Warnung vor Schrott und Steinen: Geisterfahrer im All

Im Weltall wird es eng: Trümmerteile und Satelliten kommen sich in die Quere. Forscher warnen vor den Auswirkungen von Kollisionen im Orbit. Europa will auch gegen Asteroiden vorgehen, die in Richtung Erde rasen.

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ESA

Weltraumschrott: Dichter Verkehr

Darmstadt/Hamburg - Das Kontrollzentrum der europäischen Weltraumagentur Esa muss wachsamer sein als früher. Im Weltall kreuzen Satelliten gegenseitig ihre Bahn, Weltraumschrott bedroht die Internationale Raumstation und Satelliten - und auch Asteroiden können gefährlich werden. "Die Ausweichmanöver haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen", sagte der Direktor der Europäischen Weltraumagentur Esa, Thomas Reiter, anlässlich der bevorstehenden Esa-Ministerkonferenz in Italien.

Zur Normalität gehörten mittlerweile zwei Situationen: Ein Satellit oder die Raumstation müssten ausweichen. Jedesmal ein brenzliges Szenario: Der Ausfall von Satelliten für Navigation oder für Telekommunikation "hätte enorme Folgen", sagt Reiter. So hingen etwa das Navi im Auto oder das Telefonnetz von einer intakten Satellitenkommunikation ab. Viele wüssten nicht, "wie sehr unser Alltag vom Weltraum abhängt".

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Weltraumschrott: Rasende Geschosse im Orbit
Für viele Informationen müsse sich Europa noch immer auf andere Weltraumagenturen verlassen. "Als einer der größten Wirtschaftsräume auf unserer Erde müssen wir mit den anderen auf Augenhöhe kommen", forderte Reiter. Dies müsse bei der Ministerberatung der Esa am 20. und 21. November in Italien beachtet werden. Forscher fordern mittlerweile eine Putztruppe für den Orbit. Europa plant eine Radarüberwachung für Weltraumschrott.

Reiter erinnert auch an die Bedrohung durch den Einschlag von Asteroiden. "Es gibt Asteroiden, die irgendwann die Erdbahn kreuzen und uns gefährlich werden können." Unzählige jener Brocken aus Stein und Metall rasen durch das Sonnensystem, immer wieder werden größere Geschosse entdeckt, die irgendwann die Erde treffen könnten. Ihr Einschlag kann eine vielfach größere Zerstörungskraft entfesseln als Atombomben.

Laut Esa gibt es bereits zwei knifflige Termine: Der knapp 300 Meter große Asteroid 99942/Apophis wird sich am Freitag, dem 13. April 2029, bis auf 30.000 Kilometer der Erde nähern. Sieben Jahre später kommt er dem Planeten wohl noch näher - wie nahe genau, lässt sich noch nicht vorhersagen. Europa plant mittlerweile, einen Schutzschild gegen Asteroiden zu entwickeln, die auf die Erde zurasen.

