Darmstadt/Hamburg - Das Kontrollzentrum der europäischen Weltraumagentur Esa muss wachsamer sein als früher. Im Weltall kreuzen Satelliten gegenseitig ihre Bahn, Weltraumschrott bedroht die Internationale Raumstation und Satelliten - und auch Asteroiden können gefährlich werden. "Die Ausweichmanöver haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen", sagte der Direktor der Europäischen Weltraumagentur Esa, Thomas Reiter, anlässlich der bevorstehenden Esa-Ministerkonferenz in Italien.
Zur Normalität gehörten mittlerweile zwei Situationen: Ein Satellit oder die Raumstation müssten ausweichen. Jedesmal ein brenzliges Szenario: Der Ausfall von Satelliten für Navigation oder für Telekommunikation "hätte enorme Folgen", sagt Reiter. So hingen etwa das Navi im Auto oder das Telefonnetz von einer intakten Satellitenkommunikation ab. Viele wüssten nicht, "wie sehr unser Alltag vom Weltraum abhängt".
Reiter erinnert auch an die Bedrohung durch den Einschlag von Asteroiden. "Es gibt Asteroiden, die irgendwann die Erdbahn kreuzen und uns gefährlich werden können." Unzählige jener Brocken aus Stein und Metall rasen durch das Sonnensystem, immer wieder werden größere Geschosse entdeckt, die irgendwann die Erde treffen könnten. Ihr Einschlag kann eine vielfach größere Zerstörungskraft entfesseln als Atombomben.
Laut Esa gibt es bereits zwei knifflige Termine: Der knapp 300 Meter große Asteroid 99942/Apophis wird sich am Freitag, dem 13. April 2029, bis auf 30.000 Kilometer der Erde nähern. Sieben Jahre später kommt er dem Planeten wohl noch näher - wie nahe genau, lässt sich noch nicht vorhersagen. Europa plant mittlerweile, einen Schutzschild gegen Asteroiden zu entwickeln, die auf die Erde zurasen.
boj/dpa
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