Überwachung von Raketenstarts: USA schießen Späh-Satelliten in den Orbit

Satellit "Geo2": Raketen im Blick Fotos
Lockheed Martin

Die USA erneuern ihre Satellitenflotte, die Raketenstarts auf der Erde registriert. Dazu ist nun ein zweiter Späher in Richtung Orbit gestartet. Die neuen Satelliten sollen ein 40 Jahre altes System ablösen.

Mit einem weltweiten Überwachungssystem halten die USA nach Raketenstarts Ausschau. Satelliten nehmen dazu Signale im Infrarotbereich auf. Ein neues Exemplar ist nun ins All gestartet: Der Satellit "Geo2" begann am Dienstag an Bord einer "Atlas 5"-Rakete die Reise zu seiner Umlaufbahn. Der Start erfolgte von der Cape Canaveral Air Force Station im US-Bundesstaat Florida.

Der Satellit hat schon einen älteren Zwilling im Orbit: "Geo1", der im Mai 2011 ins All gestartet ist. Beide verfügen über zwei Infrarotsensoren. Einer kann ständig auf der Erdoberfläche nach Signalen suchen, während der andere auf einen Punkt fixiert werden kann. Man registriere die Infrarotsignatur, die eine Rakete hinterlasse, erklärt Air Force Space Commander William Shelton. "Wir sind in der Lage zu erkennen, um welche Art von Rakete es sich handelt, wohin sie fliegt und wo sie einschlagen wird."

Gebaut wurden die Satelliten von Lockheed Martin. Bisher ist "Geo1" allerdings noch nicht aktiv als Späher im Einsatz, weil es Probleme bei der Kommunikation mit dem Satelliten gab. Bis Oktober sollte er jedoch seine reguläre Arbeit aufnehmen. Falls alles planmäßig läuft, wird "Geo2" vor Jahresende ebenfalls einsatzbereit sein.

Das sogenannte Space Based Infrared System soll zunächst seinen Vorgänger, das Defense Support Program (DSP) ergänzen und dann später ersetzen. Zwei weitere Satelliten für das System werden derzeit gebaut, sie sollen 2015 und 2016 in den Orbit geschossen werden. Das DSP-Satelliten-Netzwerk ist seit 40 Jahren im Einsatz. Im Jahr 2011 registrierte es fast 200 Raketenstarts sowie 1700 "Infrarotereignisse", sagte James Planeaux von der Air Force.

Am Freitag hatte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel verkündet, dass sein Land die Raketenabwehr weiter verstärken wolle, um gegen mögliche Gefahren aus Nordkorea und Iran besser gewappnet zu sein. Dazu sollten weitere Abwehrsysteme in Alaska aufgebaut werden.

wbr/Reuters

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