boj/dpa

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1. Könnte man...
auweia 09.11.2012
Zitat von sysopESAIm Weltall wird es eng: Trümmerteile und Satelliten kommen sich in die Quere. Forscher warnen vor den Auswirkungen von Kollisionen im Orbit. Europa will auch gegen Asteroiden vorgehen, die in Richtung Erde rasen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/gefahr-fuer-satelliten-esa-warnt-vor-weltraumschrott-und-asteroiden-a-866304.html
eine Sonde auf Apophis landen und ihn mit einer Sprengladung in kleinere Brocken aufspalten? Er kommt doch immer wieder - da sollte die Bahn bekannt sein. Und eine unbemannte Landung auf einem Asteroiden wurde bereits durchgeführt. Alternativ wäre eine Art "Wuchtprojektil" vorstellbar, das gezielt auf den Boliden geschossn wird. Dies wäre allerdings eher eine Lösung für kleinere Formate, bei 300 m Größe bekommt man wohl nicht ausreichend Masse von der Erde ins All.
2. Knifflig...
Layer_8 09.11.2012
Zitat von sysopESAIm Weltall wird es eng: Trümmerteile und Satelliten kommen sich in die Quere. Forscher warnen vor den Auswirkungen von Kollisionen im Orbit. Europa will auch gegen Asteroiden vorgehen, die in Richtung Erde rasen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/gefahr-fuer-satelliten-esa-warnt-vor-weltraumschrott-und-asteroiden-a-866304.html
"Laut Esa gibt es bereits zwei knifflige Termine: Der knapp 300 Meter große Asteroid 99942/Apophis wird sich am Freitag, dem 13. April 2029, bis auf 30.000 Kilometer der Erde nähern. Sieben Jahre später kommt er dem Planeten wohl noch näher - wie nahe genau, lässt sich noch nicht vorhersagen. Europa plant mittlerweile, einen Schutzschild gegen Asteroiden zu entwickeln, die auf die Erde zurasen." 300 Meter Durchmesser, Dichte ca. 5t/m³, ungebremst mit 8 km/s auf die Erde prallend... hmm... ca. 2 * 10^18 J also Massenäquivalent von etwa 25 kg, alles grob gerechnet. Da reichen nichtmal Wasserstoffbomben, um dieses Dingsbums aufzuhalten. Und das vielleicht noch am Freitag dem 13en, 2029. Die Mayas haben sich also grob gesehen um 16,5 Jahre verrechnet bei 5000 jähriger Kalenderdauer. lol
3.
Wel 09.11.2012
Zitat von auweiaeine Sonde auf Apophis landen und ihn mit einer Sprengladung in kleinere Brocken aufspalten? Er kommt doch immer wieder - da sollte die Bahn bekannt sein. Und eine unbemannte Landung auf einem Asteroiden wurde bereits durchgeführt. Alternativ wäre eine Art "Wuchtprojektil" vorstellbar, das gezielt auf den Boliden geschossn wird. Dies wäre allerdings eher eine Lösung für kleinere Formate, bei 300 m Größe bekommt man wohl nicht ausreichend Masse von der Erde ins All.
also, wenn bruce willis mitfliegt sollte das klappen. :-) spass beiseite. ob jetzt der asteroid in einem oder in 20 stücken auf die erde prallt macht jetzt nicht so den großen unterschied. ablenken macht da schon eher sinn, wobei das natürlich einfacher ist, je früher man es macht.
4. Leider eine sehr
hdudeck 09.11.2012
Zitat von auweiaeine Sonde auf Apophis landen und ihn mit einer Sprengladung in kleinere Brocken aufspalten? Er kommt doch immer wieder - da sollte die Bahn bekannt sein. Und eine unbemannte Landung auf einem Asteroiden wurde bereits durchgeführt. Alternativ wäre eine Art "Wuchtprojektil" vorstellbar, das gezielt auf den Boliden geschossn wird. Dies wäre allerdings eher eine Lösung für kleinere Formate, bei 300 m Größe bekommt man wohl nicht ausreichend Masse von der Erde ins All.
naive Betrachtung. Asteroiden sind nicht gleichmaessig geformt, haben Eigenrotation und eine Gravitation. Dazu kommt die Gravitation von der Sonne und der Planeten. All diese Komponenten (und wer weis was noch) muessen in Betracht gezogen werden, um vorherzusagen, was geschieht, wenn man den Asteroiden mal eben anstoesst oder sogar in die Luft (ja ich weiss, die gibt es im All nicht) sprengt. Eine Sprengladung hat sowieso keine grosse Auswirkung, ausser die, das der Asteroid total ausser Kontrolle geraet. Also besser Abwarten und Luft (diesmal auf der Erde) holen.
5. "Wuchtprojektil"?
Airkraft 09.11.2012
Zitat von auweiaeine Sonde auf Apophis landen und ihn mit einer Sprengladung in kleinere Brocken aufspalten? Er kommt doch immer wieder - da sollte die Bahn bekannt sein. Und eine unbemannte Landung auf einem Asteroiden wurde bereits durchgeführt. Alternativ wäre eine Art "Wuchtprojektil" vorstellbar, das gezielt auf den Boliden geschossn wird. Dies wäre allerdings eher eine Lösung für kleinere Formate, bei 300 m Größe bekommt man wohl nicht ausreichend Masse von der Erde ins All.
Am Besten die Erde selbst, einen Zusammenstoß damit wird er bestimmt nicht überstehen ;-)
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