden an. Etwa 700 Kilometer weiter nordöstlich verschwand der Mondschatten dann völlig, geschrumpft auf weniger als 30 Kilometer Breite.

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