Objekte aus dem All Uno fordert kosmische Gefahrenabwehr

Was kann die Menschheit tun, um sich vor dem Einschlag eines großen Meteoriten zu schützen? Die Vereinten Nationen arbeiten an einer neuen Strategie. Doch die Explosion vom vergangenen Freitag hätte ohnehin nicht verhindert werden können.

Asteroid 2012 DA14 nahe der Erde (grafische Darstellung): "Besser auf so etwas vorbereiten"
DPA

Asteroid 2012 DA14 nahe der Erde (grafische Darstellung): "Besser auf so etwas vorbereiten"


Wien - Es war ein vergleichsweise kleiner Brocken, der am vergangenen Freitag über der russischen Stadt Tscheljabinsk explodierte: etwa 17 Meter im Durchmesser und etwa 7000 bis 10.000 Tonnen schwer. Was würde aber passieren, wenn sich ein weit größerer Flugkörper der Erde nähert? Experten im Auftrag der Vereinten Nationen fordern nun eine bessere internationale Zusammenarbeit und Vorbereitung auf solche Ereignisse.

Man brauche ein internationales Netzwerk zur Warnung vor Gefahren aus dem All und zwei Gruppen, die sich mit der Erforschung und Abwehr auseinandersetzten, sagten Raumfahrtexperten am Mittwoch in Wien. Momentan arbeite eine Expertengruppe des Uno-Büros für Weltraumfragen entsprechende Vorschläge aus, die im kommenden Jahr von der Uno-Vollversammlung in New York abgesegnet werden sollen.

Der Meteoriteneinschlag habe das Bewusstsein dafür geschärft, dass solche Dinge passieren können, sagte der Chef des Nasa-Programms für die Beobachtung von erdnahen Objekten, Lindley Johnson: "Wir müssen uns besser auf so etwas vorbereiten." Idealerweise wisse man über Meteoriteneinschläge schon sehr früh Bescheid, so dass man sehr viel Zeit habe, herauszufinden, was am Besten zu tun sei. Auch die Bevölkerung müsse besser informiert werden.

"Sie können ruhig schlafen"

Mit ihren Empfehlungen beziehen sich die Experten überwiegend auf die Erde bedrohende Objekte mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer. Dies sei die grobe Grenze, ab der man im Falle eines Einschlags mit weltweiten Konsequenzen rechne. Bisher gibt es so gut wie keine globalen Strukturen für solch ein Szenario.

Die Wissenschaftler wollen nun ein allgemeines Netzwerk und verschiedene internationale Expertengruppen etablieren, die im Falle verschiedener Szenarien aktiv werden können. "Wenn es dann eine Bedrohung gibt, muss man nur die Schublade öffnen und hat die richtige Mission parat", sagte der Vorsitzende des Uno-Aktionsteams für erdnahe Objekte, Sergio Camacho. Das neue Netzwerk informiere die Staaten über die Gefahr und die Einschätzung der Experten. Die Entscheidung zur Abwehr müsse dann auf politischer Ebene fallen.

Im Falle eines Meteoriteneinschlags mit weltweiten Folgen diskutieren die Experten verschiedene Abwehrtechniken - von einer Änderung der Flugbahn durch einen Raketeneinschlag bis hin zur Atombombe als letztes Mittel. Eine akute Bedrohung gibt es die nächsten hundert Jahre allen Erkenntnissen nach aber nicht: "Sie können ruhig schlafen, da es da draußen kein Objekt gibt, dessen Einschlag globale Konsequenzen hätte", sagte Johnson. Man würde die Bedrohung auch Jahre zuvor entdecken.

Der Einschlag in Russland hätte auch bei der Umsetzung ihrer Empfehlungen nicht verhindert werden können, sagten die Experten. Doch die Menschen hätten besser informiert und darauf vorbereitet werden können. "Es ist dasselbe, wie Leuten beizubringen, dass es keine gute Zeit zum Muschelsammeln ist, wenn sich das Wasser am Strand ins Meer zurückzieht - weil ein Tsunami kommt", sagte Johnson.

Wenn sie einen weißen Blitz und einen großen Kondensstreifen am Himmel sehen, müssten die Menschen lernen, dass sie sich vor der kommenden Druckwelle schützen und beispielsweise nicht am Fenster stehen.

chs/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
twistedtacco 20.02.2013
1.
Könnten sich die Herren der UNO nicht lieber um wirklich wichtige Dinge kümmern? Kosmische Gefahrenabwehr. Allein der Begriff ist schon pure Science Fiction. Wie wäre es zum Beispiel mit globaler Hungerabwehr? Oder irdischer Friedensbemühungen?
günter1934 20.02.2013
2. Wahlkampfthema
Das wäre doch jetzt noch ein prima Wahlkampfthema, nachdem man mit Minister Altmaier schon die Energiewende auf den Prüfstand gestellt hat! Für die kosmische Gefahrenabwehr muss jetzt der hindukuscherfahrene Minister de Maiziere ran. Leopard 2? Oder Ausbildung von Ghanaischen Spezialisten?
noalk 20.02.2013
3. Resolution
Die UN sollten eine Resolution verabschieden, in der Meteoriteneinschläge als nicht mit der Menschenwürde vereinbare Gewaltaktionen extraterrestrischer Intelligenz auf das Schärfste verurteilt werden.
Jens Schuetz 20.02.2013
4. Relativ
Zitat von twistedtaccoKönnten sich die Herren der UNO nicht lieber um wirklich wichtige Dinge kümmern? Kosmische Gefahrenabwehr. Allein der Begriff ist schon pure Science Fiction. Wie wäre es zum Beispiel mit globaler Hungerabwehr? Oder irdischer Friedensbemühungen?
UNO macht nichts gegen Hunger? Egal, mehr ist immer gut. Wenn aber das Kapital begrenzt ist, dann rette ich damit lieber den ganzen Planeten als Millionen Hungernder. Die Hungernden wuerden naemlich auch vom Meteoriten getoetet werden. Evtl. sogar mehr als wir Reiche. Die haben oft nur Lehmhuetten, keine Krankenhaeuser, usw...
hinzkunz001 20.02.2013
5. Was kann die Menschheit tun, um sich vor dem Einschlag eines großen Meteoriten zu sch
NICHTS !!!!!! die Laender die das know how haetten wollen das nicht zahlen, man kann auch nicht alle laender der erde zur zahlung verpflichten denn dann will auch jeder etwas zu sagen haben. Wir haben garnicht das Geld oder die Mittel alles zu beobachten. Und wenn was soll gemacht werden? Nukes? Ala Armageddon? Technisch nicht moeglich, bis wird eine mission ala Armageddon haben dauert es bestimmt 4 jahre.
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